10 000 Hotelbetten für die Polizei beim G8-Gipfel

Im Juni 2015 lädt Bundeskanzlerin Merkel zum G8-Gipfel in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dabei darf nichts schief gehen. Es werden so viele Polizisten im Einsatz sein, dass Urlauber wahrscheinlich kein Hotel finden.

 

Beim geplanten G8-Gipfel in Elmau steht der Urlaubsregion Mittenwald ein gigantischer Polizeieinsatz bevor: Die Staatsregierung hat bereits 10 000 Hotelbetten für die Einsatzkräfte reservieren lassen, die das Treffen der mächtigsten Politiker der Welt Anfang Juni 2015 bewachen sollen. Das sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Manche Polizisten werden sogar im benachbarten Tirol untergebracht.

 

Beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 hatte es gewalttätige Proteste gegeben, zeitweise waren nach Herrmanns Angaben über 17 000 Polizisten im Einsatz. Da den Polizisten in Elmau möglicherweise anstrengende Einsätze bevorstehen, sollten sie auch nicht in Bruchbuden übernachten müssen, wie Herrmann betonte. Hinweise auf geplante Krawalle gibt es aber bisher nicht.

 

Und auf ordentliche Verpflegung will der Innenminister ebenfalls achten: «Ohne Mampf kein Kampf war schon immer unser gemeinsames Motto, lieber Herr Oberst Gantzer», antwortete der CSU-Politiker auf eine entsprechende Frage des SPD-Abgeordneten und früheren Bundeswehroffiziers Peter Paul Gantzer. Die Streitkräfte sollen keine größere Rolle bei dem Gipfel spielen: «Es ist nicht vorgesehen, dass ein Gebirgsjäger die Straße nach Elmau bewacht», sagte Herrmann.

 

Das Schlosshotel Elmau liegt vergleichsweise abgeschieden im Wettersteingebirge und ist lediglich über eine schmale Straße erreichbar. Rings um das Hotel soll der Sicherheitsbereich I eingerichtet werden, für den das Bundeskriminalamt zuständig ist. Im weiteren Umkreis wird es eine zweite Sicherheitszone geben, für die die bayerische Polizei zuständig sein wird.

 

Demonstrationsfreiheit wird gewährleistet

 

Herrmann will aber darauf achten, dass die polizeilichen Maßnahmen auf das «unbedingt Notwendige» beschränkt bleiben, um die Bürger möglichst wenig zu beeinträchtigen. Beeinträchtigt wird aber voraussichtlich der Urlaubsverkehr: «Dem Urlaubsheimkehrer vom Brennerpass ist an dem Wochenende sicher nicht zu empfehlen, die Abkürzung über den Brennerpass zu nehmen.» Wer den Gipfel ablehnt, soll friedlich protestieren können: «Die Demonstrationsfreiheit, die wird gewährleistet», sagte Herrmann.

 

Wie bereits in Heiligendamm wird es eine Flugverbotszone über Elmau geben, wobei das Schlosshotel recht nahe an der Einflugzone des Innsbrucker Flughafens liegt, wie Herrmann sagte.

 

Obwohl es von Innsbruck nicht weit nach Elmau ist, müssen sich die Staatsgäste auf eine Landung am rund 120 Kilometer entfernten Flughafen München einstellen. Denn die Planung der Bundesregierung sieht für den deutschen G8-Gipfel keine Landung der Teilnehmer im befreundeten Tirol vor.

 

RG / dpa