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50 000 Euro für Opfer des Münchner Wiesn-Attentats

Fast vier Jahrzehnte ist es her: Eine Bombe detoniert an einem Wiesn-Abend im September 1980 am Haupteingang des Festgeländes. Die Bilanz: 13 Tote und mehr als 200 Verletzte – viele leiden bis heute.

 

München – Fast 38 Jahre nach dem verheerenden Oktoberfest-Attentat erhalten die Opfer eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der Stadt München. Der Verwaltungs- und Personalausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig einem fraktionsübergreifenden Antrag zu, einmalig insgesamt 50 000 Euro extra bereitzustellen. Das Geld soll über den Unterstützerverein Before den Opfern zugute kommen. Zunächst wurde für ein Jahr eine Obergrenze von 5000 Euro pro Person festgelegt. Die Zustimmung des Plenums gilt als sicher.

 

Bei dem Anschlag am 26. September 1980 starben 13 Menschen, darunter der Bombenleger und Rechtsextremist Gundolf Köhler. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. «Nach wie vor leiden Betroffene unter den physischen, psychischen und materiellen Folgen dieses schwersten Terroranschlags in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland», heißt es in dem Antrag.

 

Bei vielen nehmen die Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität gerade mit steigendem Alter zu, wie ein Forschungsprojekt mit einer Befragung der Betroffenen ergab. Dafür sollen sie nun über den Verein Hilfe bekommen.

 

Gerade viele der leichter Verletzten hätten unmittelbar nach dem Attentat versucht, so schnell wie möglich in ihr Alltagsleben zurückzukehren – eine Aufarbeitung habe aber teils gar nicht stattgefunden, hieß es in dem Antrag unter Berufung auf die Untersuchung weiter. Das mache sich nun mehr und mehr bemerkbar. «Die Vergangenheit holt sie ein.»

 

Auch körperlich verschlimmern sich bei den Befragten teils die Beschwerden. Was im jungen Alter ausgeglichen werden konnte, erweise sich zunehmend als problematisch. Beschädigte Knochen und Gelenke oder Splitter im Körper erforderten immer neue Operationen. Manche litten bis heute an Tinnitus durch den Knall.

 

Dr Geologie-Student Köhler war ein früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen «Wehrsportgruppe Hoffmann». Im Dezember 2014 hatte der Generalbundesanwalt die Wiederaufnahme der Ermittlungen verfügt. Angehörige, Opfervertreter, aber auch Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass Köhler ein Einzeltäter war und die Tat aus rein privaten Motiven beging. Nach rund dreieinhalb Jahren neuer Ermittlungen ist noch immer kein greifbares Ergebnis bekannt geworden.

 

dpa