Der erste Wiesn-Familientag auf dem Oktoberfest 2017

7 skurrile Fakten über das Oktoberfest

Es sind nur noch wenige Tage bis zum 185. Oktoberfest. Für zwei Wochen steht dann ganz München wieder voll im Zeichen von Bier, Brezn und Blasmusik. Genug Zeit, damit wieder neue lustige Wiesn-Geschichten entstehen. Wir haben für Sie sieben interessante und kuriose Oktoberfest-Fakten, die Sie vermutlich noch nicht kennen.

Rolltreppen

Rolltreppe während der Wiesn Oktoberfest, © Quelle: MVG/SWM

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) schaltet die Bänder am U-Bahnhof Theresienwiese nach oben teils schneller. Rolltreppen in Deutschland fahren nach der Norm DIN 18024 mit 0,5 Metern pro Sekunde. „Das ist ein für alle Fahrgäste bewährter Kompromiss zwischen Sicherheit und Leistung“, sagt ein MVG-Sprecher. Zur Wiesn-Stoßzeit beschleunigen sie auf 0,68 Meter pro Sekunde. Damit werden in Spitzenzeiten bis zu 12 500 Menschen pro Stunde Richtung Festgelände befördert. Einen Geschwindigkeitsrausch muss niemand fürchten: In vielen Ländern sind Rolltreppen auch im Normalbetrieb mit mehr Tempo unterwegs. Wie man stressfrei zur Wiesn kommt, verraten wir Ihnen hier.

Biernotstand im Hofbräu-Zelt

Das Hofbräu-Festzelt bei Tag

Was wäre das Oktoberfest ohne Bier? Daran möchten die meisten Wiesn-Besucher erst gar nicht denken. Doch genau das passierte zur Wiesn 1981 im großen Hofbräu-Festzelt. An dem besagten Tag war der Durst der Besucher wohl zu groß, denn das Bier ging aus. Die Kellner schlugen Alarm und Wirt Günter Steinberg zog sofort los. Glücklicherweise half sein damaliger Zeltnachbar Richard Süßmeier großzügig nach. Und so passierte das Einmalige: Für einige Stunden floss im Hofbräu-Zelt tatsächlich Paulaner-Bier. Die Gäste haben zu so später Stunde aber vermutlich keinen Unterschied mehr gemerkt.

Eine Maß entspricht acht Stamperln Schnaps

Oktoberfest 2015 - Maßkrüge, © Oktoberfest 2015 - Maßkrüge

Der Alkoholgehalt hört sich unglaublich hoch an, aber das Lieblingsgetränk der Besucher ist auch kein normales Bier, sondern wird extra nur für das Fest gebraut. Der Gerstensaft verfügt über eine höhere Stammwürze und hat daher einen bis zu 1,3 Prozent höheren Alkoholgehalt als herkömmliches Helles. Das kostet die Maß dieses Jahr auf der Wiesn.

Wiesn im Duden aufgenommen

Der Begriff „Wiesn“ wurde 2017 in den Online-Duden aufgenommen. Im nächsten Schritt wird die Wiesn in den gedruckten Duden erscheinen. Darauf muss man aber noch warten: Die 28. Auflage des Lexikons kommt erst in zwei oder drei Jahren heraus. Die Initiative stammte von Radio-Gong-96,3-Moderator Mike Thiel, der dabei Unterstützung von den Münchnern bekam.

Albert Einstein als Wiesn-Zeltbauer

Kaum zu glauben aber wahr: Der Nobelpreisträger und wohl einer der klügsten Köpfe der Geschichte half in seiner Jugend beim Zeltaufbau auf dem Oktoberfest mit. Lange, bevor er 1905 durch die Veröffentlichung seiner Theorie über die Struktur von Raum und Zeit sowie dem Wesen der Gravitation weltberühmt wurde, arbeitete der junge Albert als Lehrling in der Elektrofirma seines Vaters.
Diese half 1896 unter anderem bei der Installation der Beleuchtung im Schottenhamel auf dem 83. Oktoberfest. Als wäre das nicht kurios genug, erhielt Albert Einstein sein Abiturzeugnis am 3. Oktober 1896 mit Bestnoten – außer in Französisch – und das, obwohl er statt zu büffeln auf dem Oktoberfest Glühbirnen in Fassungen geschraubt hatte. Mehr zu Einsteins Wiesn-Karriere lesen Sie hier.

Rekorde im Maßkrug-Schleppen

Maßkrug, Bierkrug, Weltrekord, © Matthias Völkl hat es geschafft

Auch wenn es kein Kriterium für die Einstellung ist: Je mehr Maßkrüge eine Bedienung auf dem Oktoberfest auf einmal an die Tische schleppen kann, desto mehr Geld verdient sie pro Runde. Den offiziellen Weltrekord im Maßkrugstemmen hält derzeit Matthias Völkl aus Allach mit 27 Maß.

 

Doch auch einige Damen entpuppen sich als wahre Leistungssportler. Anita Schwartz hält derzeit den Rekord der Frauen. Sie trug über 19 Mass Bier mit einem Gewicht von rund 45 Kilogramm, ganze 40 Meter weit durch ein Bierzelt, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten.

Negativ-Rekord

Fässer zum Anzapfen im Schottenhamel Festzelt, © Mal sehen, wie viele Schläge Dieter Reiter auf der diesjährigen Wiesn braucht. Sie Können beim Oktoberfest-Anstich dabei sein.

Alljährlich macht der amtierende Oberbürgermeister um  Punkt 12 Uhr im Schottenhammel-Zelt den Anstich. Diese Tradition führt auf den 16. September 1950 zurück, als der damalige OB Thomas Wimmer 17 Schläge brauchte, bis endlich das Bier floss. Bis heute hält er damit den Negativ-Rekord beim Anzapfen auf der Wiesn.
Da schlägt sich der derzeitige Oberbürgermeister Dieter Reiter besser. Dieser darf dieses Jahr bereits zum fünften Mal die Wiesn eröffnen. Außer bei seiner ersten Wiesn 2014 hat er alljährlich nur zwei Schläge gebraucht. Der einzige OB, der das zuvor schaffte, war Reiters Vorgänger Christian Ude.

„Abnormitätenschauen“ auf der Wiesn

Ende des 19. Jahrhunderts bot man den Wiesn-Besuchern außergewöhnliche Menschen. Besonders Anfang des 20. Jahrhunderts war dies sehr gefragt. So wurden „Die drei dicksten Mädchen“ einst zu einem echten Besuchermagnet. Die drei übergewichtigen Damen: Elsa wog 173 Kilogramm, Elvira 191 Kilogramm und Bertha stolze 205 Kilogramm.
Unter anderem traten „Lionel, der Löwenmensch“, die „Bartdame“ mit grauem Vollbart oder der nur 71 Zentimeter große Marquis Wolge auf. Präsentiert wurden außerdem Bären, Alligatoren oder Schlangen mitsamt Beschwörern. Neben Boxkämpfen gab es auch sogenannte Hahnenkämpfe, bei denen zwei Männer, jeweils auf den Schultern eines weiteren Mannes sitzend, miteinander rangen.

 

 

Für den wohl größten Aufreger sorgte 1904 der Hungerkünstler Riccardo Sacco. Dieser ließ sich auf der Wiesn für 15 Tage in einen Glaskasten einmauern. Die ganze Zeit lang nahm er keine Nahrung zu sich. Drei Tage lang bezahlten die Festbesucher für einen Blick auf ihn. Viele Gäste glaubten jedoch, dass es sich dabei um einen Schwindel halten würde. Folglich demolierten 700 Menschen das bewachte Tor des Hungerturms, selbst die Schutzleute mit gezogenen Säbeln konnten dies nicht verhindern. Der Hungerkünstler wurde unter Polizeischutz aus dem Kasten geholt und bekam noch auf der Wiesn eine Zwangsbrotzeit. Das Fasten war beendet.

 

 

Während der Wiesn sendet münchen.tv täglich live von der Empore im Hofbräu-Festzelt. Alle Informationen zum Oktoberfest, zur Sendung sowie Lagepläne, aktuelle Nachrichten und mehr finden Sie auch auf münchen.tv/wiesn