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Abistreich – Stripperin am Luitpold-Gymnasium

Abistreiche laufen von Schule zu Schule anders ab. So auch dieses Jahr. Während die Abiturienten auf dem Luitpold-Gymnasium eine Stripperin einschleusen, randalieren einige Absolventen aus Geretsried und zerstören die Schuleinrichtung.

 

 

Schüler und Lehrer sind sich nur allzu selten einig. Besonders wenn es um den Abistreich geht, liegen oft Welten zwischen den Wünschen der Schüler und den Vorstellungen des Direktors. In der Regel ziehen die Abiturienten den Kürzeren und müssen sich den Vorgaben der Schulleitung unterwerfen.

 

Am Münchner Luitpold-Gymnasium dagegen übergingen die Schüler einfach die Vorgaben des Direktors Hieronymus und sorgten so für große Aufregung, indem sie eine Stripperin in die Schule schmuggelten, während draußen der normale Abistreich von statten ging. Obwohl die Abiturienten die Schulleitung in diesem Punkt übergangen, gingen sie dennoch verantwortungsvoll mit den „nackten Tatsachen“ um.

 

Türsteher vor dem „Striplokal“

 

Damit nicht jüngere Schüler in den Genuss der Darbietung der blonden Stripperin kamen, stellten sie extra einen Aufpasser auf. Dennoch waren natürlich vor allem die Eltern von einem derartigen Abistreich nicht gerade begeistert. Deshalb bekam der Direktor natürlich Beschwerden einiger Eltern.

 

Er selbst sieht die Sache dagegen etwas lockerer. Auch wenn die Strip-Show im Vorhinein verboten wurde. „Ich habe denen gesagt, das entspricht nicht den Moralvorstellungen mancher Schüler und Eltern“, berichtet der Schulleiter in der Süddeutschen Zeitung.

 

Von der Aktion selbst will der Direktor dagegen gar nichts mitbekommen haben. Die Veranstaltung selbst wurde im Vorfeld unter dem Motto „Wege zur Verbesserung“ angekündigt und sollte offiziell einen Vortrag über das schwierige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern beinhalten.

 

Keine Probleme mit Sachbeschädigung und Alkohol

 

Als er davon berichtet, kann er sich das Lachen nur schwer verkneifen. „Wie soll man auch eine Veranstaltung regulieren, die den Regelbruch zur Regel hat“, sagt er und zeigt im Vergleich zu vielen anderen Schulleitern, eine gewisse Schülernähe.

 

Zudem habe die Show nur wenige Minuten gedauert und die Schüler haben sich auch ansonsten gut verhalten, denn es gab keine Probleme mit Alkohol oder Sachbeschädigung.

 

Vandalismus in Geretsried

 

Ganz anders dagegen lief der Abistreich in Geretsried ab. Seit einigen Jahren ist es den Schülern verboten in der Schule zu übernachten. Doch zumindest wollte der Direktor Hermann Deger das Gebäude schon frühzeitig (3:30 Uhr) freigeben, um den Vorbereitungen für den Streich nicht im Wege zu stehen. Doch als der Schulleiter aufsperren wollte, waren schon einige Schüler im Gebäude. „Wir haben in der Nähe der Schule gegrillt und einige sind dann auf die Idee gekommen, früher als geplant ins Schulhaus zu gehen“, berichtet Cedric Hübner, einer der Oberstufensprecher.

 

Doch erst am Morgen erkannte man das Ausmaß des nächtlichen Treibens. „Es wurden im Schulhaus Wände mit Kreide und Filzmarkern beschmiert, Schulutensilien zerstört und außerdem war viel Wasser im Spiel“, so Deger. Eine Mutter spricht sogar von „pornografischen Schmierereien“. In der Früh wurde es nicht besser. Als Schüler aus unteren Jahrgangsstufen in die Schule gingen, wurden sie von den Abiturienten mit Wasserbomben beworfen und dabei leicht verletzt. Dennoch nimmt der Schulleiter zumindest einen Teil der Schüler in Schutz: Es gebe einige Schüler in dieser Jahrgangsstufe, die gute Manieren hätten, so Deger.

 

Dennoch muss sich die nächste Jahrgangsstufe keine Sorgen machen, dass der Abistreich abgeschafft wird. „Für das nächste Jahr müssen wir uns natürlich etwas überlegen. Denn so einen Abi-Streich wollen wir nicht noch einmal“, sagt Deger.