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Absichern für die Zukunft: Ruhig schlafen dank Rücklagen und Co

In der heutigen Gesellschaft geht es uns weitgehend gut, doch immer wieder kann es nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Die finanzielle Vorsorge für die Zukunft wird immer wichtiger, sowohl für die eigene Altersvorsorge, als auch, um die Familie langfristig abzusichern.

Dabei gibt es sehr viele verschiedene Aspekte zu beachten, damit auch wirklich in jeder Hinsicht eine gute Vorsorge getroffen wird und man sich beruhigt den schönen Dingen des Lebens widmen kann.

 

Rücklagen, Investitionen und die zugehörigen Papiere

Geld ist, egal was man davon hält, häufig ein Retter in der Not. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, so lässt sich das Problem nicht selten direkt aus der Welt schaffen, wenn genügend Bares vorhanden ist.

Ein „rainy day fund“, also eine einfach zugängliche Rücklage für unerwartete Zahlungen oder Probleme, ist die wichtigste Grundlage, um im Alltag auf alle möglichen Geschehnisse entspannt reagieren zu können.

Daher sollte man im Investitionsplan monatliche Ersparnisse nicht restlos fest anlegen, damit ein bestimmter Betrag immer verfügbar ist. Ein noch so großes Kapital nützt nur wenig, wenn es vollständig etwa in noch unzugänglichen Bausparverträgen gebunden ist.

Jeder sollte selbst abschätzen können, wie groß die liquiden Rücklagen sein sollten, beispielsweise für plötzliche Autoreparaturen oder größere Vorfälle, die nicht von Versicherungen abgedeckt werden.

 

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Wenn es um die Absicherung der Familie geht, sollte man sich daher zum Großteil auf sichere Anlagearten konzentrieren. So lange die Notfallkasse stets genügend gefüllt ist, sind Festgeldkonten eine gute Möglichkeit, um langfristig angesparte Beträge anzulegen. Durch die sicheren Zinsen und die garantierte Rückzahlung sind, außer im Extremfall einer starken Inflation, Verluste ausgeschlossen.

So kann man Beträge für eine selbst ausgewählte Laufzeit anlegen. Mit etwas Vorausplanung kann beispielsweise ein für die Ausbildung der Kinder eingeplantes Geld angelegt werden, bis es benötigt wird.

 

Vorsorgen für das Alter

Familienvorsorge betrifft jedoch nicht nur die Sicherung der Liquidität für die Zeit des Zusammenlebens mit den Kindern. Auch die langfristigere Vorausplanung ist enorm wichtig – angesichts aktueller Entwicklungen sogar immer mehr.

Von den staatlichen Rentenbeiträgen müssen künftig immer mehr Menschen versorgt werden. Das Rentenniveau wird laut Prognosen, die Faktoren aus der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes einbeziehen, bis 2032 weiter auf unter 45 Prozent sinken. Ein immer späterer Karriereeintritt reduziert das über die Zeit der Berufstätigkeit eingezahlte Volumen spürbar.

Im Ruhestand werden Deutsche also im Durchschnitt weniger Geld zur Verfügung haben. Dazu kommt, dass die Lebenshaltungskosten steigen, wodurch vergleichbare Beträge weniger reale Kaufkraft bringe. Der tatsächliche Lebensstandard beim Bezug staatlicher Rente nimmt also ab.

 

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Möglichkeiten im Rahmen von Lebensversicherungen

Da die Riester-Rente staatlich gefördert ist, stellt sie häufig die Grundlage für die private Altersvorsorge dar – weitere Anlageformen kommen dann ergänzend dazu. Vor allem Lebensversicherungen werden gerne abgeschlossen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Ausprägungen:

Risikolebensversicherung: Dies ist eine Form der finanziellen Absicherung für die Familie oder sonstige Hinterbliebene im Todesfall. Man schafft damit über die Laufzeit hinweg ein finanzielles Polster für die Familie, das im Sterbefall ausgezahlt wird. Sollte dies innerhalb der Laufzeit nicht eintreten, sind die gezahlten Beträge jedoch verloren. Dennoch ist es eine gute Möglichkeit, die Familie für den unerwarteten Ernstfall abzusichern.

Kapitalbildende Lebensversicherung: Wer jedoch langfristiger denken möchte und mehr Kapital dafür investieren kann, kann sich auch für eine ausgewachsene Lebensversicherung entscheiden. Diese ist gut zur langfristigen, vollständigen Vorsorge für die Familie geeignet und dient gleichzeitig zur eigenen Altersvorsorge.

Ähnlich wie die Risikolebensversicherung wird bei Todesfall innerhalb der Laufzeit ausgezahlt – hinzukommt, dass die eingezahlten Beträge zu einer Sparsumme beitragen, die bei Ablauf der vereinbarten Laufzeit ausgezahlt wird. Somit baut man gleichzeitig zum Sterbefallschutz für die Familie ein eigenes Vermögen zur Altersvorsorge auf.

 

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Beispielsweise sollten Selbstständige, Bauern oder Familien, die stark von einem einzigen Einkommen abhängig sind, über zusätzliche Absicherungen nachdenken. Bei Selbstständigen wird die selbstbestimmte Altersvorsorge ab dem ersten Tag an sehr wichtig.

Wenn, wie beim Beispiel der Landwirte, die Einkünfte stark von unkontrollierbaren Umständen beeinflusst werden können, lohnt sich beispielswiese eine Maschinenbruchversicherung oder ein Ernteschutz – wenn durch einen Sturm oder große Hitze der gesamte Feldertrag sehr niedrig ausfällt, lässt sich dies damit versichern.

Auch wenn bestimmte äußere Umstände bestehen, sollte man sich über die Möglichkeiten zur zusätzlichen Versicherung informieren. Wer Wohneigentum in einer Gegend hat, die zu Hochwasser neigt, sollte über eine maßgeschneiderte Hochwasserversicherung nachdenken. Derartige Schäden werden von Basisversicherungen nur teilweise oder gar nicht gedeckt.

Für weitere Sonderfälle gibt es spezifische Versicherungen, wie etwa die Sterbegeldversicherung. Dabei handelt es sich, ähnlich wie bei der Risikolebensversicherung, um eine Versicherungsform, die nur im Todesfall ausgezahlt wird. Bestattungskosten können für die Angehörigen eine große finanzielle Last darstellen.

Mit der Versicherung lassen sich Ausgaben in diesem Zusammenhang abdecken. So werden die eigenen Wünsche sicher erfüllt und dabei die Familie nicht zusätzlich belastet. Der Hauptunterschied ist eine geringere Versicherungssumme und dadurch wesentlich niedrigere Beiträge. Somit ist sie für viele Menschen mit weniger Kapital geeignet, vor allem auch für Rentner, die bereits im höheren Alter sind.

 

Generationenvorsorge: Die Familie absichern

Wer eine Familie gegründet hat, weiß: Die eigenen Interessen sind längst nicht mehr alles im Leben. Für das Wohl der Familie zu sorgen und dieses auch langfristig zu sichern, selbst im Ernstfall, gewinnt dann immer mehr an Bedeutung.

Doch dabei sollte man nicht nur an das Geld und die eigene Karriere denken, um für die Zukunft finanziell vorzusorgen. Frisch gebackenen Eltern hilft der Staat diesbezüglich mit Unterstützungen wie Kindererziehungsrente und Kinderzulagen weiter. So kann dann die Karriere pausiert werden, um sich um die Erziehung der Kinder zu kümmern. Auf lange Sicht entstehen dann weniger finanzielle Nachteile.

Dennoch ist die finanzielle Vorsorge für folgende Generationen durchaus wichtig. So ist beispielsweise eine der am häufigsten empfohlenen Investitionen, die langfristig dem Wohl der Familie zukommt, eine abbezahlte Immobilie als Eigenheim. Auch für die eigene Altersvorsorge ist diese sehr hilfreich.

Damit die gewählten Vorsorgeformen auch effektiv Anwendung finden und sich keine weiteren Probleme auftun, muss man jedoch noch weitere Maßnahmen ergreifen. Insbesondere wenn viele verschiedene Rücklagen und Wertpapiere vorhanden sind, ist es wichtig, dass alle Angelegenheiten geregelt sind. Dies sollte nach Möglichkeit von Anfang an erledigt sein, damit ausgeschlossen ist, dass im Todesfall einige der Posten nicht ausgezahlt werden oder nicht zugänglich sind.

 

Erbschaft und Testament

Jeglicher Besitz und das gesamte Vermögen im Nachlass wird entsprechend der geltenden Gesetzeslage an Hinterbliebene übergeben. Doch mit Pflichtanteilen, Erbschaftssteuer und bürokratischen Hindernissen ist es wichtig, die Möglichkeiten zur Regelung des eigenen Nachlasses im Detail zu nutzen, so dass alles den Wünschen entspricht.

So sollte man sich rechtzeitig um eine Organisierung der Erbfolge kümmern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Testament: Aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten ist das klassische Testament die beliebteste Form der Nachlassverwaltung. Das Testament kann entweder mit oder ohne notariellen Beistand verfasst werden und ist auch dann uneingeschränkt gültig.
  • Erbvertrag: Der Erbvertrag, der gemeinsam mit den jeweiligen eingetragenen Erben in Beisein eines Notars geschlossen werden muss, regelt ebenfalls den vollständigen Nachlass. Achtung: Da der geplante Umfang des Erbes im Vertrag festgesetzt wird, ist man nicht mehr in der Lage, Schenkungen vorzunehmen, falls diese den Erbbetrag beeinflussen.
  • Vermächtnis: Ein Vermächtnis ist eine geeignete Möglichkeit, einzelne Gegenstände, Zugeständnisse oder Wertpapiere an eine ausgewählte Person zu vergeben. Dieses wird im Rahmen eines Testaments oder Erbvertrags durchgeführt, jedoch wird die begünstigte Person dabei nicht zu einem Erben gemacht. Stattdessen erhält diese Person nur das Recht, die genannten Wertgegenstände von den Erben einzufordern.

Es empfiehlt sich, besonders wenn größere Geldmengen und Immobilien im Spiel sind, sich frühzeitig zu informieren welche Form der Nachlassverwaltung die richtige ist und diese rechtssicher festzuhalten. In der Folge können alle Formen geändert werden.

 

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Schenkungen in Erwägung ziehen

Ein Erbe kann natürlich erst nach dem Todesfall angetreten werden. Doch die Option, schon davor vorhandenes Vermögen an die jüngeren Generationen der Familie weiterzugeben, sollte man in manchen Situationen in Erwägung ziehen.

Wer frühzeitig weiß, dass das Privatvermögen oder ein Teil davon an eine bestimmte Person vererbt werden soll, kann dies mit frühzeitigen Schenkungen durchführen. Dann wird der jeweilige Betrag noch zu Lebzeiten weitergegeben.

Es ist also sozusagen ein vorausgehend durchgeführtes Erbe. Die Option zur Schenkung ist in vielen Situationen mit zusätzlichen Vorteilen verbunden.

  • Das Erbe wird für die Familie sichtbar und selbstbestimmt vergeben. Das macht den gefürchteten Erbstreit unwahrscheinlicher. Jeder sieht, dass die Schenkung bewusst entschieden wurde und man kann als Schenkender noch das Wort ergreifen, um Unklarheiten zu klären.
  • Die Erbschaftssteuer kann umgangen werden: Für Schenkungen gibt es bestimmte Freibeträge, je nach Grad der Verwandtschaft. Für Ehepartner gilt beispielsweise ein Freibetrag von 500.000 Euro, bei Kindern 400.000 Euro. Damit kann man entweder die Erbschaftssteuer gänzlich umgehen oder den Erbbetrag verkleinern, wodurch die Steuer ebenfalls niedriger ausfällt. Achtung: Schenkungen müssen rechtzeitig durchgeführt werden, da sie innerhalb von zehn Jahren im Sterbefall ebenfalls als Erbvorgang gewertet werden und dann die Erbschaftssteuer greift.
  • Die Schenkung kann gezielt angewendet werden: Selbst, wenn man noch viele Jahre des Lebens vor sich hat, kann eine große Schenkung an Familienmitglieder zu einem bestimmten Zweck durchgeführt und dafür verwendet werden. Etwa, wenn eine bestimmte Zahlung in einer Notsituation ansteht. Dann kann man bei solchen Notwendigkeiten den Nachkommen auf diese Weise unter die Arme greifen und Erbbeträge vorziehen.

 

Familienintern Angelegenheiten fair regeln, keine Streitfälle provozieren

In der Vorbereitung auf die Vorsorge für sich selbst und für die Familie ist viel finanzielle und bürokratische Arbeit zu leisten. Das ist aufgrund der Natur der Sache unvermeidlich. Doch das ist längst noch nicht alles, worauf man achten muss.

Ein gutes Verhältnis zwischen allen Erben und Familienmitgliedern ist eine wichtige Grundlage dafür, dass in der Zukunft alles glatt läuft. Für jede Familie ist das ein unerwünschtes Bild, beim Erbstreit kann sich alles bisher Aufgebaute schnell in Luft auflösen.

Im Erbstreit inklusive rechtlicher Verfahren muss viel Geld für die Klärung investiert werden. Dies mindert am Ende auch die gesamte Erbsumme. Daher sollte man im Idealfall die Familie stets in die Planung dieser Angelegenheiten einbeziehen und offen kommunizieren.

Wer beispielsweise mit mehreren Kindern die Aufteilung des Hauses und Vermögens im Testament bestimmt, sollte sie nach Möglichkeit einweihen und die eigenen Gedanken dazu diskutieren. Damit kann man sie von Anfang an einbeziehen und auf die ersten Schritte im Ernstfall vorbereiten.

Gleiches gilt für die Altersvorsorge betreffende Fälle wie Pflegeentscheidungen. Je fester die Familie von Anfang an zusammenhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass chaotische Situationen in tragischen Ernstfällen gut überstanden werden. Dieser gemeinschaftliche Aspekt ist also neben der finanziellen Vorsorge durchaus sehr wichtig.

 

Konto- und Vorsorgevollmächte

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Damit die mühsam erschaffenen Absicherungen im Ernstfall auch effektiv greifen, ist es essentiell, entsprechend vorzuplanen. Da es möglich ist, dass finanzielle Unterstützungen durch Versicherungen nicht eintreffen, wenn der Versicherungsnehmer erkrankt, müssen diesbezüglich die Befugnisse geklärt werden.

Mit einer Vorsorgevollmacht übergibt man bestimmten Personen die Kompetenz bezüglich medizinischer Entscheidungen. Aber auch andere bürokratische Aspekte können damit an den Bevollmächtigten übertragen werden. Derartige Rechte werden übrigens, entgegen weit verbreiteter Annahme, nicht automatisch an den Ehegatten übertragen. Hier gibt es eine offizielle Vorlage für eine Vorsorgevollmacht.

Ehepartner gelten nicht als gesetzliche Vertreter. Daher ist auch der Zugang zu den Finanzen nicht uneingeschränkt möglich. Also sollte man entsprechende Vollmächte an Partner oder vertrauenswürdige Personen im Kreis der Familie verteilen, damit immer im besten Interesse aller gehandelt werden kann.

Für medizinische Entscheidungen insbesondere gibt es übrigens eine Alternative. Mit der Patientenverfügung lässt sich festlegen, welche Maßnahmen in bestimmten Notfällen erwünscht sind, wenn man selbst nicht mehr entscheiden kann.