U-Bahn in München

Ärgerliche Umstellung: U3 im Norden wegen Dauerbaustelle dicht

Die Aktion Münchner Fahrgäste übt scharfe Kritik an den geplanten Bauarbeiten an der U3. Für 22 Wochen ist dort ab dem 31. Oktober Großbaustelle angesagt und erstmal kein U-Bahnverkehr im Münchner Norden möglich.

 

In München werden ab 31. Oktober die U-Bahn-Gleise der U3 zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz ausgetauscht. Dazu soll der Streckenabschnitt vollständig gesperrt werden und ein Schienenersatzverkehr mit Bussen als Alternative angeboten werden. Voraussichtlich soll dieses Vorhaben 22 Wochen lang dauern, sprich bis zum Freitag, den 31. März 2017. Für Anwohner aus dem Münchner Norden heißt es also die nächsten fünf Monate viel Geduld üben und vor allem: Planen Sie mehr Zeit für Ihren Weg zur Arbeit ein.

 

 

Kritik gibt es im Vorfeld reichlich. So sei es laut der Aktion Münchner Fahrgäste ärgerlich, dass die U-Bahn-Baustelle in der kalten Jahreszeit eingerichtet wird. Da mache das Warten auf den Ersatzbus keinen Spaß und auch der Umstieg auf das Fahrrad sei wenig attraktiv. Natürlich gebe es immer irgendwelche „Sachgründe“. Diese seien aber in der Summe nicht mehr akzeptabel. Es gebe in München keinen Tag mehr, an dem die Schnellbahnen pünktlich und zuverlässig verkehren, so Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.

 

Zusätzlich zeige sich, dass der früher verpönte Parallelverkehr, der auch noch sehr großzügig ausgelegt wurde, sowohl im Störungsfall, als auch bei Baustellen von großem Nutzen für die Fahrgäste wäre. München brauche sich überlagernde und gut vernetzte Verkehrsmittel, so Nagel weiter. Bereits im August war der MVG schon bescheinigt worden, dass man in Sachen Pünktlichkeit schlechter geworden ist. Die Münchner U-Bahn platze ohnehin an vielen Ecken der Stadt aus allen Nähten, so war beispielsweise bei der U6 bereits die Rede von einer Pannenline, die permanent Verspätung hat.

 

Komplettsperrung ist schnellste Variante

 

Beim aktuellen Bauvorhaben an der U3 sei laut MVG die Komplettsperrung die Variante, die am wenigsten Zeit in Anspruch nehme, auch wenn es vielleicht die schmerzlichste für die Fahrgäste sei. Bei einem Weiterbetrieb der U-Bahnen auf dem Streckenabschnitt hätte die Baudauer auch gut ein Jahr betragen können.

 

Streckenabschnitt stark in die Jahre gekommen

 

Der rund zwei Kilometer lange U3-Abschnitt zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit gehört zu den ältesten im Münchner U-Bahnsystem, ließ man in einer Pressemitteilung verlauten. Nach über 40 Jahren Betrieb müssten dort demnach die Gleise komplett erneuert werden. Im Einzelnen würden ca. 9.000 Meter Fahrschienen, ca. 3.300 Schwellen, ca. 4.400 Tonnen Schotter und 4.140 Meter Stromschienen verbaut werden. Außerdem werden zwei Weichen erneuert. Zusätzlich setzt die MVG in den ersten Wochen pro Tag rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, die den Fahrgästen am Scheidplatz und an der Münchner Freiheit bei Fragen weiterhelfen und den Weg weisen.

 

pm