U-Bahn Video Pöbeleien im Zug

Aktueller Ermittlungsstand zum U-Bahn-Video

Die Polizei hat nach der Veröffentlichung eines Handyvideos aus einer Münchner U-Bahn am Mittwoch ihren aktuellen Ermittlungsstand bekannt gegeben. Die drei ermittelten Männer aus dem Video waren am selben Tag erkennungsdienstlich behandelt worden. Sie hatten offenbar nach dem Vorfall, der durch das Video dokumentiert wurde, noch weiter herumgepöbelt.  

 

Wie die Polizei den Vorfall im Video derzeit beschreibt

 

Am Samstag, den 30.01.2016 (gegen 18.10 Uhr) fiel eine Gruppe von Personen in der U1 durch Pöbeleien und aggressives Verhalten auf, heißt es in dem Pressebericht. Eine Person der Gruppierung sei einer älteren Dame und ihrem anwesenden Ehemann in einem U-Bahnwaggon gegenüber gesessen. Ohne ersichtlichen Grund soll der Mann aus der Gruppe der Münchnerin plötzlich vor die Füße gespuckt haben. Als sich die Frau mit Gehstock mit ihrem Mann einen anderen Sitzplatz suchen wollte, habe die Person an ihr Gesäß gefasst und versucht, ihr ein Bein zu stellen, so die Polizei weiter. Anschließend setzte sich das Ehepaar in ein anderes Abteil und erstattete am nächsten Tag eine Anzeige bei der Polizei in Grünwald.

 

Im Anschluss soll dieselbe Person aus der Gruppe versucht haben, zu einer weiteren Frau in der U-Bahn Kontakt aufzunehmen. Er soll sie angesprochen und ihr in die Haare gefasst haben. Anschließend habe diese ihm zu verstehen gegeben, dass sie keinen Kontakt wünsche, worauf der junge Mann mit der Faust gegen eine Seitenscheibe des U-Bahnwaggons geschlagen haben soll. Durch den Schlag aufgeschreckt, sollen mehrere Fahrgäste die Gruppierung ermahnt haben, sich zu mäßigen. Darüber sei eine weitere Person aus der Gruppe so erbost gewesen, dass sie über eine Sitzbank sprang und auf einen Fahrgast losging, wie auch das Handy-Video dokumentiert. Er griff nach dem Mann und versuchte ihn zu schlagen bzw. zu würgen.

 

Nur aufgrund couragierten Eingreifens weiterer Fahrgäste konnte die angespannte Situation entschärft werden, lobt die Münchner Polizei weiter. Als die U-Bahn zwischenzeitlich am Hauptbahnhof eingetroffen war, stieg die Gruppe von der U1 in die U5 in Richtung Neuperlach um. Teile der in der U1 stattgefundenen Auseinandersetzung wurden von dem Zeugen mit seiner Handykamera gefilmt und veröffentlicht. Am Folgetag meldete sich der Zeuge bei der Münchner Polizei und wurde zum Sachverhalt befragt.

 

 

Gruppe auch nach dem Vorfall aufgefallen

 

In der U-Bahn der Linie 5 zeigte sich die Gruppe weiterhin äußerst aggressiv, so die Ermittler. Durch lautes Schreien und Pöbeleien wurden weitere Fahrgäste aufgeschreckt und alarmierten eine Streife der U-Bahnwache, die sich zeitgleich in einem anderen Waggon befand. Diese konnten die Personen in dem besagten Waggon antreffen. Die Aufforderungen an die Personen, das Schreien und Pöbeln einzustellen und ihre Fahrkarten überprüfen zu lassen, wurden ignoriert. Daraufhin wurde die Gruppe aufgefordert, die U-Bahn am U-Bahnhof Lehel zu verlassen. Dies musste mit Zwang durchgesetzt werden, da sie sich dagegen vehement wehrten. Zur Unterstützung der U-Bahnwache wurden drei alarmierte Polizeistreifen hinzugezogen.

 

Da die Geschehnisse in der U1 noch nicht bekannt waren, wurden die drei Tatverdächtigen nach den polizeilichen Maßnahmen, unter anderem einer Identitätsfeststellung, entlassen. Bei den bisher bekannten Personen handelt es sich um drei Afghanen, die in München und im Münchner Umland wohnen. Das Fachkommissariat 24 (Gewalt gegen Personen) hat die Ermittlungen hierzu aufgenommen.

 

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 24, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.