U-Bahn in München

Aktuelles zum U-Bahn-Video – Alle drei Gesuchten festgenommen

Das mit einem Handy aufgenommene Pöbel-Video aus einer Münchner U-Bahn ging durch die Medien. Nun ist der Hergang der Auseinandersetzung geklärt und die drei gesuchten Männer wurden gefasst.

 

  • Am Freitag erkannte ein Polizeibeamter in seiner Freizeit einen der gesuchten Männer aus dem besagten U-Bahn-Video wieder und verständigte den Polizeinotruf. Zu dritt gelang es den Beamten dann, den 20-jährigen Afghanen einer Kontrolle zu unterziehen, wobei festgestellt wurde, dass es sich bei der Person tatsächlich um den Gesuchten aus der U-Bahn handelte.Da für den jungen Mann bereits ein Untersuchungsbefehl vorlag, wurde er vorläufig festgenommen und in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt und nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter inhaftiert.

 

  • Ein weiterer Beteiligter konnte am Samstag am Johannisplatz festgenommen werden. Da auch für den 19-jährigen Afghanen ein Untersuchungshaftbefehl vorlag, wurde er nach erfolgter Sachbearbeitung in die Haftanstalt der Polizeipräsidiums München überstellt.

 

  • Der dritte Täter wurde schließlich am Sonntag inhaftiert, nachdem er mit einem Freund bei der Polizeiinspektion geklingelt hatte, der sich eine Auskunft einholen wollte. Er wurde dort von den Beamten als einer der drei Täter erkannt. Bei ihm handelt es sich um einen 21-jährigen Afghanen.

 

 

Nun sind auch die Hintergründe und der Hergang der besagten Pöbelei geklärt:

 

Eine Person der Dreiergruppe, die im Video zu sehen ist, saß in einem U-Bahn-Waggon einer älteren Dame und deren Ehemann gegenüber. Ohne Grund spuckte plötzlich ein Mann aus der Gruppe der Münchnerin vor die Füße. Die Frau mit Gehstock erhob sich deswegen mit ihrem Ehemann, um sich einen anderen Sitzplatz zu suchen. Dabei fasste ihr der junge Mann ans Gesäß und versuchte ihr ein Bein zu stellen. Das Ehepaar setzte sich daraufhin in ein anderes Abteil und erstattete am nächsten Tag Anzeige.

 

Kurze Zeit später versuchte derselbe junge Mann aus der Gruppe zu einer weiteren im Waggon sitzenden Frau Kontakt aufzunehmen. Er fasste ihr in die Haare und sprach sie an. Als sie jedoch zu verstehen gab, dass sie keinen Kontakt wünsche, schlug er gegen eine Seitenscheibe des U-Bahn-Waggons.
Durch den Schlag gegen die Scheibe fühlten sich mehrere Fahrgäste gestört und gaben zu verstehen, dass die Gruppe sich mäßigen solle.

 

Dies provozierte einen anderen jungen Mann aus der Gruppe, welcher über eine Sitzbank hüpfte und auf einen anderen Mitfahrer losging, versuchte ihn zu würgen und zu schlagen. Nur dank des Eingreifens anderer mutiger Fahrgäste konnte die Situation entschärft werden. Teile dieses Vorfalls wurden von einem Zeugen mit dem Handy gefilmt. Zwischenzeitlich stieg die Gruppe am Hauptbahnhof aus der U1 aus und in die U5 in Richtung Neuperlach um.

 

Selbst in der U5 fanden die Pöbeleien und das laute Schreien kein Ende und die Gruppe trat äußerst aggressiv auf. Dadurch wurden weitere Fahrgäste aufgeschreckt und alarmierten eine Streife der U-Bahnwache. Deren Aufforderung an die Gruppe, die Pöbeleien einzustellen und ihre Fahrtickets vorzuzeigen, wurde ignoriert. Deshalb wurde die Gruppe aufgefordert, die U-Bahn zu verlassen. Dies musste jedoch mit Gewalt durchgesetzt werden. Zur Unterstützung der Bahnwache mussten drei weitere alarmierte Polizeiwachen hinzugezogen werden.

 

Die vorhergehenden Geschehnisse in der U1 waren den Beamten noch nicht bekannt, weswegen die Gruppe junger Männer nach einer Identitätsfeststellung entlassen wurde.