Amoklauf München OEZ Blumen Kerzen Trauer, © Symbolbild

Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum: Prozess um Waffenkauf fortgesetzt

Der Amokschütze vom Olympiazentrum hat die Waffe, mit der er am 22. Juli 2016 neun Menschen tötete, im Darknet gekauft. Der Betreiber der Plattform, über die der Waffenkauf abgewickelt wurde, steht seit Anfang November in Karlsruhe vor Gericht. Nun ist ein Prozessende in Sicht.

 

Im Juli 2016 hat der 18-jährige David S. am Olympiaeinkaufszentrum in München neun Menschen erschossen und anschließend sich selbst getötet. Viele der Opfer waren Jugendliche. David S. war in der Schule anscheinend stark gemobbt worden. Die Ermittler fanden mehrere Hinweise auf Amokgedanken und Gewaltphantasien.

 

Die Waffe, mit der er fast 60 Schuss abfeuerte, hatte der 18-Jährige von einem Mann aus dem hessischen Marburg gekauft. Waffenhändler Philipp K. wurde vom Münchner Landgericht bereits im Januar zu sieben Jahren Haft verurteilt. Zum ersten Mal wurde ein Waffenhändler dafür verantwortlich gemacht, was mit der von ihm gekauften Waffe verursacht worden ist.

 

Seit Anfang November muss sich auch der Betreiber einer Plattform im sogenannten Darknet, einem mehr oder weniger anonymen Bereich im Internet, vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Die Plattform steht im Zusammenhang mit dem Amoklauf am OEZ. Die Anklagebehörde für Cyberkriminalität wirft dem Informatiker vor, dem späteren Attentäter, durch die von ihm betriebene Online-Plattform, den Kauf der Pistole und Munition ermöglicht zu haben. Der 31-jährige Mann ist unter anderem wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung angeklagt und sitzt in Untersuchungshaft.

 

Am Mittwoch wurde der Prozess gegen den Mann fortgesetzt. Das Gericht wollte nach der Aktenverlesung mit den Plädoyers beginnen. Allerdings unterbrach der Vorsitzende Richter die Sitzung. Die Nebenklage möchte mehr Zeit bekommen, um Beweismittel auszuwerten. Doch der Prozess wird am Nachmittag mit den Plädoyders fortgesetzt.

 

ed