Flüchtlinge warten am Bahnhof in Rosenheim auf ihre Weiterreise

Wieder aufgetaucht: Angeblich 110-jähriger Flüchtling in Gießen angekommen

Ein angeblich 110 Jahre alter Mann kommt ist in der Nacht auf Donnerstag in Gießen angekommen. Währenddessen schließt Bayern einen Zaun an den Landesgrenzen nicht mehr aus.

Der angeblich 110 Jahre alte Flüchtling aus Afghanistan ist in der Nacht auf Donnerstag in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen (Hessen) angekommen. Der blinde und taube Mann galt zwischenzeitlich als verschollen, da er bereits am Mittwochnachmittag am Gießener Bahnhof erwartet wurde, dort jedoch nach Angaben des Regierungspräsidiums nicht auffindbar war.

 

Wie er und seine insgesamt neunköpfige Familie die Einrichtung erreicht hat, war zunächst unklar. «Wir können seinen Weg nicht nachvollziehen», sagte eine Sprecherin. Der Mann sei mit Sicherheit am Mittwoch in den Zug gestiegen. Es sei denkbar, dass er später in einen Bus oder in ein Taxi umgestiegen sei.

 

Der Mann war mit acht weiteren Familienmitgliedern am Sonntag von der Bundespolizei in Passau aufgegriffen und in die Erstaufnahmeeinrichtung im bayerischen Deggendorf gebracht worden. Dort gab die Tochter des Mannes an, dass ihr Vater am 1.1.1905 geboren wurde. Überprüfen lässt sich das Alter nach Polizeiangaben nicht, weil die Familie keine Dokumente bei sich habe.

 

Bald Zäune an deutschen Grenzen?

 

Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen schließt Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) Zäune an den deutschen Grenzen nicht aus. «Wenn die EU-Außengrenzen nicht geschützt werden, muss eine deutsche Regierung auch darüber nachdenken, wie sie die deutsche Grenze schützt», sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in München. Deshalb müsse man auch «grüne Grenzkontrollen» erwägen.

 

«Ob das am Ende Zäune, Patrouillen oder andere Formen von Grenzkontrollen sind, muss man dann sehen», fügte er hinzu. Dem «Focus» hatte Söder zuvor gesagt, er sei überzeugt, «dass wir noch über Schutzzäune diskutieren werden in Europa».

 

dpa/mk