© Landgericht München

Angeklagte schweigen im Prozess um Millionenbetrag

Sie sollen mit Kreditbetrügereien einen Millionenschaden angerichtet haben. Jetzt müssen sich die fünf Männer vor dem Landgericht München I dafür verantworten. Doch zur Aufklärung wollen sie vor Gericht zunächst nicht beitragen.

 

Vor dem Landgericht München I müssen sich seit Mittwoch fünf Männer wegen Kreditbetrügereien verantworten, bei denen ein Millionenschaden entstanden ist. Zum Prozessauftakt schwiegen sie zu den Vorwürfen. Ihre Verteidiger sagten, dass ihre Mandanten derzeit keine Angaben zu den mutmaßlichen Taten machen wollten.

 

7,5 Millionen Euro Gesamtschaden
durch Kreditbetrügereien

 

Die Angeklagten sollen von 2003 bis 2009 über Briefkastenfirmen die Beschaffung von Darlehen versprochen und dafür Vorauszahlungen und Provisionen kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft geht von bandenmäßigem Betrug mit einem Gesamtschaden von rund 7,5 Millionen Euro aus. Der Gruppe hätten sich im Laufe der Zeit verschiedene Mitglieder angeschlossen und diese auch wieder verlassen.

In ihrer Anklage schildert die Staatsanwaltschaft ein kompliziertes Geflecht von Firmen und Personen. Unter anderem wurde eine Firma gegründet, die als Vermittlerin von Bankgarantien namhafter südamerikanischer Geldhäuser auftrat. Tatsächlich sollen die Bandenmitglieder aber nie eine werthaltige Bankgarantie, geschweige denn einen Kredit, beschafft haben. Die Bankgarantien sollen allesamt gefälscht gewesen sein. In diese Fälschungen sei auch ein Direktoriumsmitglied der Zentralbank von Paraguay verstrickt gewesen.

 

18 Verhandlungstage sind für den Prozess angesetzt

 

Drei Angeklagte schilderten zu Prozessbeginn ihren Lebenslauf. Beim ersten handelt es sich um einen Diakon der altkatholischen Kirche in Polen, beim zweiten um einen Informatiker, der in Brüssel wohnt. Der dritte, ein Architekt aus Baden-Württemberg, der inzwischen in Rente ist, saß im Jahr 2006 als einziger einen Monat lang in Untersuchungshaft. Die beiden anderen Angeklagten wollten keine Angaben zu ihrer Person machen, weil die Presse zuhörte. Für den Prozess gegen die Männer im Alter von 45 bis 73 Jahren sind 18 Verhandlungstage angesetzt.

mhz/dpa