Dominik Brunner Denkmal, © Mahnmal für Dominik Brunner in Solln

Antrag auf vorzeitige Entlassung abgelehnt: Dominik Brunners Mörder bleibt in Haft

Markus S. wurde vor knapp acht Jahren verurteilt. Er hoffte jetzt auf eine vorzeitige Haftentlassung, doch vergeblich. Auch eine anschließende Sicherungsverwahrung wurde geprüft.

 

Die Tat sorgte in ganz Deutschland für Schlagzeilen. Sie ereignete sich am 12. September 2009 am Bahnhof Solln. Der Geschäftsmann Dominik Brunner zeigte Zivilcourage und musste dies mit seinem Leben bezahlen. Vier Schüler wurden damals von dem Hauptangeklagten Markus S. (heute 27) und dem Mittäter Sebastian L. (heute 26) schikaniert. Dominik Brunner schritt am Bahngleis ein und stellte sich schützend vor die Kinder. Dadurch zog er den Zorn der beiden jungen Männer auf sich. Sie schlugen so stark auf den Geschäftsmann ein, dass dieser schließlich im Krankenhaus starb. Die Todesursache lautete Herzversagen.

 

Die Polizei konnte die beiden Schläger verhaften. Ihnen wurde der Prozess gemacht. Sebastian L. wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt. Aufgrund guter Führung und der Teilnahme an zahlreichen therapeutischen Maßnahmen durfte er bereits im September 2014 das Gefängnis verlassen. Markus S. wurde als Haupttäter zu neun Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

 

Auch er machte sich Hoffnungen auf eine vorzeitige Haftentlassung und hatte einen dementsprechenden Antrag vorbereitet. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft allerdings abgelehnt. Das bedeutet, dass S. bis zum letzten Tag seiner Strafe in seiner Zelle bleiben muss. Gegen seinen Antrag sprach u.a. die Tatsache, dass er immer noch als Gefahr für seine Mitmenschen angesehen wird. Deshalb wurde auch eine nachträgliche Sicherungsverwahrung geprüft, die aber letztendlich an den rechtlichen Mitteln scheiterte. Somit wird Markus S. voraussichtlich ab Sommer des kommenden Jahres wieder ein freier Mann sein.