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Attacke auf Oktoberfest: Urteil im Prozess um Wiesn-Messerstich erwartet

Wiesn: Ein Ex-Nationalspieler, rassistische Parolen, eine Millionärsverlobte, ein Klappmesser und ein gekaufter Zeuge auf dem Münchner Oktoberfest: Vor dem Landgericht dürfte am Mittwoch ein spektakulärer Kriminalprozess zu Ende gehen.

 

München  – Vor dem Landgericht München steht ein aufsehenerregender Kriminalprozess vor dem Ende. Am Mittwoch (10.30 Uhr) wird das Urteil im Verfahren um eine blutige Auseinandersetzung auf dem Münchner Oktoberfest erwartet. Die Staatsanwaltschaft will die 34 Jahre alte Verlobte eines Hamburger Multimillionärs wegen versuchten Totschlags auf dem Oktoberfest für fünf Jahre in Haft sehen.

 

Die Mutter dreier Kinder hatte zugegeben, einen Wiesn-Gast im vergangenen Jahr vor dem Käfer-Promizelt mit einem Klappmesser verletzt zu haben. Der Mann hatte ihren Bekannten, den Ex-Fußballnationalspieler Patrick Owomoyela zuvor heftig rassistisch beleidigt.

 

Der Wiesn-Gast erlitt eine schwere Stichwunde, verlor literweise Blut, ihm musste die Milz entfernt werden. Die Frau warf das Messer weg und ging mit ihren Freunden in die Nobel-Disco P1. Die Anklage hatte zunächst auf versuchten Mord gelautet, das nahm die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer zurück. Die Verteidigung beruft sich auf Notwehr und forderte Freispruch.

 

Der Prozess hatte nicht nur wegen der prominenten Beteiligung des Ex-Fußball-Stars Aufsehen erregt. Ein Zeuge hatte vor Gericht eine Falschaussage zugegeben und eingeräumt, er sei gekauft worden. Insgesamt 200 000 Euro sei ihm für seine entlastende Aussage geboten worden. Der Verlobte der Angeklagten – der Millionär – wurde daraufhin vorübergehend festgenommen.

 

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(dpa/lby)