© Bilder: Patrick BH

Auf der Jagd nach verlorenen Schätzen: Magnet-Angler finden Waffen und Granate

In Thalkirchen haben Magnet-Angler Pistolen und eine Granate aus dem Isarkanal gefischt. Woher die Waffen und die Munition genau stammen, ist bisher unklar. Über beeindruckende Funde und ein spannendes Hobby. 

 

Wenn Patrick und Patrick mit ihren Angeln auf Tour gehen sind sie nicht unbedingt auf der Suche nach einer leckeren Forelle oder anderen Fischarten. Auch kein Haken hängt am Ende der Schnur, sondern ein Magnet. Und genau mit diesem machen die beiden Münchner immer wieder beeindruckende Funde aus längst vergangenen Zeiten. Seit rund einem Jahr teilen sie ihr gemeinsames Hobby: Das Magnet-Angeln.

 

Als die beiden am vergangenen Mittwoch wieder zu einer Tour aufbrachen und mit ihrer Ausrüstung im Isarkanal im Münchner Stadtteil Thalkirchen nach Dingen suchten, die am Grunde des Gewässers schlummern könnten, hing tatsächlich so einiges daran: Mehrere Pistolen, die Trommel eines Revolvers und sogar eine Granate.

 

 

Wie auf den Bildern zu erkennen, handelt es sich um sogenannte Walther-Pistolen des deutschen Waffenherstellers Carl Walther GmbH, darunter auch die Walther PP, die langjährig im Polizeidienst zum Einsatz kam. Nachdem diese in den 70er-Jahren aus dem Dienst genommen worden waren, hatte man viele Exemplare günstig an Erwerbsberechtigte verkauft, doch gelegentlich beschafften sich auch Kriminielle auf diese Weise ein solches Handfeuerwaffen-Modell. Das weiß auch Patrick genau, denn zu seinem Hobby gehört es natürlich auch, sich mit der Geschichte der Gegenstände zu beschäftigen und mehr über die Dinge zu erfahren, die er findet. Manchmal sei es direkt schade, dass keine Informationen zu seinen Funden folgten, wenn er diese an die Polizei übergeben habe, sagt er uns im Gespräch.

 

Wie die Münchner Polizei uns auf Anfrage bestätigte, würden die Pistolen zwar untersucht, meist handele es sich dabei aber um Waffen, „die jemand auf schnellem und einfachem Wege entsorgen wollte“ und zu denen man keine ehemaligen Besitzer feststellen könne. Auch, so ein Sprecher, gebe es tatsächlich regelmäßig Funde dieser Art, denn an etlichen Plätzen seien sowohl Waffen entsorgt worden, als auch aus Kriegszeiten übrig geblieben. Manchmal seien darunter dann auch Fliegerbomben, die für aufwändige Entschärfungen inklusive Evakuierungen sorgten.

 

Nicht ganz ungefährlich war das letzte Teil, das die beiden Angler dann am vergangenen Mittwoch aus dem Wasser fischten. Denn plötzlich hing eine Granate am anderen Ende des Seils, bei der es sich vermutlich um Kriegsmunition handelt – um diese fachgerecht entsorgen zu können, wurden bei dem Einsatz auch Spezialisten hinzugezogen.

 

Auch wenn es manchmal gefährlich sei, für Patrick überwiegt die Neugier und die Freude an seinem Hobby. Weiter noch glaubt er, mit seiner Angel für mehr Sicherheit sorgen zu können, denn wenn die Munition und die Waffen an die Polizei weitergegeben werden, dann liegen sie auch nicht mehr einfach so herum. Sein erster spektakulärer Fund ist es übrigens nicht: Schon mehrmals hatte er Munition oder Granaten aus Gewässern geangelt. Ab und an sind dann auch mal harmlose Schätzchen dabei, wie zum Beispiel antike Taschenuhren, Schmuck oder Münzen.