Aus CSU wird „CDU“: Anzeige gegen Demonstranten

Die angekündigte Großdemonstration am Sonntag unter dem Motto „#ausgehetzt“ zieht immer größere Kreise. Gestern gründeten Aktivisten die „CDU“ – und überhängten prompt das Logo der CSU-Zentrale.

 

Am Sonntag werden viele Menschen in München auf die Straße gehen. Die Großdemonstration unter dem Motto „#ausgehetzt“ richtet sich gegen mehrere politische Aspekte, die in den Augen der Demonstrationsteilnehmer falsch gelaufen sind. Ihre Kritikpunkte sind unter anderem das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG), die Gleichstellung von LGBTI oder die aktuelle Flüchtlingspolitik. Auch die CSU wird von den 140 Unterstützungsorganisationen, unter denen sich auch einige Prominente befinden, scharf kritisiert.

 

 

Im Zuge des Protests fand bereits gestern eine kleinere Demonstration vor der CSU-Parteizentrale statt. Zunächst verlief diese ohne nennenswerte Zwischenfälle. Doch plötzlich entstand Hektik. Im Rücken der Polizei hatte sich ein Fahrzeug mit einer Hebebühne positioniert. Der Arm wurde ausgefahren und steuerte schnurstracks auf das CSU-Logo zu. Ein Aktivist schaffte es schließlich, dieses Logo mit dem der Schwesterpartei CDU zu überhängen. Mit dieser Aktion wollten die Demonstranten symbolisch 50 Prozent der Wählerstimmen zurückverlangen und infolgedessen auch die Hälfte des Gebäudes für sich beanspruchen. Allerdings wird es für die Beteiligten ein juristisches Nachspiel geben. Laut dpa-Informationen zeigte die CSU die Plakatierer wegen Sachbeschädigung an, da diese das Logo der Partei beschädigt hatten.

 

 

Die Kammerspiele, denen die CSU verbieten will, sich politisch zu engagieren, beteiligten sich ebenfalls an dem Protest. Neben der Partei CDU wurde gestern eine weitere Organisation gegründet, die die gleiche Abkürzung verwendet. Ausgeschrieben bedeutet der Name bei ihnen allerdings „Club der Unterstützerinnen und Unterstützer einer menschlichen Politik in Bayern“. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu animieren, bei der Landtagswahl ihre Stimme abzugeben – und zwar nicht für die CSU. Die Aktivisten fürchten das Abdriften in den rechten Sektor der Politik und wollen eine Opposition aufbauen.