Eine Air-Berlin Maschine, © Symbolfoto

Bayerische Flughäfen sehen Air-Berlin–Insolvenz vorerst gelassen

Ihre rot lackierten Maschinen gehören seit vielen Jahren zum gewohnten Bild auf den Flughäfen München und Nürnberg – die Insolvenz der Air Berlin kann beide Flughäfen deshalb nicht kalt lassen. Dramatisch sehen sie die Lage aber auch nicht.

 

München/Nürnberg – Die beiden großen bayerischen Flughäfen München und Nürnberg sehen die Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin vorerst gelassen. Auch mittelfristig rechnen sie mit keinen gravierenden Nachteilen für Passagiere, da – zumindest im Fall München – bei einem Wegfall der Air-Berlin-Flüge andere Airlines rasch in die Bresche springen würden. In Nürnberg wiederum sei der Anteil der Air-Berlin-Flüge am gesamten Verkehrsaufkommen relativ gering.

 

Dagegen stelle Air Berlin in München etwa zehn Prozent des Flugverkehrsaufkommens. «Zehn Prozent – das ist schon mal eine Nummer», räumte Flughafensprecher Robert Wilhelm am Dienstag ein. «Aber die Strecken von und nach München sind sehr lukrativ. Für den Fall, dass Air Berlin nicht mehr fliegen sollte, wird bestimmt eine andere Fluggesellschaft in die Bresche bringen», schätzt der Sprecher. «Im schlimmsten Fall wird jemand anders fliegen.»

 

Air Berlin bietet ab München zahlreiche innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen an. Zudem bringt die Airline Urlauber zu vielen Sonnenzielen ans Mittelmeer, vor allem nach Palma de Mallorca. Ausgedünnt wurde dagegen zuletzt das Langstreckenangebot; etliche Übersee-Flüge wurden nach Düsseldorf verlegt.

 

Nicht sonderlich dramatisch sieht man die Lage nach der Air Berlin-Insolvenz in Nürnberg. Derzeit machten die Flüge von Air Berlin gerade mal sechs Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen des Airports aus, sagte Maier. Und selbst wenn bestehende Air Berlin–Flüge eingestellt würden, gäbe es derzeit auf den meisten Strecken ab Nürnberg Alternativangebote, betonte sie. Noch vor ein paar Jahren hatte die Fluggesellschaft Nürnberg noch als Drehkreuz für ihre Urlaubsflüge während der Wintersaison genutzt.

 

(dpa/lby)