Bayerische Wirtschaft: Anfang 2015 muss Energiekonzept stehen

Bayerns Wirtschaft gibt der Staatsregierung und dem Bund eine letzte Chance, notwendige Entscheidungen bei der Energiewende in die Wege zu leiten.

 

„Die Zeit drängt. Bis Anfang 2015 brauchen wir endlich einen Masterplan, damit Deutschland und Bayern auch nach 2022 eine sichere, bezahlbare und stabile Stromversorgung haben“, sagte der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Alfred Gaffal, am Donnerstag in München. Dieser Zeitplan müsse eingehalten werden. „Anfang nächsten Jahres muss das Konzept auf den Tisch kommen und anschließend konsequent umgesetzt werden.“

 

In ihrer mittlerweile dritten großen Zwischenbewertung der Energiewende kommen die vbw und die von ihr beauftragten Experten zu dem Ergebnis, „dass die Energiewende nach wie vor lahmt“. „Im Vergleich zum letzten Bericht zeigt sich keine Wende zum Besseren“, sagte Gaffal. Er beklagte unter anderem, dass die Stromversorgung des Standorts Bayern „auf Kante genäht“ sei, und kritisierte die im internationalen Vergleich hohen deutschen Strompreise. „Das belastet unsere Unternehmen über Gebühr und verzerrt den Wettbewerb.“

 

Insgesamt gab sich Gaffal in seiner Kritik aber zurückhaltender als vor einem Jahr, als er sogar eine mögliche Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld ins Spiel gebracht hatte, um die Stromversorgung sicherzustellen. Gaffal und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt lobten beispielsweise Fortschritte beim Bau der sogenannten Thüringer Strombrücke, einer neuen großen Stromtrasse.

 

Rg / dpa