Bayern: Bei Pilzvergiftung Notarzt rufen!

In diesem Jahr beginnt die Pilzzeit schon einige Wochen früher – das Wetter der letzten Monate war perfekt für das Wachstum der kleinen Waldbewohner. Beim Sammeln ist jedoch Vorsicht geboten: Für Laien ist es oft schwierig, bekömmliche Speisepilze von giftigen Pilzen zu unterscheiden. Von den rund 10 000 Großpilzarten, die man im Wald finden kann, sind nur etwa 1 000 genießbar.

 

Wer trotz der Regel „Nur nehmen, was man kennt“ versehentlich doch einen ungenießbaren Pilz erwischt, kann im schlimmsten Fall eine Pilzvergiftung erleiden. Auslöser sind Pilzgifte, von denen manchmal bereits kleinste Mengen ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.

„Wer nach einem Pilzessen an Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, einer Gelbfärbung der Haut oder Schweißausbrüchen leidet, sollte sofort den Rettungsdienst rufen“, rät Thomas Fuchs, Ausbildungsleiter der Johanniter in München. Die Symptome können auch erst Stunden oder sogar einige Tage nach der gefährlichen Mahlzeit auftreten.

 

 

Wirksame Hausmittel gegen eine Pilzvergiftung gibt es nicht, nur ein Arzt kann professionelle Hilfe leisten. Keinesfalls sollten die Betroffenen durch Salzwasser oder Milch versuchen, Erbrechen herbeizuführen. „Unter der Notrufnummer 112 professionelle Hilfe rufen und Ruhe bewahren, das sind die besten Hilfsmittel. Wer nach einem Pilzessen bewusstlos wird, sollte sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden“, empfiehlt Fuchs.

Ärzte können durch Reste der Pilzmahlzeit die Art des Giftes feststellen lassen und damit die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten. Deshalb empfehlen die Johanniter, Proben für den Notarzt bereitzuhalten.  Auch wenn ein Arztpraxis oder ein Krankenhaus in der Nähe ist, sollten Betroffene auf keinen Fall selbst dorthin fahren. Das ist zu gefährlich, denn der Zustand von Menschen mit Vergiftungen kann sich jederzeit verschlechtern.

 

Da jeder plötzlich in die Lage kommen kann, bei Notfällen Erste-Hilfe leisten zu müssen, empfehlen die Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse alle zwei Jahre aufzufrischen und zu trainieren.

 

 

jn / Johanniter

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