Freiburger Anhang feiert den Sensationssieg gegen Bayern — © Rico Güttich / Vaziri-Elahi / muenchen.tv
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Bayern will Sieg zur Meisterfeier - Freiburgs "absolute Befreiung"

Kaum jemand ist im Abstiegskampf so zäh wie der SC Freiburg. Das erlebte am Samstag auch der FC Bayern, der die letzten 90 Minuten dieser schwierigen Saison herbeiwünscht – danach soll die Meisterschaft gebührend gefeiert werden.

 

Die Bayern sehnen den Urlaub vorbei, aber einmal soll unbedingt noch gesiegt werden: Am letzten Spieltag gegen Mainz. „Jetzt zelebrieren wir unsere Meisterschaft am nächsten Wochenende, dann geht es in Urlaub und nächste Saison weiter“, erklärte Pep Guardiola nach dem 1:2 beim SC Freiburg und wandte sich an geschlauchten Gegner-Trainer Christian Streich. „Ich gratuliere dir, Christian, und deiner Mannschaft zum Sieg. Ich hoffe, Freiburg kann in der Liga bleiben.“ Streich dankte nach dem so wichtigen Spiel auf dem Weg zum Klassenverbleib postwendend. „Vielen Dank, Pep. Ich hoffe auch, dass ich nochmal gegen dich spielen darf.“

 

Als der ehemalige Bayern-Stürmer Nils Petersen zwei Minuten nach seiner Einwechslung das großartige Zuspiel von Karim Guédé zum 2:1 (88.) verwandelte, erlebte das mit 23 900 Zuschauern ausverkaufte Schwarzwaldstadion eine emotionale Explosion. Der Torschütze – mit beachtlichen acht Treffern in nur elf Spielen – sprach von einer „absoluten Befreiung“. Und das gegen Bayern mit einer „überragenden Aufstellung“, so Petersen.

 

Christian Streich stürzte nach dem Abpfiff in Richtung Kabine, doch es gab kein Durchkommen für den ausgeflippten Trainer des SC Freiburg. So ruderte der 49-Jährige wild mit den Armen, verlor doch das Gleichgewicht und sank danieder. Unversehrt und wieder gefasst tauchte Streich später vor den Kameras auf – „nix passiert“. Auch seine Mannschaft hatte sich im nervenaufreibenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga immer wieder berappelt und mit dem Coup gegen Meister München am Samstag selbst belohnt. „Als wir am Boden lagen, sind wir aufgestanden. Jetzt dürfen wir nicht anfangen zu spinnen und zu fliegen“, warnte Streich.

 

Vier Tage nach dem Champions-League-Aus gegen den FC Barcelona nutzten die Bayern ihre spielerische Klasse und Überlegenheit nicht. In den ersten 20 Minuten spielten die Münchner den Sportklub her, dass deren Anhängern Angst und Bange wurde. Bastian Schweinsteiger erzielte in seinem 500. Pflichtspiel für die Bayern die Führung der Gäste in der 13. Minute. Ein Ballverlust des Nationalmannschaftskapitäns führte dann zum überraschenden 1:1 durch Admir Mehmedi (33.).

Freiburg kämpft bis zum Umfallen und wird belohnt

 

In der 57. Minute tobte das ganze Stadion, als Rafinha den einschussbereiten Mehmedi am Trikot zog und Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) den Breisgauern einen klaren Elfmeter verweigerte. Sechs Mal hatten die Freiburger in dieser Saison nach der 87. Minute noch einen Treffer kassiert. An diesem Tag schlugen die Abstiegskampfspezialisten selbst zu. „Wir müssen einfach besseren Fußball spielen als heute. Dafür müssen wir uns bei unseren Fans entschuldigen“, meinte Münchens Abwehrchef Jérôme Boateng“. „Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen, das darf nicht passieren.“

 

Dass der 25-fache Meister das Ende einer schwierigen Spielzeit herbeisehnt, war nicht zu übersehen. Fast nichts zu sehen war von Robert Lewandowski, der mit seinen 16 Treffern im Kampf um die Torjägerkanone den Rückstand auf Frankfurts verletzten Alex Meier (19) nicht verringern konnte. „An Bayern ist immer die Erwartung, dass wir gewinnen. Egal wie viele Punkte wir haben, egal welcher Platz, egal wo. Wir müssen im letzten Spiel Gas geben und gewinnen“, forderte der polnische Nationalstürmer.

 

„Freiburg wollte mehr und hat mehr Kampf gezeigt, um zu gewinnen“, räumte Bayern-Trainer Guardiola nach der dritten Bundesliga-Niederlage der Bayern nacheinander ein. So etwas hatte es 1998 zuletzt gegeben.

 

Rico Güttich / dpa

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