Bayern: Wirtschaft beginnt zu schwächeln

Die Unternehmen in Bayern erwarten für die nächsten zwölf Monate deutlich schlechtere Geschäfte. Die politischen Krisen in der Ukraine, in Syrien und im Irak drücken ebenso auf die Stimmung wie fehlende Investitionen und der schwächelnde private Konsum im Inland.

 

Das ergab eine Umfrage der Bayerischen Industrie- und Handelskammer (BIHK) unter rund 4000 Unternehmen. Der BIHK-Konjunkturindex sank auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren. Ein ausgeprägter Konjunktureinbruch sei derzeit aber nicht zu erwarten, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen am Donnerstag in München. Driessen forderte mehr Investitionen von den Unternehmen und vom Staat, um den Wohlstand zu sichern.

 

Wirtschaft attackiert Staatsregierung: Industrie wandert ab

 

In der bayerischen Wirtschaft wird die Kritik an der Energiepolitik der Staatsregierung immer lauter. Zehn Prozent der Industriefirmen im Freistaat hätten wegen der hohen Strompreise bereits Betriebsteile ins Ausland verlagert oder Kapazitäten abgebaut, erklärte der Bayerische Industrie- und Handelskammertag. „Die Wirtschaft stellt der bisher mangelhaft umgesetzten Energiewende ein schlechtes Zeugnis aus“, kritisierte Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

 

Weitere 13 Prozent der Industriebetriebe planten Verlagerungen oder seien dabei, diese umzusetzen. Bei elf Prozent der Betriebe hätten Stromunterbrechungen bereits zu Produktionsausfällen geführt. Die Daten stammen aus der bayerischen Auswertung des bundesweiten Energiewende-Barometers der Industrie- und Handelskammern. „Bevor weitere bayerische Firmen abwandern, muss die Staatsregierung schleunigst ein belastbares Konzept für eine erfolgreiche Energiewende vorlegen“, forderte Driessen.

 

RG / dpa