BayernLB: Ehemaliger Chefkontroller als Zeuge vernommen

Im Prozess gegen ehemalige Vorstände der BayernLB wegen des Debakels mit der Hypo Alpe Adria soll am Montag der frühere Chefkontrolleur und bayerische Sparkassenpräsident Siegfried Naser als Zeuge vernommen werden. Der 63-Jährige stand jahrelang im Wechsel mit dem früheren CSU-Finanzminister Kurt Faltlhauser an der Spitze des Verwaltungsrats und trug den verheerenden Milliardenkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria im Jahr 2007 mit.

Als Zeuge vor dem Münchner Landgericht wird sich Naser dazu äußern können, auf welcher Informationsbasis der Verwaltungsrat damals das Geschäft genehmigte. Der Kauf hat die bayerischen Steuerzahler am Ende mehr als drei Milliarden Euro gekostet. Die BayernLB stand ein Jahr nach der Übernahme der HGAA kurz vor der Pleite und musste vom Freistaat Bayern gerettet werden.

Naser erklärte nach wachsendem Druck Ende Jahr 2009 seinen Rücktritt als Sparkassenpräsident. Im Untersuchungsausschuss des Landtags wies er 2010 aber jede Verantwortung für das Debakel mit der HGAA von sich. Von grober Fahrlässigkeit könne keine Rede sein, sagte er. Er habe alle Unterlagen über die HGAA, die ihm der damalige Bankchef Werner Schmidt vorlegte, sorgfältig geprüft.

Schmidt ist in dem Prozess zusammen mit fünf weiteren ehemaligen Vorständen wegen Untreue angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft den einstigen Top-Managern vor, Risiken missachtet und zu viel für die HGAA bezahlt zu haben.

dpa