Polizei will Taser im Streifendienst testen - Einsatzbeispiele

Bayerns Polizei bekommt mehr Taser

Seit rund 12 Jahren nutzen Spezialeinsatzkommandos in Bayern Elektroschockpistolen. Aus mehreren Metern Distanz können mit sogenannten Tasern Randalierer außer Gefecht gesetzt werden. Im Dezember sollen sie auch in anderen Einheiten getestet werden.

 

München – In Bayern sollen im Rahmen eines Pilotversuchs ab Dezember weitere Polizisten mit Elektroschockpistolen ausgestattet werden. Dafür seien seit Juli 37 neue sogenannte Taser angeschafft worden – zwölf davon für Schulungszwecke, erklärte das bayerische Innenministerium. 16 neue Elektroschocker gab es im Zuge der Anschaffung auch für die Spezialeinsatzkommandos (SEK).

 

Seit 2006 stehen diesen Spezialeinheiten Elektroschocker zur Verfügung. Mit dem im Sommer gestarteten Pilotversuch will Bayern den Taser-Einsatz auch auf die Unterstützungskommandos (USK) sowie den Einsatzzügen der Operativen Ergänzungsdienste (OED) in Aschaffenburg, Straubing, Regensburg und Kempten testweise ausweiten.

 

Insgesamt 500 Beamte sollen bis Juli 2019 im Umgang mit der Waffe geschult werden. Normale Wach- und Streifenbeamte sollen auch künftig nicht mit Tasern arbeiten. Der Pilotversuch sei wie geplant im Juli dieses Jahres mit Schulungen gestartet.

 

Bei einem Taser-Einsatz schießt der Polizist aus einer Distanz von drei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt etwa einen Zentimeter tief in die Haut der Zielperson ein. Über ihn wird ein Stromimpuls mit hoher Spannung abgegeben, der auf Nerven und Muskeln wirkt. Mit den schmerzhaften Elektroschocks kann ein Mensch handlungsunfähig gemacht werden. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, ihre Zielperson zu überwältigen.

 

Der Einsatz solcher «Distanz-Elektroimpulsgeräte» ist umstritten. Gefährlich kann die Waffe etwa für Herzkranke sein. In Bayern sei bisher kein Mensch durch einen Taser-Einsatz zu Tode gekommen, erklärte das Innenministerium.

 

Bei dem Pilotversuch wolle man Einsatzerfahrungen sammeln und wichtige Erkenntnisse für die weiteren Planungen gewinnen. Im Anschluss werde es eine Auswertung geben. Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte mit Kosten in Höhe von 100 000 Euro gerechnet – ein Taser kostet etwa 1400 Euro.

 

dpa