Hubschrauber der Bergrettung im Einsatz, © Symbolfoto

Bergunfallstatistik: Die meisten Unfälle sind vermeidbar

München: Ob Klettersteig oder Wandertour – Meist ist es Selbstüberschätzung, die in den Bergen immer wieder zu Notfällen führt und die Einsatzzahlen der Rettungskräfte ansteigen lässt. Tödliche Unfälle gab es weniger.

 

Viele Unfälle und Rettungseinsätze gehen auf die Überforderung der Bergsportler zurück und sind deshalb vermeidbar. Das belegt erneut die Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV), die heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Johanna Nagel war für Sie vor Ort:

2012 und 2013 (58)  sind zwar weniger Personen tödlich verunglückt als 2010 und 2011 (83), dennoch ist die Zahl der Einsätze insgesamt gestiegen. Erst vor kurzem war ein Lindenstraße-Schauspieler beim Bergsteigen ums Leben gekommen.

25 Prozent der Bergunfälle und Notfälle passieren beim Wandern – mehr als in allen anderen Bergsportdisziplinen. Bei etwa der Hälfte dieser Unfälle sind Stolpern, Umknicken oder Stürze die Ursache, heißt es in der Statistik des DAV. Der Großteil passiere davon beim Abstieg, wenn die Aufmerksamkeit sinke und die Übermüdung zunehme.

 

Entsprechende Vorbereitung könnte hier künftig für weniger Unfälle sorgen, das richtige Schuhwerk, genügend Brotzeit und Getränke im Gepäck, und ausreichend Zeit einzuplanen, sind nur einige der vielen Dinge, die auf dem Berg beachtet werden sollten.

 

Körperliche Fitness als wichtiger Faktor

18 Prozent aller Unfälle und 37 Prozent aller tödlichen Unfälle bei Wandern resultieren aus Krankheit, Überlastung und Kreislaufproblemen. Die richtige Selbsteinschätzung, angemessenes Training und Tourenauswahl sind daher essentielle Faktoren.

 

Trotzdem ist Wandern sehr sicher und gesund, denn keine andere Disziplin wird auch nur annähernd so häufig betrieben: 90 Prozent der DAV-Mitglieder sind aktive Wanderer.

 

Der DAV empfiehlt außerdem die Sportart klettern auch Indoor zu betreiben. Hierbei sei die Unfallquote am geringsten.