Symbolmülltonnen auf einem Tisch, © Foto: Fotolia, stokkete

Betrieblicher Umweltschutz – Ressourcen schützen und Kosten senken

Das Thema Umweltschutz wird für viele Firmen zu einem wichtigen Faktor im Betriebsmanagement. Durch verschiedene Maßnahmen kann einerseits etwas für die Erhaltung der Natur getan werden, auf der anderen Seite ergeben sich Möglichkeiten, die Ausgaben zu reduzieren. Auch in München als wirtschaftlichem Zentrum wird dieses Thema in vielen Unternehmen bereits aktiv umgesetzt und zeigt eine positive Entwicklung für die Zukunft.

 

Ein grünes Gewissen macht sich nicht nur gut, wenn es darum geht, ein positives Firmenimage nach außen zu tragen. Umweltschutz kann in den unterschiedlichsten Bereichen eines Unternehmens sprichwörtlich für ein besseres Betriebsklima sorgen. Einerseits können die Mitarbeiter von einem sauberen Arbeitsplatz mit einer geringen Belastung durch Schadstoffe profitieren. Aber auch finanziell macht sich ein nachhaltiges Betriebsmanagement positiv bemerkbar.

 

 

Betriebliches Umweltmanagementsystem

 

Unter dem Stichwort „betriebliches Umweltmanagement“ werden heutzutage alle Maßnahmen zusammengefasst, die dazu dienen, den Umweltschutz in einem Unternehmen zu fördern und aktiv umzusetzen. Neue Regelungen oder Verbesserungen werden in der Regel von der Betriebsleitung veranlasst.

 

Je nach Firmengröße kümmern sich einzelne Mitarbeiter nebenbei darum. In größeren Konzernen oder bei erhöhtem Bedarf gibt es hingegen oft eigene Abteilungen, die mit den einzelnen Bereichen des Umweltmanagements betraut sind. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt werden verschiedene Leitfäden und Publikationen bereitgestellt, die zur Information der Mitarbeiter verwendet werden können.

 

Umweltmanagement Systeme © Foto: Fotolia, stokkete

 

 

Notwendigkeit erkennen

 

Je komplexer sich die Stoffströme und Arbeitsabläufe in einer Firma gestalten, desto mehr sind die einzelnen Materialien miteinander verstrickt. Die Abfallentsorgung stellt dann oft ebenfalls große Herausforderungen. Vorallem im verarbeitenden Gewerbe treten unterschiedliche gesetzliche Regelungen bezüglich des Umweltschutzes in Kraft, die beachtet werden müssen.

 

Wo hohe Abfallmengen anfallen, sind diese meist mit hohen Kosten für Lagerung, Abtransport und Entsorgung verbunden. Hier stellt sich im Rahmen des Umweltmanagements die Frage, wie und in welchem Umfang die anfallenden Materialien reduziert oder beispielsweise auch anderweitig wiederverwendet und recycelt werden können.

 

Grundsätzlich ist es jedoch in jedem Unternehmen möglich, verschiedene Strukturen auf ihre Umweltfreundlichkeit und -verträglichkeit zu überprüfen. Zwei Ansätze werden unterschieden, die Ansatzpunkte für einen umweltfreundlicheren Ablauf und für Verbesserungen liefern:

 

· Nachsorgender Umweltschutz: Hierunter sind Maßnahmen zusammengefasst, die dazu führen, Abfälle umweltverträglicher zu entsorgen oder auch schädliche Emissionen durch Filter zu reduzieren.

 

· Vorsorgender Umweltschutz: Dabei wird bereits viel früher angesetzt: Betriebsabläufe können so optimiert werden, dass Abfälle und gefährliche Stoffe gar nicht erst entstehen oder etwa in geringerem Umfang. Auch das Wiederverwenden und Recycling von Stoffen im eigenen Betrieb kann zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.

 

In manchen Bereichen lassen sich verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung oft mit geringem Aufwand kurzfristig umsetzen. Andere Korrekturen hingegen müssen langfristiger geplant werden und sind möglicherweise zunächst mit gewissen Investitionskosten verbunden.

 

 

Umweltschutz in der Firmenethik verankern

 

Die größten Ersparnisse ergeben sich in der Regel, wenn möglichst früh in sämtlichen Bereichen auch der Umweltschutz berücksichtigt wird. Beim vorsorgenden oder produktionsintegrierten Umweltmanagement können kleinste Details von der Materialbeschaffung, den Produktionsabläufen oder auch der Abfallentsorgung betrachtet und untersucht werden. Meist steckt in vielen einzelnen Schritten ein gewisses Potential zur Verbesserung. In der Summe wird so ein enormer Fortschritt bei der umweltfreundlichen Ausrichtung des Unternehmens erzielt.

 

Dabei ist es wichtig, dass nicht nur einzelne Personen umweltbewusst handeln. Jeder einzelne Mitarbeiter kann seinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Produktion und umweltfreundlicheren Bedingungen am Arbeitsplatz leisten.

 

Menschen planen an einem Tisch etwas © Foto: Fotolia, Rawpixel.com

Umfangreiche und größere Maßmahmen zum betrieblichen Umweltschutz setzen eine intensive Planung voraus. Bild: Fotolia, © Rawpixel.com

 

Es ist sinnvoll, dieses Denken bereits in der Firmenethik zu verankern. So kann die Wichtigkeit des betrieblichen Umweltschutzes unterstrichen und als elementarer Leitgedanke für alle Handlungen gefestigt werden. So tritt jeder in die Verantwortung und wird aktiv beteiligt. Im Grunde kann jeder stets den aktuellen Stand seines Arbeitsplatzes auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen und diese als Vorschläge entsprechend weiterleiten.

 

Mögliche Handlungsfelder

 

Nicht nur im verarbeitenden und produzierenden Gewerbe, auch im Handel oder in Büros kann ein betriebliches Umweltmanagement für mehr Nachhaltigkeit und Kosteneinsparungen sorgen. In vielen Fällen gibt die Politik bereits bestimmte Regelungen oder Mindestanforderungen vor.

 

Energieversorgung und -verbrauch

Bei der Energieversorgung in einem Unternehmen bieten sich meist umfangreiche Einsparmöglichkeiten. Zunächst kann beispielsweise überlegt werden, ob der Umstieg auf Energie aus regenerativen Quellen sinnvoll ist. Dabei muss Ökostrom nicht unbedingt teurer als Strom aus herkömmlicher Produktion sein.

 

Auch für die Heizung der Räumlichkeiten kann auf umweltverträgliche Energiequellen zurückgegriffen werden. Zudem spielt es eine Rolle, wie geheizt oder auch gelüftet wird. Heizkörper sollten beispielweise frei bleiben um effektiv Wärme abgeben zu können. In manchen Fällen macht es Sinn, über Nacht die Temperatur etwas abzusenken. Dadurch kann viel Energie gespart werden.

 

Jeder Mitarbeiter kann dazu beitragen Strom zu sparen. Statt eines Bildschirmschoners kann das Gerät auch im Energiesparmodus abgeschaltet werden. Daneben zählt auch der Desktop PC mit zu den größten Stromfressern im Büro. Ein Netzwerkdrucker, der von mehreren Personen gemeinschaftlich genutzt werden kann, ist oft ebenfalls sinnvoll. Bei einer Neuanschaffung sollte auf ein energieeffizientes Gerät Wert gelegt werden.

 

Fabrik mit Dämpfen © Foto: Fotolia, industrieblick

Bei vielen verarbeitenden Unternehmen spielt die Reduktion des Schadstoffausstoßes eine wichtige Rolle im Rahmen des Umweltmanagements. Bild: Fotolia, © industrieblick

 

Papierbedarf

 

Der Papierverbrauch ist in vielen Büros oftmals eine umfangreiche Position. Die Kommunikation in schriftlicher Form spielt heute immer noch eine zentrale Rolle in vielen Unternehmen. Meist müssen zur Archivierung Unterlagen oder geschäftliche Korrespondenz ausgedruckt werden oder Drucksachen dienen verschiedenen repräsentativen Zwecken. Briefe oder Faxe zählen als wichtige Dokumente und bieten bei Unstimmigkeiten zudem Rechtssicherheit. Dabei fällt oft eine Unmenge an Papier an.

 

Als Alternative hat sich inzwischen auch der Mailverkehr zur Kommunikation etabliert. Durch bestimmte Verschlüsselungsverfahren und digitale Signaturen können die Nachrichten sicher versendet werden und gelten inzwischen als rechtsgültige Dokumente. Dabei kann sich jeder selbst fragen, ob etwas notwendig ausgedruckt werden muss oder nicht. Zur Archivierung stehen ebenfalls verschiedene digitale Verfahren zur Verfügung, die dann nicht nur Papier, sondern auch viel Platzsparen. Viele Unternehmen sind außerdem dazu übergegangen, ihr bereits vorhandenes Archiv zu digitalisieren.

 

Eine weitere Maßnahme in diesem Zusammenhang ist der Umstieg auf Recyclingpapier. Die Stadt München hat dies beispielsweise im Jahr 2011 in die Wege geleitet. An sämtlichen Dienststellen und öffentlichen Schulen wird seitdem umweltfreundliches Papier eingesetzt, das mit dem Blauen Engel gekennzeichnet ist und der EU-Norm EN 12281 entspricht.

 

Beleuchtung

 

Bei der Beleuchtung kann als nachsorgende Maßnahme durch die Wahl der Leuchtmittel Energie eingespart werden. Sie macht rund 30 Prozent des Energieverbrauchs in einem Büro aus. Beim Umstieg von Leuchtstoffröhren auf energiesparende LED-Technik rechnen sich die höheren Anschaffungskosten bereits oft nach kurzer Zeit. Unter bestimmten Umständen ist auch eine staatliche Förderung als finanzielle Unterstützung möglich.

 

Oftmals sorgt auch die angenehmere Farbtemperatur der LED-Beleuchtung für ein besseres Raumgefühl, was sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität auswirken kann. Testweise können zunächst einzelne Leuchten oder kleinere Räume umgerüstet werden. Die Reduktion der Wattzahlen macht sich dann bei niedrigeren Verbrauchskosten bemerkbar:

 

· Leuchtstoffröhre, 18 Watt ’ LED-Leuchtmittel, 10 Watt

· Leuchtstoffröhre, 36 Watt ’ LED-Leuchtmittel, 20 Watt

· Leuchtstoffröhre, 58 Watt ’ LED-Leuchtmittel, 23 Watt

 

Die Energieeffizienz der LED-Lampen ist abhängig von der Lumenzahl, also der Helligkeit pro Watt. Hierauf sollte bei der Umrüstung geachtet werden. Positiv ist außerdem, dass die alternativen Leuchtmittel eine wesentlich längere Lebensdauer besitzen als herkömmliche Leuchtstoffröhren oder auch Glühfadenbirnen.

 

Als vorsorgende Maßnahmen sind beispielweise Überlegungen zur effektiven Nutzung von Tageslicht möglich, um den Bedarf an künstlicher Beleuchtung grundsätzlich zu reduzieren. Durch eine geschickte Platzierung der Arbeitsplätze kann hier oftmals eine Verbesserung erzielt werden. Ansonsten ist dies bei der Planung von Gebäuden bereits zu berücksichtigen.

 

Modernes Büro © Foto: Fotolia, virtua73

Die Beleuchtung hat in einem Bürogebäude einen Anteil von rund 30 Prozent am gesamten Energieverbrauch. Durch einen Umstieg auf effiziente Leuchtmittel können Kosten gespart und die Umwelt geschont werden. Bild: Fotolia, © virtua73

 

Abfallvermeidung und -entsorgung

 

Bei diesem Punkt können ebenfalls die verschiedensten Bereiche in Betrachtung gezogen werden. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz hat dazu fünf Kriterien zusammengestellt:

 

· Vermeidung von Abfall

· Vorbereitung der Materialien zur Wiederverwendung

· Maßnahmen zum Recycling

· Sonstige Verwertung, beispielsweise als Energiequelle

· Beseitigung und Entsorgung

 

Der Flughafen in München etwa führt rund zehn Prozent seiner Abfälle an das Heizkraftwerk München Nord ab. Elf Prozent der Speiseabfälle, die in Gastronomie- und Hotelbetrieben des Flughafens anfallen, wandern in eine Biogasanlage. Neben den Privathaushalten haben die zahlreichen Unternehmen einen enormen Anteil am Müll, der täglich in München anfällt.

 

Eine wichtige Maßnahme sowohl in Büros als auch in verarbeitenden und produzierenden Betrieben ist die stetige Trennung der verschiedenen Materialien. Das Recycling und die Entsorgung von gemischten Stoffen und Verbundmaterialien ist viel aufwändiger und teurer als die fachgerechte Beseitigung einzelner Grundstoffe wie Papier, Plastik, Metalle oder Glas.

 

Stehen bestimmte Sammelbehälter zur Verfügung, fällt es leichter, die Materialien zu trennen und den Sortieraufwand vor der Entsorgung zu vermeiden. In einem Produktionsablauf können dabei sämtliche Einzelschritte auf ihr Potential zur Abfallvermeidung überprüft werden.

 

Fabrik bei Tag © Foto: Fotolia, Andy Ilmberger

Verschiedene Abfälle können an ein Heizkraftwerk wie hier in München Nord weitergeleitet werden. Schreinereien nutzen Holzabfälle oft auch direkt als Brennstoff für die eigene Heizanlage. Bild: Fotolia, © Andy Ilmberger

 

Flächenverbrauch

 

Die Fläche, welche durch Produktion oder auch die entsprechende Betriebsfläche in Anspruch genommen wird, kann ebenfalls als Ressource gesehen werden. Auch hier trägt ein verantwortungsvoller und sinnvoller Umgang zu einem nachhaltigen und umweltbewussten Unternehmen bei. Maßnahmen hierzu sind überwiegend im Bereich des vorsorgenden Umweltmanagements anzusiedeln.

 

Bei der Planung von Betriebsflächen ist es wichtig einen guten Mittelweg zwischen effektiver Raumnutzung und angenehmen Arbeitsumfeld zu finden. Durch geschickte Anordnung könnenbeispielsweise Wege so gestaltet und platziert werden, dass sie in vielfältiger Weise zu gemeinschaftlich genutzten Arealen werden.

 

Die individuelle Ausgestaltung der Architektur und vor allem der Außenbereiche ist dabei auch baurechtlichen Vorschriften unterworfen. Nicht immer kann beispielsweise unbegrenzt in die Höhe gebaut werden.

 

Transport und Logistik

 

Die Warenströme auf den verschiedenen Vertriebswegen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Durch die Globalisierung werden die Märkte auf internationaler Ebene immer mehr vernetzt. Der gestiegene Transport- und Lieferverkehr ist dabei mit höheren Abgasausstößen und anderen Umweltbelastungen verbunden.

 

Einsparungen sind hier etwa durch eine effiziente Nutzung des Frachtvolumens möglich. Was IKEA mit seinen perfekt durchdachten, flachen Produktpaketen vormacht, kann als Vorbild gesehen werden. LKWs oder andere Transportfahrzeuge können so bestens ausgelastet werden. Auch die grundlegende Standortwahl hat oftmals einen Einfluss auf die Schnelligkeit und Effizienz der Logistik. Dies wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Kosten aus.

 

Auch die innerbetrieblichen Transportwege können dabei verbessert werden. Moderne Warenwirtschaftssysteme helfen dabei, Lagerflächen optimal auszunutzen und so Platz und auch Zeit zu sparen.

 

Baustelle mit Baufahrzeugen © Foto: Fotolia, industrieblick

Bei einer genauen Planung der Produktionsflächen und Verbindungswege können die Flächen optimal genutzt werden. Bild: Fotolia, © industrieblick

 

Systematische Umsetzung

 

Um den Umweltschutz nachhaltig und langfristig in einem Unternehmen zu etablieren, ist ein systematisches Vorgehen bei Planung und Durchführung der einzelnen Maßnahmen notwendig. Ein Zyklus aus vier wiederkehrenden Schritten hat sich dabei bewährt. Diese einzelnen Punkte werden bei Bedarf wiederholt, um eine stetige Verbesserung zu erzielen:

 

· Planen: In diesem Schritt wird der Bedarf ermittelt und Verbesserungsmöglichkeiten zusammengetragen. Daraus werden Ziele erarbeitet, welche durch die Maßnahmen erreicht werden sollen.

· Handeln: Nachdem die Verantwortlichen benannt wurden, können die geplanten Eingriffe und Änderungen in die Wege geleitet und umgesetzt werden.

· Überprüfen: Ein wichtiger Schritt ist die Überprüfung der Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen. Die vorher definierten Ziele helfen dabei, den Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand zu vergleichen.

· Eingreifen: Konnten die gewünschten Ergebnisse nicht erreicht werden, ist es notwendig, weitere Änderungen zu planen oder bestimmte Rahmenbedingungen zu ändern. Hier beginnt der Ablaufzyklus wieder von vorne.

 

 

Zertifizierte Systeme

 

Im Laufe der Zeit wurden dazu verschiedene Systeme entwickelt und heute stehen verschiedene Umweltmanagementsysteme zur Verfügung. Sie unterstützen die einzelnen Schritte mit Leitfäden oder auch EDV-Programmen und unterscheiden sich vor allem in ihrem Umfang, unterschiedlich hohen Anforderungen oder den zugrundeliegenden Ansätzen. Welches System individuell sinnvoll ist, richtet sich unter anderem nach Art und Größe des Betriebs.

 

Zu den zwei bekanntesten zählen das Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 und das EMAS-System (Eco-Management and Audit Scheme). Sie gehen in vielen Bereichen über die regulären Gesetzesvorgaben hinaus und stellen höhere Anforderungen bezüglich des Umweltschutzes. Dafür kann im Gegenzug beispielsweise von Begünstigungen bei staatlichen Kontrollen oder bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen profitiert werden. Hier wird ein zertifiziertes Umweltmanagement oftmals vorausgesetzt.

 

Rechtsverordnungen zum Umweltmanagement © Foto: Fotolia, stokkete

 

Damit verbunden ist außerdem, dass die einzelnen Maßnahmen in der Öffentlichkeit kommuniziert werden müssen. Handelt ein Betrieb nach einem zertifizierten System, ist es Pflicht, regelmäßig Rechenschaft über verschiedene Daten im Zusammenhang mit dem Umweltschutz des Unternehmens zu veröffentlichen.

 

Zudem werden die Eingriffe und Änderungen im Rahmen des Umweltmanagements von externen Gutachtern auf die Einhaltung der geforderten Kriterien geprüft. Erst bei positiver Rückmeldung wird die Zertifizierung gültig. Je nach Betriebsgröße wird diese Prüfung alle ein bis zwei Jahre erneut fällig.

 

Maßnahmen planen

 

Die einzelnen Systeme dienen mit ihren Vorgaben bereits als Leitlinien bei der Planung und Vorbereitung verschiedener Maßnahmen. Je nach Art des Betriebes können die individuellen Bereiche im Unternehmen auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht werden.

 

Als übergreifende Prinzipien sind meist verschiedene Gesamtziele und Handlungsgrundsätze definiert. Daran orientieren sich die untergeordneten Vorhaben für die verschiedenen Bereiche des Betriebs und die Formulierung der individuellen Ziele und Maßnahmen. Kurzfristige und kleinere Einzelmaßnahmen ebnen dann den Weg für eine nachhaltige Verbesserung und die Verankerung aktiven Umweltschutzes im Unternehmen.

 

Oftmals ist Kreativität oder Querdenken gefragt, um Alternativen für bestehende Abläufe oder Lösungen für einzelne Verbesserungen zu finden. In manchen Fällen können sich Unternehmen auch auf ganz überraschende Weise für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Bei dem Projekt „Coffee to go again“ sind Gastronomiebetriebe dazu aufgefordert, Kaffee auch in mitgebrachte Becher der Kunden auszuschenken. So kann jeder dazu beitragen, die große Zahl an Wegwerfbechern zu minimieren.

 

Vorkehrungen treffen

 

Wichtig für das Gelingen beim Durchführen und Umsetzen der Maßnahmen ist, dass die Aufgaben ganz klar verteilt werden und Verantwortliche benannt werden. Vor allem, wenn eine Zertifizierung angestrebt wird, ist es gefordert, die einzelnen Maßnahmen zu dokumentieren und regelmäßig zu überprüfen.

 

Kleinere Vorhaben können oft mit wenig Aufwand in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden. Für größere Eingriffe wird dagegen oftmals umfangreich in Arbeitsabläufe eingegriffen. Umstellungen oder Neuanschaffungen von Produktionsanlagen müssen dann in die übrigen Prozesse wieder eingegliedert werden. Dabei ist es notwendig, dass alle damit verbundenen Mitarbeiter ausreichend informiert und gegebenenfalls geschult werden.

 

Bauarbeiter planen © Foto: Fotolia, biker3

Die Verantwortlichen für das betriebliche Umweltmanagement informieren Mitarbeiter über geplante Maßnahmen und sorgen für die Einhaltung neuer Richtlinien.                                 Bild: Fotolia, © biker3

 

 

Aufgaben verteilen

 

Je nach Umfang können diese Aufgaben auch auf mehrere Personen verteilt werden. In größeren Unternehmen bietet es sich beispielsweise an die Zuständigkeiten nach Gebieten wie dem Strahlen- oder Gewässerschutz oder auch für das Abfallmanagement zu untergliedern.

 

Meist ist es notwendig, dass die Berichte bestimmte Vorgaben erfüllen. Spezielle Software liefert dafür bereits entsprechende Vorlagen. Die entsprechenden Mitarbeiter können dazu durchindividuelle Schulungen ihr Wissen erweitern. Sie sind dann oftmals auch damit beauftragt, die geplanten Maßnahmen mit den anderen Mitarbeitern abzusprechen und das Personal zu informieren oder ebenfalls zu schulen. Ansprechpartner ist auch hier das Bayerischen Landesamt für Umwelt.

 

 

Personal informieren

 

Die einzelnen Maßnahmen können nur dann umfassend greifen, wenn sich auch alle Mitarbeiter an der Umsetzung beteiligen beziehungsweise sich an verschiedene Neuregelungen und Änderungen halten.

 

Dazu müssen Handlungsanweisungen formuliert und neugestaltete Prozesse beschrieben werden. Je nach Umfang der Eingriffe sind Auswirkungen auf verschiedene weitere Bereiche des Unternehmens zu berücksichtigen.

 

Das größtmögliche Verständnis kann meist durch ausführliche Information und Schulung erzielt werden. Je intensiver das Personal in den gesamten Prozess einbezogen wird, umso eher wird meist für das umweltbewusste Handeln Verantwortung übernommen. Oftmals werden Vorschläge von den Mitarbeitern selbst, die etwa im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens gemacht werden, am ehesten berücksichtigt. Hier sind auch Anregungen zur Verbesserung des Umweltschutzes möglich.

 

Mann hält vor Zuhörern einen Vortrag © Foto: Fotolia, Kneschke

Bei einigen Maßnahmen ist es notwendig die Mitarbeiter zu Schulen und die Kompetenzen im Bereich Umweltmanagement auf den neuesten Stand zu bringen.                                      Bild: Fotolia, © Robert Kneschke

 

 

Schritte überprüfen

 

Um einen nachhaltigen Erfolg erzielen zu können, ist es wichtig, die Änderungen und Neuerungen fest bei den Mitarbeitern und den täglichen Arbeitsabläufen zu verankern. Gute Vorsätze, nach Feierabend die Heizung herunter zu drehen oder den Müll sauber zu trennen sind auch schnell wieder vergessen.

 

Eine regelmäßige Überprüfung der Maßnahmen hilft dabei, den Umweltschutz auf Dauer zu einem festen Bestandteil zu machen. Die beauftragten Auditoren halten die Ergebnisse entsprechend fest. Der Vergleich des Soll- und Ist-Zustandes zeigt dann den Fortschritt an und macht gegebenenfalls weitere Eingriffe oder Korrekturen notwendig. Je früher dabei mögliche Fehlerquellen erkannt werden, umso schneller kann nachgebessert und gegengesteuert werden.

 

Mit einem gut funktionierenden Umweltmanagement und stetiger Weiterentwicklung der Maßnahmen kann der Betrieb nachhaltig für die Zukunft gerüstet werden. Neben der Einhaltung ständig strenger werdender gesetzlicher Vorgaben kann ein entsprechendes Zertifikat auch zur positiven Reputation des Unternehmens beitragen oder gewisse Wettbewerbsvorteile verschaffen.