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Bier, Brauchtum, Promis – Oktoberfest hat begonnen

Oans, zwoa, gsuffa – die erste Bierleiche gab es schon 80 Minuten nach der Eröffnung. In München hat das Oktoberfest begonnen. Das Wetter war nicht ganz optimal – aber Wiesnbesucher lassen sich von ein paar Wolken nicht abschrecken.

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Mit viel Bier, reichlich Promis und ohne dramatische Zwischenfälle hat in München das Oktoberfest begonnen. Eine Million Besucher feierten weitestgehend friedlich. Sie tranken nach ersten Schätzungen der Wirte etwa eine Million Maß Bier und verspeisten zehn Ochsen. Auch ein kräftiger Regenguss am Eröffnungsabend am Samstag minderte die gute Stimmung nicht. An den Eingängen der Bierzelte bildeten sich immer wieder Schlangen. Zeitweise mussten sie wegen Überfüllung geschlossen werden. Bis zum 4. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher erwartet. Sie müssen für die Maß Bier mehr als zehn Euro zahlen.

 

Farbenfroh, festlich und sehr traditionell präsentierten sich die Trachtler bei ihrem Umzug zur Wiesn. In historischen Gewändern zogen etwa 9000 Trachtler und Schützen aus mehreren europäischen Ländern am Sonntag quer durch München zur Festwiese. Schaulustige säumten die Straßen – es ist einer der größten und schönsten Trachtenumzüge der Welt. Gruppen aus ganz Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Serbien und Polen reihten sich in den sieben Kilometer langen Festzug ein.

 

Rekord? 80 Minuten bis zum Vollrausch

 

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) fuhren in blumengeschmückten Kutschen mit. Reiter hatte am Samstag um Punkt 12.00 Uhr das erste Fass Bier mit nur zwei Schlägen angezapft und das größte Volksfest der Welt mit den Worten eröffnet: «O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn.» Die erste Maß reichte er Seehofer.

 

Keine anderthalb Stunden später mussten Sanitäter den ersten Volltrunkenen versorgen. Ein etwa 50-Jähriger wurde am Samstag um 13.20 Uhr mit einer Alkoholvergiftung zu den Helfern gebracht. Im vergangenen Jahr war das erste Alkoholopfer erst um 14.05 Uhr registriert worden.

Zahlreiche Promis

 

Die Helfer des Roten Kreuzes hatten gut zu tun, sie versorgten am ersten Tag mehr als 500 Patienten, mehrere Menschen kamen ins Krankenhaus: Ein 22-Jähriger stürzte von der Empore eines Festzeltes fünf Meter in die Tiefe, eine junge Frau kippte aus dem Fenster – und bei einer Messerstecherei wurde ein 33-Jähriger schwer verletzt. Taschendiebe versuchten im Gedränge ihr Glück – die Polizei nahm mehrere fest.

 

Unter den Gästen waren viele Prominente: Gleich am ersten Tag dabei waren die französische Sängerin Mireille Mathieu und der Sänger Florian Silbereisen, die Schauspielerinnen Christine Neubauer, Lisa Martinek und Simone Thomalla, der Schauspieler Hardy Krüger jr., die Unternehmerin Dana Schweiger und ihre Tochter Emma Schweiger («Honig im Kopf»), Birgitt Wolff als Gastgeberin ihres Promi-Stammtischs im Hofbräu Festzelt, DJ Ötzi, der Schlagerkomponist Ralph Siegel oder auch die Politiker Markus Söder (CSU) und Claudia Roth (Grüne).

 

Kleines Bier für Pep

 

FC-Bayern-Fußballtrainer Pep Guardiola war am Freitag auf Distanz zu den Ein-Liter-Maßkrügen auf dem Oktoberfest gegangen: «Ich mag kleine, kalte Biere. Ein großes ist nach drei Minuten nicht mehr kalt. Und wenn das Bier nicht kalt ist, ist es nicht gut.»

 

Am Münchner Hauptbahnhof blieben laut Bundespolizei Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Flüchtlingsankünften aus. Es kamen nur wenige Asylsuchende an. Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich die Lage dort entspannt.

 

dpa/mk