Obdachlosigkeit

Bittere Frostnächte machen Obdachlosen zu schaffen: «Dass keiner erfriert»

München: Der strenge Frost macht den Obdachlosen in München zu schaffen. Viele von ihnen suchen tagsüber Schutz vor dem eisigen Wind in einer Tee- oder Wärmestube.

 

«Da ist es proppenvoll», sagte Franz Herzog, der die Teestube «komm» der Inneren Mission in München leitet. Auch auf der Straße sind Herzog und sein Team unterwegs, um unterkühlten Obdachlosen zu helfen. «Wir sind so häufig draußen, wie es nur irgendwo geht, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen» – personell.

 

Genug Platz gibt es in den Nachtunterkünften. In der Landeshauptstadt warten Mehrbettzimmer in der früheren Bayernkaserne auf Schutzsuchende. «Das Angebot würde ausreichen, da sind nach wie vor Betten frei», erklärte Herzog. Bedauerlich sei, dass man viele Menschen nicht motivieren könne, dieses Angebot wenigstens an den ganz kalten Tagen in Anspruch zu nehmen. Das sei auch oft ein Sprachproblem, wenn es sich bei den Obdachlosen um Migranten handele.

 

Auch die Polizei wirft ein zusätzliches Auge auf die Menschen, die in der Münchner Innenstadt auch tagsüber in vielen Hauseingängen liegen, eingehüllt in Schlafsäcke. «Wenn wir jetzt bei den Temperaturen jemanden sehen, wird der natürlich angesprochen», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Das wünscht sich Herzog auch von Passanten. Die Bürger sollten den Mut finden, genauer hinzuschauen, wenn sie jemanden liegen sehen. Man könne versuchen, die Person anzusprechen und im Zweifel die Polizei oder den Notarzt rufen. Seine Hoffnung für die kommenden Nächte: «Dass keiner erfriert».

 

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dpa