GDL: Der Bahnstreik der GDL geht weiter.

BOB streikt überraschend – harsche Kritik vom Fahrgastverband

Ein Warnstreik der Bayerischen Oberlandbahn hat am Dienstagmorgen in weiten Teilen Oberbayerns zu erheblichen Behinderungen im Pendlerverkehr gesorgt. Bis zum Abend sollte es noch zu Verzögerungen im Fahrplan kommen. Der Fahrgastverband hat kein Verständnis.

Mitarbeiter der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und des Meridian haben am frühen Dienstagmorgen (2.00 Uhr) einen siebenstündigen Warnstreik begonnen. Betroffen ist das gesamte Streckennetz des Unternehmens, wie der Verhandlungsführer der Gewerkschaften, Isidoro Peronace, sagte. Es komme gerade im Pendlerverkehr zu erheblichen Behinderungen. Auf einigen Strecken können Reisende auf Züge der Deutschen Bahn oder die S-Bahn ausweichen.

 

«Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass die EVG trotz unseres umfangreichen Tarifangebotes unsere Fahrgäste in der Kälte stehen lässt. Wir hoffen, dass die EVG wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt, damit wir uns einigen können», sagte Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn laut Mitteilung. Die Aktion Münchner Fahrgäste zeigte sich «bestürzt». Angesichts frostiger Temperaturen sei der kurzfristig angekündigte Streik «frech und unverschämt», sagte Sprecher Andreas Nagel laut Mitteilung.

 

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert für ihre Mitglieder eine gleiche Bezahlung. «Leider verweigert die Geschäftsleitung unseren Mitgliedern nach wie vor Leistungen, die in anderen Unternehmensbereichen wie selbstverständlich gezahlt werden», sagte Peronace.

 

Für Schüler Ersatzbusse bereitgestellt

 

Bis 6.00 Uhr sei lediglich ein Zug von Rosenheim nach München gefahren. Alle anderen Verbindungen, etwa zwischen München und Freilassing, Salzburg, Tegernsee, Schliersee und Holzkirchen, entfielen. Drei Züge speziell für Schüler sollten allerdings fahren, wie Peronace sagte. Zudem seien für Schüler Ersatzbusse bereitgestellt worden. Auch nach dem Streikende um 9.00 Uhr rechnet die Gewerkschaft mit Verzögerungen im Fahrplan.

 

 

Die EVG fordert, dass interne Dienstfahrten – etwa von einem Einsatzort zum nächsten – zu 100 Prozent als Arbeitszeit angerechnet werden. «Wenn ein Kollege aus der Dienststelle Freilassing nach München fahren muss, um dort einen Zug zu übernehmen, bekommt er für die eineinhalbstündige Fahrgastfahrt nur 50 Prozent seines Gehalts. Das ist nicht akzeptabel», sagte Peronace.

 

 

Zumal bei der Nordwestbahn, einem Unternehmen, das wie die BOB ebenfalls eine Tochtergesellschaft der Transdev ist, bereits eine entsprechende Regelung getroffen werden konnte. «Was in Norddeutschland geht, muss auch in Südbayern möglich sein, zumal bei uns die Lebenshaltungskosten deutlich höher sind.>

 

 

dpa