Bundespolizei besorgt: Ansteigende Tendenz bei Promillewerten

Immer höhere Promillenwerte. Die Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof spricht von einer alarmierenden Entwicklung. Innerhalb weniger Stunden gab es vier Einsätze. Grund dafür: Starker Alkoholkonsum.

Zum ersten Mal waren die Beamten am Dienstag bereits um die Mittagszeit im Einsatz. Gegen 13:25 lag ein 45-jähriger wohnsitzloser Pole volltrunken am Eingang Friedenstraße des Münchner Ostbahnhofes. Der Mann war nicht mehr in der Lage sich aus eigener Kraft auf den Beinen zu halten. Zu seinem eigenen Schutz haben die Beamten der Bundespolizei den 45-Jährigen in Gewahrsam genommen. Ein freiwilliger Atemalkoholtest des Wohnsitzlosen ergab einen Wert von 4,66 Promille. Nach 15 Stunden Ausnüchterung wurde er mit immer noch 1,04 Promille in die Freiheit entlassen.

Gegen 19:10 Uhr dann der nächste Einsatz. Ein 37-jähriger Mann aus Markt Schwaben war in der S-Bahn eingeschlafen und konnte seinen Weg nicht mehr alleine fortsetzen. Bahnsicherheitsmitarbeiter brachten ihn dann zur Bundespolizei. Auch er hatte einen Atemalkoholwert von über 4 Promille. Er wurde zunächst in Schutzgewahrsam genommen, musste aber nach ärztlicher Kontrolle um 21:20 Uhr in ein Krankenhaus transportiert werden.

 

Der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Die Beamten griffen gegen 22:00 Uhr einen betrunkenen Mazedonier am Haupteingang des Münchner Hauptbahnhofes auf. Der 60-Jährige war nicht mehr in der Lage, zu gehen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3.1 Promille. Er war kurz nach 2 Uhr am Mittwoch wieder in der Lage seinen Weg selbständig fortzusetzen und wurde wieder entlassen.

 

Und am Mittwoch ging es dann auch schon weiter. Gegen 7:00 Uhr warf ein 38-jähriger Ungar in einem Lebensmittelgeschäft am Münchner Hauptbahnhof eine geringfügig gefüllte 0,5 Liter-Hartplastikflasche nach einem Mitarbeiter und traf den 31-Jährigen damit am Kopf. Der Mann hatte keine sichtbaren Verletzungen, klagte lediglich über geringfügige Kopfschmerzen und setzte seine Arbeit fort. Eine freiwillige Atemalkoholkontrolle beim in Milbertshofen wohnhaften Ungarn ergab 4,10 Promille. Trotz dieses hohen Wertes hatte der Ungar, zum Erstaunen der Beamten, keinerlei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen. Gegen ihn wird nun wegen Gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Was den Mann so in Rage gebracht hatte ist nicht bekannt.

Die Bundespolizei ist besorgt über diese hohen Alkoholwerte. Einerseits gilt es diese Personen vor sich selbst und – wie das letzte Beispiel zeigt – auch andere vor ihnen zu schützen. Aber andererseits stellt dies auch einen Kostenfaktor dar. Zum einen muss eine ärztliche Kontrolle durchgeführt werden. Weiterhin muss die Gewahrsamszelle nach jeder Unterbringun gereinigt werden.

rr/dpa