Kontrolle am Münchner Flughafen, © Am Flughafen sollen mehrere Mitarbeiter wegen Gasen aus Sprengstoff - Kontrollgeräten erkrankt sein

Bundespolizei nimmt Iraker mit gefälschten Papieren fest

Bundespolizisten am Münchner Airport haben am Sonntagmittag einen irakischen Staatsangehörigen bei dem Versuch festgenommen, mit gefälschten Dokumenten nach Großbritannien auszureisen. Die Beamten stellten mit geschultem Auge fest, dass bei der vorgelegten italienischen Identitätskarte das Lichtbild ausgetauscht worden war.

Der Mann war Ende Januar ganz legal mit einem Schengenvisum in Italien eingereist und jetzt in Begleitung seiner italienischen Ehefrau auf dem Weg nach Manchester. Als der Bundesbeamte an der Ausreisekontrolle die ihm vorgelegte „Carta d’Identità“ in Augenschein nahm, suchte der Iraker erst mal das Weite. Der Beamte holte ihn aber schnell ein und nahm den 39-Jährigen vorläufig fest. Zudem beobachtete er den angeblichen Italiener auch noch dabei, wie dieser versuchte, seiner Begleiterin seine Geldbörse zuzustecken. Auch die Dame musste deshalb die Bundespolizisten auf die Wache begleiten.

In der Geldbörse fanden die Beamten einen britischen Führerschein, der auf die echten Personalien des Mannes ausgestellt war.

Bei der Vernehmung erklärte der 39-Jährige den Beamten, er habe 2007 in Großbritannien gelebt und gearbeitet. Dort habe er auch seine heutige Ehefrau geheiratet und sei mit ihr später in den Irak gegangen, wo er mit ihr zusammen lebe. Er und seine Frau haben Ende 2013 in Erbil im Nordirak bei der italienischen Botschaft ein Visum für ihn beantragt. Dabei sei ihnen eine andere Italienerin behilflich gewesen, von der er später auch die italienische Identitätskarte bekommen habe. Dafür habe die italienische Unbekannte 5.000 US-Dollar von ihm bekommen. Der 39-Jährige unterstrich immer wieder, der Meinung zu sein, dass die Carta d’Identità echt sei. Er brauche diese schließlich, um nach Großbritannien zu reisen, da sein Schengenvisum dort nicht gilt. In England habe er einen Lastwagen für den Irak kaufen wollen. Warum das Dokument auf einen anderen Namen lautet, könne er sich auch nicht erklären.

Die Begleiterin des Mannes erzählte den Beamten eine andere Geschichte über das gefälschte Dokument. Sie habe dieses im Jahr 2010 von ihrem Neffen erhalten. Dieser habe auch das Lichtbild ihres Mannes darin angebracht. Dafür habe er 5.000 US-Dollar verlangt. Das Geld habe sie ihm aber nie gegeben. Sie sei dann mit der Identitätskarte im Gepäck nach Erbil geflogen, habe dort mit Hilfe der von ihrem Mann erwähnten Italienerin das Visum für ihren Mann beantragt. Nach Erhalt des Visums sei sie mit ihrem Ehemann Ende Januar nach Europa geflogen. Jetzt habe sie ihn nach Großbritannien begleiten wollen. Dafür muss sich die 49-Jährige nun wegen Beihilfe zur Urkundenfälschung und Verbringens von falschen amtlichen Ausweisen verantworten.

Auch nachdem die Bundesbeamten den Iraker mit der Aussage seiner Ehefrau konfrontierten, beharrte er weiterhin darauf, dass die italienische Identitätskarte echt sei. Trotzdem muss sich der 39-Jährige wegen Urkundenfälschung sowie unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts verantworten. Dafür musste er eine Sicherheitsleistung von 350 Euro bei der Bundespolizei hinterlegen.

Eigentlich hätte sich das Ehepaar den Aufwand und die Unannehmlichkeiten ersparen können. Der Iraker genießt als Ehepartner einer EU-Staatsangehörigen in allen Ländern der Europäischen Union Freizügigkeit und kann somit innerhalb der EU mit seinem gültigen irakischen Reisepass in Begleitung seiner italienischen Ehefrau problemlos reisen.

rr/Bundespolizei