Christine Haderthauer: Beantragt Staatsanwaltschaft Aufhebung der Immunität?

Der bayerischen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) drohen Ermittlungen wegen Betrugs- und Steuerhinterziehungsvorwürfen. Das meldete die „Augsburger Allgemeine“ am Dienstag. Von der Staatsanwaltschaft München II gab es dazu weder ein Dementi noch eine Bestätigung.

 

Haderthauer steht wegen ihrer Beteiligung an der Modellbau-Firma Sapor Modelltechnik in der Kritik. Ein früherer Mitgesellschafter hatte Anzeige gegen das Ehepaar Haderthauer erstattet, weil er sich beim Verkauf seiner Anteile übervorteilt fühlte. Nun habe die Münchner Staatsanwaltschaft II die Aufhebung von Hadertauers Immunität beantragt. Gegen Sie und ihren Ehemann wird wegen steuervergehen und Betrugs ermittelt.

 

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

 

Christine Haderthauer war bis Anfang 2004 Miteigentümerin der Sapor Modelltechnik, anschließend war ihr Mann Hubert bis 2008 Miteigentümer. Das Kleinunternehmen verkaufte Modellautos, die psychisch kranke Straftäter im Rahmen ihrer Arbeitstherapie in den Bezirkskrankenhäusern Ansbach und Straubing hergestellt hatten.

 

Als Haderthauer bayerische Sozialministerin wurde, hatte ihr Mann die Firma verkauft, ohne den Miteigentümer Roger Ponton darüber zu informieren. 2011 kam es deshalb zu einem Vergleich, den auch Sie unterschrieb. Pontons Anwälte sind nun der Meinung, dass er bei dem Vergleich betrogen worden sei. Laut deren Angaben lagen die Einnahmen der Firma deutlich über denen, die als Grundlage für den vergleich vorgelegt worden seien.

 

pm/dpa