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Das Bad und das Spiel, zwei Musen der Entspannung!

Die Badekultur, welche im deutschen Sprachraum erst im 17. Jahrhundert mit den sogenannten Kneippbädern wahre Blüten trug, war zuvor nahezu ausschließlich auf Kurbäder konzentriert, die sich ganz speziell um sogenannte Mineralquellen oder Heilquellen konzentrierten. In diesem Zusammenhang waren es, zumindest was einige Heilquellen betrifft, die Römer, welche ihre Fußspuren an so manchen Orten hinterlassen sollten. Bestes Beispiel ist der Luftkurort Mainhardt, der seit 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Hier errichtete das Römische Reich zwischen dem 8. Jahrhundert vor und nach Christus ihre Grenzüberwachung, den Limes, deren Funde sich dort bis heute nachvollziehen lassen. Das hier geförderte Mineralwasser ist somit nahezu jedem ein Begriff, da es relativ einprägsam Römerquelle genannt wird.

Dass die sogenannte Badekultur weitaus älter ist, beweisen Ausgrabungen in Mesopotamien, in dessen herrschaftlichen Gebäuden Rückstände von Badezimmern in Form von Waschvertiefungen aus Ton gefunden wurden. Interessanterweise ist dieses frühzeitliche Kulturareal auch für die Entwicklung des Glücksspiels maßgeblich verantwortlich und konnte durch sechsseitige Würfel aus Elfenbein oder Knochen belegt werden. Spaß und Entspannung schließen sich hier somit nicht aus und werden noch heute gleichermaßen zelebriert, nur dass sich die Leute heutzutage eher fragen, wieviel  im Jackpot ist.

 

Von Rom über ganz Europa, die Stilistik heutiger Spielcasinos und Bäder!

Die sich nach griechisch/römischem Vorbild neu orientierende Klassik hat mit der eigentlichen Bäderkultur in Europa nicht viel zu tun. Diese verschwand mit dem Zerfall des Römischen Reiches und blieb infolgedessen nur im Byzantinischen Reich in dem zuvor betriebenen Umfang erhalten. An die soziale Funktion der sogenannten Thermen und Thermalquellen, wie sie aus der Antike bekannt sind, konnte erst wieder mit der Errichtung von Kurorten und Seebädern angeknüpft werden. Dass diese wiederum oftmals mit Casinos ausgestattet wurden, ist der Entspannungsfunktion dieser Kurbäder zu verdanken. So sind Kurorte wie Baden-Baden oder Bad Homburg sowohl aufgrund ihrer Bäder als auch aufgrund der Spielcasinos weltweit bekannt.

Nachdem im Mittelalter die Kreuzfahrer in der islamischen Welt die Badekultur wiederentdeckten, wurden die Badestuben wieder errichtet und die Badekultur in Europa wiederum neu eingeführt. Diese endete mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und dem Aberglauben im Mittelalter sowie während des Dreißigjährigen Krieges, dass die derzeit in Europa grassierenden Krankheiten eben in jenen Bädern im Wasser verteilt werden.

 

Die schönsten Bäder und Casinos Europas!

Wer aufmerksam die Innenarchitektur eines Casinos oder eines Hallenbades verfolgt, der wird feststellen, dass diese visuell äußerst attraktiv gestaltet werden. So ist der reine Jugendstil-Bau des Müller’schen Volksbades in München ebenso interessant wie der klassizistische Stil des Kurhauses Baden-Baden, welches das Casino sozusagen mit beinhaltet.

Der gesellschaftliche Anreiz Entspannung und Spiel miteinander zu kombinieren, ist gleichermaßen ein Anreiz sowie eine Schmiede für neue Gesellschaftsspiele und stilführende Baustile. So wurde selbst die Lotterie in ihren Anfängen wiederum durch die Römer reglementiert, welche einen Regelungsbedarf von Spielen im römischen Recht installierten. Selbst heutige Lotterien werden durch die sogenannten Glücksspielstaatsverträge noch heute reglementiert, wozu der Eurojackpot somit auch zählt. Lotteriegesellschaften unterliegen somit nahezu immer dem Staat, der bereits im römischen Reich andere Formen des Glücksspiels zu unterbinden versuchte.