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Das neue Gold? Ein Ausblick in die Zukunft von Bitcoin

Die Zukunft von Bitcoin steht am Scheideweg. Die weltweit führende Kryptowährung wird bei alltäglichen Transaktionen immer rentabler, aber die Marktpreise wecken bei den Anlegern nicht unbedingt die gleiche Vorfreude wie vor zehn Jahren. Und obwohl es schwierig ist, den Preis von Bitcoin vorherzusagen, wird viel spekuliert. 2020 wird von vielen als ein großes und wichtiges Jahr für die Kryptowährung gesehen – gerade deshalb stellt sich bei vielen die Frage, was die Zukunft für Kryptowährungen wie Bitcoin bereit halten wird.

 

Ein Exkurs in die Geschichte von Bitcoin

Im Jahr 2009 stellte eine unbekannte Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Dokument vor. Dieses Dokument enthielt die Idee eines dezentralen, „trustless” Peer-to-Peer-Währungssystems namens Bitcoin. Dezentral bedeutet, dass es keine zentrale Behörde gibt; trustless ist ein Ansatz zur Gewährleistung von Genauigkeit und Integrität, ohne dass Vertrauen erforderlich ist und Peer-to-Peer ist ein Transaktionsansatz, bei dem ein Austausch direkt zwischen den Parteien durchgeführt werden kann – ohne Mittelmann. Die derzeitige Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen liegt bei rund 425 Milliarden US-Dollar, während sie auf dem Höhepunkt des Marktes 830 Milliarden US-Dollar betrug. Bitcoin ist bei weitem die größte – es hat einen Wert von 162  Milliarden US-Dollar, verglichen mit dem zweitgrößten, Ethereum, mit 28,6 Milliarden US-Dollar.

 

Wie hoch steigt der Bitcoin-Preis?

Niemand weiß, wie hoch der Bitcoin-Preis steigen wird, aber viele Experten sagen voraus, dass der Bitcoin-Preis bis Ende 2019 um 84 Prozent steigen wird, denn immer mehr Menschen kaufen Bitcoin. Derzeit verkauft sich Bitcoin für rund 3400 US-Dollar, was bedeutet, dass 6200 US-Dollar voraussichtlich bis Dezember in Reichweite sind. In naher Zukunft wird Bitcoin wahrscheinlich nicht viel von seinem aktuellen Preis von 3400 US-Dollar abweichen. Der Preis von Bitcoin ging im Laufe des Jahres 2018 deutlich zurück, was die Geduld vieler Anleger auf die Probe stellte. Seit dem astronomischen Aufstieg von Bitcoin im Dezember 2017 ist die Anzahl der Bitcoin-Transaktionen dramatisch gesunken – von rund 830 Milliarden USD Marktwert aller Kryptoanlagen im Januar 2018 auf nur noch 210 Milliarden USD Anfang Oktober 2018. Niedrigere Preise sind jedoch keine schlechte Sache. Denn entgegen der landläufigen Meinung erfordert Bitcoin Volatilität, um sich durchsetzen zu können. Laut gängigen Meinungen wird der Preis von Bitcoin sehr wahrscheinlich nicht viel weiter als seine aktuelle Position fallen.

 

Bitcoin, das neue Gold?

Bitcoin wird als der erste mögliche Kandidat, der Gold ersetzt, oder als neue Reservewährung gehandelt – vorausgesetzt, Bitcoin wird zum dominierenden nichtstaatlichen Wertspeicher. Die langfristige Rentabilität von Bitcoin hängt aber davon ab, wie viele Menschen es als Zahlungsmittel akzeptieren, seine Bewertung ist jedoch von seiner Verwendung als Zahlungsmittel abgekoppelt. Hier kann die Volatilität des Wertes von Bitcoin aber dagegen sprechen.

 

Hohe Energiekosten und teure Hardware

Zudem gibt es immer noch Bedenken, wie viel Rechenleistung für die Unterstützung von Bitcoin erforderlich ist, und ob dies sein langfristiges Wachstum einschränken könnte. Hier können andere neuere Kryptowährungen effizientere Optionen bereitstellen – so ist die Kryptowährung Ethereum schneller als Bitcoin: Transaktionen werden hier nicht in Minuten, sondern in Sekunden ausgeführt. Das Netzwerk von Bitcoin benötigt durchschnittlich 10 Minuten, um einen Block zu erstellen, und es wird geschätzt, dass es nur sieben Transaktionen pro Sekunde (TPS) verwalten kann. Ethereum hingegen kann 20 TPS verwalten. Ein weiteres Problem von Bitcoin ist zudem der hohe Energieverbrauch durch das Bitcoin-Schürfen: Der CO2-Fußabdruck einer einzelnen Bitcoin-Transaktion entspricht dem CO2-Fußabdruck von etwa 510.000 Visa-Kartentransaktionen. Der Bitcoin-Energieverbrauch kann fast 50 Prozent der Niederlande mit Strom versorgen.

 

Was hält die Zukunft für Bitcoin bereit?

Bitcoin bietet viele Vorteile und wird als Währung auch in Zukunft relevant bleiben. Ein großes Risiko für Bitcoin liegt aber in der Substitution und/oder parallelen Verwendung durch andere Kryptowährungen. Eingefleischte Bitcoin-Fans sehen dies zwar nicht als ein Problem an, da Bitcoin der Pionier unter den Kryptowährungen war und das Privileg eines First-Movers genießt. Dies ist wichtig für eine Zahlungseinheit, was bedeutet, dass sie vielen ihrer Mitbewerber im Hinblick auf den Aufbau ihres Netzwerks und die Anzahl der Einzelhändler oder Dienstleister, die Bitcoin akzeptieren, einen Schritt voraus ist – Microsoft, Expedia und Overstock akzeptieren bereits alle Bitcoin. Das First-Mover Argument ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da Bitcoins zwar für Zahlungen verwendet werden, dies jedoch nur ein relativ geringer Prozentsatz aller Bitcoins ist.

 

Ob Bitcoin eine neue Version des Goldes des 21. Jahrhunderts oder nur eine kurzlebige Modeerscheinung ist und wohin der Bitcoin-Trend führt wird nur die Zeit zeigen. Sicher ist nur, dass der Preis auch in Zukunft sehr volatil bleibt.