Das schlechte Gewissen nach der Feier

Der wegen seiner mehr als 100 000 Euro teuren Geburtstagsfeier in die Kritik geratene Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) hält an seiner erneuten Kandidatur für das Amt bei der Kommunalwahl am 16. März fest. Bei einer Podiumsdiskussion des «Miesbacher Merkurs» sagte der 61-Jährige am Mittwochabend, er werde nicht davonlaufen. «Ich bedauere die Fehler und stehe dazu.» Gleichwohl bat der Kommunalpolitiker die knapp 600 Zuhörer, Privates und Berufliches getrennt zu betrachten.

 

Kreidl kündigte an, eine namhafte Summe als Wiedergutmachung zu spenden. Er nannte aber keinen Betrag. Auch werde er das Geld erst nach der Wahl spenden, um nicht den Eindruck zu erwecken, er wolle sich freikaufen. Zuvor war sein Hinweis, bei der Feier seines 60. Geburtstages im Sommer 2012 habe es sich um eine Kundenveranstaltung der Kreissparkasse gehandelt, vom Publikum mit Gelächter aufgenommen worden. Sein SPD-Herausforderer Robert Huber bekam hingegen Beifall für seine Forderung nach lückenloser Aufklärung der Spendenpolitik bei dem kommunalen Geldinstitut. «So etwas darf in unserem Landkreis nie mehr passieren», sagte Huber mit Blick auf das Sponsoring.

 

 

Die Feier hatte fast 120 000 Euro gekostet. 77 000 Euro davon zahlte die Kreissparkasse, 33 000 Euro der Landkreis. Kreidl ist auch wegen seines aberkannten Doktortitels und wegen der jahrelangen Beschäftigung seiner Frau während seiner Zeit als Landtagsabgeordneter in den Schlagzeilen. Die während der Verwandtenaffäre bekanntgewordene Praxis war jedoch legal. Vergangenen Freitag trat Kreidl als Präsident des Bayerischen Landkreistages zurück.

 

 

jn / dpa