Oktoberfest Menschenmassen in Wiesn Ubahnstation, © Rechte: MVG/SWM

Investitionen und Baustellen: Das wird neu bei der Münchner U-Bahn und Tram

Die MVG und die SWM planen 2015 Investitionen, wie es sie vorher noch nicht gegeben hat. Für 328 Millionen Euro soll vor allem der U-Bahn und Tramverkehr ausgebaut werden. Das Geld soll für neue U-Bahnen, Trambahnen und eine Erweiterung des Netzes ausgegeben werden. 

 

Die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft investieren weiter hohe Summen in den Ausbau und die Modernisierung des Münchner Nahverkehrs. Eingeplant sind heuer rund 328 Millionen Euro, ein neuer Spitzenwert.

 

Neue U- und Trambahnen

 

Das Geld fließt vor allem in neue Fahrzeuge (gut 200 Millionen) sowie die Erneuerung von Technik und Infrastruktur. Vorgesehen ist die Beschaffung weiterer neuer U- sowie Trambahnen, darunter erstmals neun Doppeltraktionszüge, die bis zu 48 Meter lang sind und bis zu 270 Fahrgästen Platz bieten. Auch damit reagiert die MVG auf das weiter steigende Fahrgastaufkommen, immerhin wurden im vergangenen Jahr 555 Millionen Fahrgäste befördert, so die MVG.

 

Neue Busse

 

Für die Bussparte werden heuer weitere 23 Gelenkbusse ausgeliefert. Fortgesetzt wird auch der Praxistest verschiedener Busse mit alternativen Antrieben: Voraussichtlich Mitte Februar stellt die Firma EBUSCO der MVG einen E-Solobus für Testzwecke zur Verfügung. Es ist geplant, den Elektrobus für drei Tage – und unter wissenschaftlicher Begleitung – auf der StadtBus-Linie 100 einzusetzen.
Viel Geld wird auch für Ausbau- und Erneuerungsmaßnahmen hinter den Kulissen investiert. Bei der U-Bahn steht beispielsweise die Ausstattung der Fahrzeuge mit Brandschutzeinrichtungen (Sprühnebelanlagen) an; hier steht noch das grüne Licht der Aufsichtsbehörde aus.

 


Hier wird es zu Baustellen kommen:

 

  • Tram 15/25 und 17: Zwischen Ende Mai (Beginn Pfingstferien) und Dezember soll die Gleiskreuzung am Ostfriedhof samt Fahrleitung erneuert und erweitert werden. Weitere Gleisbauarbeiten finden im Schatten dieser Maßnahme in der Steinstraße, in der südlichen Tegernseer Landstraße, am Authariplatz, an der Großhesseloher Brücke, im Bereich Bavariafilmplatz sowie am Derbolfinger Platz statt. Die Linie 17 muss während der Bauarbeiten auf ihrem Ostast zwischen Innenstadt und Schwanseestraße abschnittsweise durch Busse ersetzt werden. Gleiches gilt für die Linien 15/25 zwischen Max-Weber-Platz und Großhesseloher Brücke bzw. Grünwald. Die Strecke zwischen Ostfriedhof und Grünwald wird aber bereits ab Anfang August wieder durch-gehend mit Tramzügen befahrbar sein.

 

  • Tram Steinhausen: Sobald der erforderliche Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern vorliegt, beginnen die Bauarbeiten für die Neubaustrecke vom Vogelweideplatz bis zum S-Bahnhof Berg am Laim (ca. 1,4 km). Die Eröffnung der insgesamt 2,7 km langen Strecke könnte, wenn alles gut läuft, im Dezember 2015 stattfinden. Anschließend sind in jedem Fall noch Straßenbauarbeiten notwendig.

 

  • U-Bahnhof Marienplatz: Die Modernisierung des Zwischengeschosses ist auf der Zielgeraden. Der neue Boden ist bereits größtenteils eingebaut, die neue Decke gerade in Arbeit. Weit fortgeschritten ist ferner der Fassadenbau für die neuen Ladeneinheiten und das MVG Kundencenter. Die Eröffnung ist derzeit für Ende Oktober geplant.

 

  • Fugensanierungen: An den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof (U4/U5), Westfriedhof und Ostbahnhof werden heuer weitere Bauwerksschäden an der Fuge zwischen den Außenwänden und der dazwischen eingespannten Bauwerksdecke saniert. Dort konnte über viele Jahre streusalzhaltiges Wasser eindringen und die Stahlbewehrung angreifen, weil die Fuge in der Bauzeit nicht abgedichtet wurde. Größere Einschränkungen auf den Linienverkehr haben diese Baustellen heuer jedoch nicht.

 

  • U-Bahnhof Sendlinger Tor: Derzeit läuft das für den Umbau erforderliche Planfeststellungsverfahren. Im zweiten Halbjahr sollen erste Vorarbeiten (u.a. Verlegung von Leitungen und eines Kanals der Stadtentwässerung sowie Baumfällungen im Bereich Blumenstraße) beginnen. 2016 werden diese Arbeiten – auch mit ersten Einschränkungen für den Autoverkehr in der Sonnenstraße – fortgesetzt. Ab 2017 werden die zusätzlichen Ausgänge („Querschläge“) für das U-Bahnbauwerk am Sendlinger-Tor-Platz und an der Blumenstraße hergestellt. Erst ab 2017/2018 werden die Bauarbeiten auch die Fahrgäste im U-Bahnhof betreffen.

 

 

 Ungewisse Finanzierung aber höchste Priorität: U9-Spange:

 

Während der weitere Ausbau des ÖPNV gerade in der Wachstumsregion München dringender erforderlich ist denn je, gestaltet sich die Finanzierungssituation immer schwieriger, so Herberth König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung. Die notwendigen hohen Investitionen im Verkehr können laut ihm aktuell überwiegend nur noch durch Kreditaufnahmen finanziert werden. Deshalb muss das Geld möglichst investiert werden, um an manchen Stellen zu entlasten.

 

Dazu zählt etwa die Tram-Westtangente, die das Zentrum entlasten kann, mittelfristig aber vor allem auch die U9-Spange. Hier ist immer wieder zu betonen: Nach Realisierung des 2-Minuten-Takts auf einzelnen Streckenabschnitten in Hauptverkehrszeiten sind die Kapazitäten des Münchner U-Bahnsystems im Kernbereich definitiv ausgeschöpft und nur durch diese zusätzliche Nord-Süd-Strecke erweiterbar. Für diese müssen jetzt die ersten Weichen gestellt werden, damit das System auch im nächsten Jahrzehnt leistungsfähig bleibt.

 

 

Quelle: Pressemeldung der MVG