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Datenroaming – Der lange Weg zur Abschaffung

Besonders viel wurde in den vergangenen Monaten über die Abschaffung des Roamings debattiert. Lange Zeit litten die Nutzer eines Smartphones unter dieser Einschränkung, wenn sie sich zum Beispiel innerhalb der EU auf Reisen begaben. Die Nachricht der allgemeinen Abschaffung sorgte in der Folge für große Erleichterung. Dennoch ist es für EU-Bürger weiter notwendig, auf die kleinen Details der neuen Regelung zu achten, um möglichen Zusatzkosten zu entgehen.

 

Im Sommer 2017 war die Freude groß. Rechtzeitig vor dem Beginn der Urlaubssaison wurde die Abschaffung des Roamings angekündigt. Tatsächlich schienen die zusätzlichen Gebühren für das Telefonieren und Surfen im Ausland längst nicht mehr zeitgemäß. Häufig sorgten besonders hohe Preise dafür, dass Urlauber ganz auf den Kontakt zur Außenwelt verzichteten und sich nur noch im Hotel über das WLAN ins Internet einloggten. Die neue EU-Regelung zum Roaming konnte dieser Entwicklung in der Tat Einhalt gebieten. Von nun an ist es möglich, ganz bequem Bilder von den malerischen Küsten Südfrankreichs günstig nach Deutschland zu schicken, oder sich spontan mit den Daheimgebliebenen zu unterhalten.

 

Tatsächlich konnte die neue Regelung nicht alle Diskussionen im Keim ersticken. So gibt es nach wie vor finanzielle Gefahren, auf die Touristen gefasst sein sollten. Denn die Abschaffung der Roaminggebühren betrifft nur Nutzer, die über einen EU-Tarif verfügen. Nach dem eigentlichen Plan der Politik sollten alle Provider daran gehen, ihre Tarife nach der neuen Norm auszurichten, um ihren Kunden dadurch den Weg aus dem Roaming zu weisen. Doch nach wie vor gibt es einzelne Unternehmen, die auf die Umstellung alter Verträge und Flatrates verzichteten. Als positive Bespiele gibt es einige Handytarife, die einen günstigen Zugang zum Netz in der gesamten EU sichern. Solch einen Tarif bietet beispielsweise der Anbieter smartmobil.de oder yourfone an. Wer nicht das Glück hat, an einen solchen Anbieter zu geraten, muss sich im Vorfeld noch einmal über die gängige Praxis in Kenntnis setzen. Wer nun auf Nummer sicher gehen möchte, fragt bereits vor dem Antritt der Reise beim Provider nach. Häufig ist es nur auf diese Weise möglich, sich die letzte Gewissheit über die gängige Praxis zu verschaffen.

 

Einschränkungen der Freiheit

Auf der anderen Seite bleiben nach wie vor Einschränkungen bei der telefonischen Freiheit bestehen. Das Motto „Roam like at home“, das in der Bevölkerung sehr schnell großen Anklang fand, wurde von manchen Nutzern falsch verstanden. Sie gingen davon aus, dass es auch im EU-Ausland von nun an möglich sein würde, zum normalen Tarif zu surfen und telefonieren. Doch tatsächlich beschränkt sich das Abkommen bis zu diesem Zeitpunkt allein auf die Mitgliedsstaaten der EU. Befindet sich der Anrufende allerdings außerhalb der EU, so kann das Gespräch nach wie vor zu hohen Kosten führen. Die Preise steigen dann von wenigen Cent pro Minute auf bis zu einen Euro an. Lange bleibt dies von den Nutzern selbst unbemerkt. Denn erst der Blick auf die Rechnung am Ende des Monats offenbart, wie teuer der Kontakt in die Heimat tatsächlich geworden ist.

 

Provider beschränken Inklusivvolumen

Weiterhin hält sich im Hinblick auf die Abschaffung des Roamings der Glaube, dass die verbrauchte Datenmenge keine Rolle spielen würde. Die Praxis zeigt jedoch ein ganz anderes Bild. Nur in seltenen Fällen ist es möglich, das gesamte Volumen der eigenen Flatrate auch auf die Nutzung im Ausland zu übertragen. Die Provider selbst haben auch nach dem neuen Gesetz das Recht, den Kunden nur ein bestimmtes Inklusivvolumen anzubieten. Ist diese Menge an Daten ausgeschöpft, so fällt in der Folge ein deutlich erhöhter Preis für die Nutzung an. Hier ist die Herangehensweise der einzelnen Provider sehr unterschiedlich, weshalb sich kaum die Chance bietet, an dieser Stelle zu einer allgemeingültigen Aussage zu finden.

 

Die Fair-Use-Regelung

Für Kritik sorgte die Fair-Use-Regelung, für die sich die Politik im Jahr 2017 entschied, in jedem Fall. Denn auf diese Weise liegt es allein in der Hand der Provider, wie viel Volumen sie ihren Kunden auch für die Nutzung außerhalb Deutschlands zum günstigen Tarif anbieten. Die schwarzen Schafe der Branche sind längst dazu übergegangen, diese Lücke in der Bürokratie für sich zu nutzen. Unbemerkt wandelt sich die eigentliche EU-Flatrate am Smartphone dann zu einer Kostenfalle. Bei den renommierten Unternehmen, die als große Provider in Deutschland beschrieben werden können, ist mit solchen Maschen selten zu rechnen. Hier werden die Nutzer sogar per SMS darüber informiert, ab welchem Moment sie ihr Fair-Use-Volumen aufgebraucht haben. So ist es in der Folge möglich, das eigene Nutzungsverhalten besser an die neuen Begebenheiten anzupassen und so stets auf der sicheren Seite zu sein.

 

Ausnahmen in der Schweiz

So wohlwollend die neue Roaming-Regelung mit der Ausnahme der Fair-Use-Grenze von den Verbrauchern aufgenommen wurde, so unverständlich ist für viele die Ausnahme der Schweiz. Obwohl gerade Menschen aus Süddeutschland immer wieder in und durch das Land reisen, bietet sich dort nicht die Möglichkeit, an das EU-Gesetz anzuknüpfen. Innerhalb der Schweiz ist aus diesem Grund nach wie vor mit höheren Kosten zu rechnen. Wer etwas genauer auf das Thema blickt, wird schnell die große Crux dieser Angelegenheit erkennen. Denn so gibt es noch ein weiteres Schlupfloch, welches für die Regelung selbst zum Problem werden kann. Schon aus diesem Grund ist es von so elementarer Bedeutung, sich dem Thema aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus anzunähern, um dadurch leichter zu einer Entscheidung zu finden.

 

Generell kann die neue Regelung zum Datenroaming als ein Fortschritt betrachtet werden. Für den einzelnen Nutzer sind damit Vorzüge verbunden, die sich in der Praxis nicht leugnen lassen. Dennoch ist besonders im Hinblick auf die kommenden Jahre wichtig, die Anzahl der Lücken im System weiter zu verringern, um für eine konsequente Durchsetzung zu sorgen, die die Rechte der Verbraucher schützt.