Dem Kulturstrand wird der Sand genommen

Der Kulturstrand soll nach elf Jahren von einem neuen Veranstalter ausgerichtet werden – und damit ein neues Konzept bekommen, das keinen Sand vorsieht. An der Rechtmäßigkeit der Vergabe wird jedoch gezweifelt.

 

Von der hippen „Event-Gastrogeschichte“ zu einer Plattform für „Kreative auf Subkulturebene“ – die Geschäftsführerin der neuen Ausrichter „Urban League“, Zehra Spindler, möchte gravierende Änderungen am Konzept des Kulturstrandes vornehmen. So könnte der beliebte Strand auch bald nicht mehr Kulturstrand heißen, sondern nach einem Start-Up, das künftig Bademode auf der Museumsinsel vorstellen könnte, „Great Bavaria Reef“. Neben dem Start-up sollen auch andere Künstler die Gelegenheit erhalten, ihre Ideen präsentieren zu können.

 

Die ehemaligen Ausrichter, „die urbanauten“, die auch im 12. Jahr fest mit einer Zusage rechneten und für den für morgen angesetzten Start des Kulturstrandes 2016 bereits alle Vorbereitungen getroffen hatten, müssten nun eine Absage hinnehmen.

 

Doch das tun sie nicht. In einer Stellungnahme ließen sie verlauten, dass sie die Vorbereitungen auch bis zum Ende einer Klärung des Ergebnisses des Auswahlverfahrens aufrechterhalten werden, denn das Ergebnis sei „eine politisch motivierte Entscheidung“ gewesen. Für ihr sandiges „Wohnzimmer“ sei man notfalls sogar bereit, vor Gericht zu ziehen.

 

Für die Vergabe der Ausrichtung ist ein vom Stadtrat beschlossener Punktekatalog maßgeblich, der über 250 Kriterien umfasst und auch schon im letzten Jahr gegolten hatte, als die urbanauten den Zuschlag bekamen. Die vom Kreisverwaltungsreferat getroffene diesjährige Entscheidung wird daher nicht nur von den urbanauten in Frage gestellt, sondern ausgerechnet auch seitens der Politik. So hegt auch CSU-Fraktionsvize Michael Kuffer seine „Zweifel, ob das rechtlich so haltbar ist“ und befand die Bewertung als „nicht hinreichend belastbar und nicht nachvollziehbar“.