münchen berlin neue bahnstrecke ice, © Symbolfoto

Der neue Fahrplan der DB: Von München nach Berlin in 4 Stunden

Von München nach Berlin in knapp vier Stunden – die Bahn nimmt nach jahrzehntelanger Planungs- und Bauphase die neue ICE-Trasse zwischen Franken und Thüringen in Betrieb.

 

Passend zu Weihnachten können Fahrgäste nun endlich in unter vier Stunden von München nach Berlin reisen. Heute findet der Fahrplanwechsel statt. Und den Fliegern macht die Bahn damit ordentlich Konkurrenz.

 

In 4 Stunden von München nach Berlin

 

Mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke München-Berlin ermöglicht der ICE-Sprinter eine Reisezeit von unter 4 Stunden zwischen den beiden Großstädten. In Berlin und München wird der Sprinter drei Mal jeweils etwa um 6, 12 und 18 Uhr abfahren.

 

Weitere Neuerungen:

 

  • stündliche Verbindungen zwischen Berlin und München mit Halten in Nürnberg, Erfurt, Halle und Leipzig. Die Strecke wird zukünftig in 4 Stunden und 30 Minuten zurückgelegt, 90 Minuten schneller als bisher.
  • Halle erhält 14 statt bisher 6 Direktverbindungen von und nach Berlin sowie mehr schnelle Verbindungen nach Frankfurt am Main.
  • Auf der Strecke Berlin–Frankfurt wird das Angebot auf durchschnittlich zwei Verbindungen pro Stunde erweitert.
  • Zwischen Leipzig und München sparen Sie zukünftig rund 90 Minuten und kommen nach 3 Stunden 15 Minuten am Zielbahnhof an.
  • Coburg bekommt mit bis zu drei Zügen je Richtung eine ICE-Direktanbindung. Nach Berlin geht es dann insgesamt 2 Stunden schneller.
  • Neue Direktverbindungen erhalten ebenfalls Leipzig und Erfurt nach Mannheim und Stuttgart.

 

Ein neuer ICE im Münchner Hauptbahnhof

 

Das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“

 

In den Landkreisen Lichtenfels und Coburg hatte man sich an die schweren Baugeräte schon gewöhnt. Die Deutsche Bahn hatte hier jahrelang eine komplett neue Trasse errichten lassen. Das milliardenschwere „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“ (VDE8) soll München und Berlin per Hochgeschwindigkeitszug verbinden – die Fahrt soll weniger als vier Stunden dauern. Die Neubaustrecke zwischen Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels) und Erfurt (Thüringen) ist nun fertig. Doch das Mammutprojekt hat tiefe Spuren hinterlassen. Und anderswo auf der Strecke ist noch nicht einmal begonnen worden mit den Bauarbeiten.

 

22 Tunnel und 29 Brücken hat die Bahn auf den 107 Kilometern zwischen Ebensfeld und Erfurt gebaut. Ebensfeld ist nun durch hohe Schallschutzwände ein geteilter Ort geworden. Manchmal vergleicht Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) seinen Marktflecken mit Berlin zu Zeiten der Mauer.

 

münchen berlin neue bahnstrecke ice, © Symbolfoto

 

Jahrelang haben sich schwere Baumaschinen durch die Landschaft gearbeitet und tiefe Spuren hinterlassen. Genau das kritisiert der Bund Naturschutz – und das schon seit fast 30 Jahren, als die ersten Planungen öffentlich wurden. Umweltschützer sind in Sachen Bahnausbau in einer Zwickmühle: Die Bahn gilt schließlich als umweltfreundliches Verkehrsmittel. Und doch ist die Kritik auch viele Jahre nach dem Start der Planungen von „VDE8“ noch heftig: Von einem „flächenfressenden, die Landschaft zerstörenden Prestige-Projekt“, spricht Hubert Weiger, Chef des Bund Naturschutz in Bayern. Bürgerinitiativen und Naturschützer hätten immer wieder schonendere Alternativvorschläge gemacht – vergeblich.

 

as/dpa