Der Viktualienmarkt – Münchens Feinschmeckerparadies

Exotische Früchte, Brotspezialitäten, Antipasti, Feinkostkäse, traditionelles Fleisch, das beste Gemüse, Fischspezialitäten, Weine und Spirituosen – das und noch vieles mehr bietet Münchens Gourmet-Markt Nummer eins. Auf 22.000 Quadratmetern bieten die Händler eine Vielfalt einheimischer Schmankerl und exotischer Waren an. Seit über 200 Jahren verzaubert der Viktualienmarkt das Münchner Stadtbild mit lokaler Kultur und Gaumenfreuden.

 

Seine Geschichte

 

Der alte Münchner Stadtmarkt am Schrannenplatz, heute bekannt als Marienplatz, war Handelsort für Getreide und andere Agrarerzeugnisse. Doch Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Fläche zu klein. König Max I. Joseph ließ daher einen Teil des Marktes in das Gebiet zwischen der Heilig-Geist-Kirche und der Frauenstraße verlegen. Einige Jahre später musste dieser erweiterte Markt abermals vergrößert werden. Die Stadt ließ das alte Heilig-Geist-Spital abbrechen und verlängerte die Kirche in westliche Richtung, um mehr Marktfläche zu schaffen. 1852 entstand daher an der einstigen Stadtmauer die Schrannenhalle, die als Vorläuferin für die heutige Großmarkthalle diente. Seit 1870 gibt es auch feste Stände und Händler, zuvor waren die Händlerplätze noch täglich neu vergeben worden. 20 Jahre später erreichte der Viktualienmarkt dann seine heutige Größe.

 

Während des zweiten Weltkriegs wurde neben der Peters-Kirche auch der traditionelle Markt stark beschädigt. Ein Luftangriff zerstörte den Platz so sehr, dass überlegt wurde, den Marktbetrieb vollständig zu beenden. Stattdessen kam der Vorschlag auf, den wertvollen Baugrund zu nutzen und Hochhäuser zu errichten. Doch dank der Münchner Stadtverwaltung wurde der Feinkostmarkt komplett neu errichtet, auch wenn dieses Vorhaben weit höhere finanzielle Aufwendungen nach sich ziehen sollte.

 

Seit 1953 ist der Marktplatz mit mehreren Gedenkbrunnen geschmückt. Volkssänger und Komiker wie Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Ida Schumacher und Weiß Ferdl wurden hier verewigt. 1969 wurde im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 1972 in München der Viktualienmarkt neu saniert. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte entwickelte sich der ursprüngliche Bauernmarkt zu einem Ort für Feinschmecker. Heute beherbergt er 140 verschiedene Firmen, die eine Vielzahl unterschiedlichster Produkte vom Lebensmittel bis zum Kunsthandwerk anbieten. Für Touristen ist der Gourmet-Hotspot eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens.

 

Liesl Karlstadt Brunnen am Viktualienmarkt

 

Namensherkunft

 

Ursprünglich wurde der Markt als „grüner Markt“ oder „Marktplatz“ bezeichnet. Im 19. Jahrhundert, als der Trend im Bildungsbürgertum aufkam, deutsche Begriffe zu latinisieren, entstand der heutige Name Viktualienmarkt. Das spätlateinische Wort „victus“ bedeutet Lebensmittel oder auch Vorrat. Für den deutschen Sprachgebrauch entwickelte sich daraus „Viktualien“.

 

Händler

 

Auf der 22.ooo Quadratmeter großen Marktplatzfläche verkaufen 140 verschiedene Händler ihre Köstlichkeiten. Die „Bäckerliesl“zählt zu den ältesten Händlerinnen auf dem Markt. Sie und neun weitere Stände sorgen für feines Backwerk auf dem Marktplatz. Ganze zehn Händler bieten diverse Köstlichkeiten rund um die Milch an. Für den spontanen Hunger stehen 20 Imbissstände oder auch der idyllische Biergarten zur Verfügung. Auch die frisch gepressten Säfte sind besonders beliebt bei den Münchnern – verschiedene Obst- und Gemüsevariationen als gesundes Erfrischungsgetränk für zwischendurch. Auch die Münchner Suppenküche gehört zur Tradition des ehemaligen Bauernmarktes. Traditionell bayerische und auch exotische Suppen werden hier täglich angeboten.

Im Tal am Viktualienmarkt mit altem peter im hintergrund

 

Metzgerzeile

In der Metzgerzeile am Fuße des „Petersbergls“ wird ein umfangreiches Angebot von Fleisch- und Wurstwaren präsentiert. Einzigartig ist der einzige Pferdemetzger in ganz München, der hier sein Fleisch verkauft. 2015 feierte die berühmte Metzgerstraße ihr 700-jähriges Bestehen. Im 14. Jahrhundert verkauften die Metzger ihr Fleisch noch am Marienplatz auf Bänken, doch der Geruch und die Schlachtabfälle waren Gründe für die Verlegung der Fleischhandlungen an den Stadtrand. Hier war es möglich, die Abfälle „hygienischer“ im fließenden Gewässer zu entsorgen. Als der heutige Viktualienmarkt als Erweiterung des zentralen Marktplatzes entstand, verlegten auch die Fleischhändler ihren Verkaufsort wieder in das Herz der Stadt.

 

Weitere Bilder:

 

 

Die Übersichtsseite „Meisterwerke der Architektur – das macht München zur schönsten Stadt der Welt“ finden Sie hier.

 

ad