Schneeschaufel

Deutscher Wetterdienst zieht Fazit: Winter war zu warm und schneereich

Der Deutsche Wetterdienst hat zum meteorologischen Frühlingsbeginn ein Fazit zum vergangenen Winter gezogen. Insgesamt war der Winter 2018/2019 sehr mild, vor allem im Alpenrand gab es außerdem ungewöhnlich viel Schnee. 

 

Mit dem März hat auch der meteorologische Frühling begonnen – Zeit für eine Bilanz über die vergangenen Wintermonate. Vielen in Bayern dürfte da vor allem das Schneechaos in Erinnerung bleiben. „ In der ersten Januarhälfte stauten sich Niederschlagsgebiete aus Nordwesten immer wieder an den Alpen und führten dort zu extremen Schneemengen“, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD). „Zahlreiche Orte versanken regelrecht im Schnee und meldeten neue Stationsrekorde.“

 

Schneemassen sorgten für Lawinen und umstürzende Bäume

In mehreren Landkreisen wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Am 13. Januar etwa lagen nach Angaben des DWD in Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall 240 Zentimeter Schnee. „In Ruhpolding-Seehaus fielen in den ersten beiden Januarwochen beeindruckende 436,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, im gesamten Winter etwa 1.000 Liter pro Quadratmeter“, verkündet der DWD aus seiner Statistik.

Viele Bäume brachen unter der Schneelast zusammen. In Aying kam es dadurch am 10. Januar zu einem tragischen Unfall: Ein Junge wurde von einem Baum erschlagen und starb. Am 14. Januar traf eine Lawine ein Hotel in Balderschwang – verletzt wurde zum Glück niemand.

 

DWD: Winter war „erheblich zu mild“

Im Bundesweiten Vergleich war Bayern im Winter das kälteste Bundesland mit einer Durchschnittstemperatur von 1,2°C. In Niedersachsen und Bremen etwa lag der Durchschnitt bei über vier Grad. Insgesamt ist der Winter jedoch auch in Bayern im Vergleich zum Vorjahr von den Temperaturen her recht mild ausgefallen:

„Zusammengefasst fiel der Winter bei einer insgesamt positiven Niederschlagsbilanz und einem deutlichen Sonnenscheinüberschuss erheblich zu mild aus“, sagt der Deutsche Wetterdienst. „Damit landete auch der Winter 2018/19 mit unter den wärmsten seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881.“

 

Enorme Tag-Nacht-Unterschiede im Februar

Vor allem im Februar sorgten zahlreiche Hochdruckgebiete für außergewöhnlich viel Sonnenschein und sehr große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Obwohl in den meist klaren Nächten noch verbreitet leichter bis mäßiger Frost herrschte, zeigte das Thermometer besonders in der zweiten Monatshälfte tagsüber deutlich über 15 °C. An mehreren Messstellen wurden in diesen Tagen neue Rekorde der Tageshöchsttemperatur registriert. Am 18. Februar meldete Reit im Winkl nach einem Frühminimum von -11,8 °C ein Tagesmaximum von +14,1 °C – das entspricht einem Temperaturunterschied von fast 26 Grad.

 

mz/dwd

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