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Die 12 besten Tipps für das Set-up von WLAN-Routern

Drahtlose (wireless) Verbindungen erleichtern das Leben ungemein. Bis sie gestört werden. Schnell breitet sich Ratlosigkeit und Frust aus. Denn während Kabelverbindungen einfach aus- und eingesteckt werden können, sind Radiowellen unsichtbar. Wo fängt man also an? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten! Auch wenn es kompliziert scheint, Funkwellen sind keine Zauberei! Die meisten Störungen bei WLAN-Routern lassen sich ohne Expertenwissen und ohne größeren Zeitaufwand beheben.

 

1. Die Wahl des Standorts

Die höchste Reichweite wird durch einen zentralen Standort erzielt.
Wände und andere Hindernisse, wie Spiegel und Glas, mindern die Signalstärke.
Bestenfalls wird der Router (Verteiler) mittig der Wohnfläche/des Nutzungsbereichs platziert.
Eine Positionierung in Schränken und kleinen Räumen sollte vermieden werden.

 

2. Die Distanz zwischen den Geräten

Ein zu großer Abstand zwischen Router und Laptop (Smartphone und Drucker), kann für eine schlechte Verbindung sorgen. Das Signal deckt womöglich nicht die gesamte Wohn-/Nutzfläche ab. Die Anschaffung eines WLAN-Verstärkers (Repeater) kann Abhilfe schaffen, er verstärkt das Signal. Der Router bekommt eine größere Reichweite.

Antennen haben einen ähnlichen Nutzen und sind preiswerter.

 

3. Drahtlose Störquellen

Andere Geräte, wie Festnetz-Telefone, Tablets, Babyphones, E-Reader, usw. können Grund für die Störungen der Internetverbindung sein. Das lässt sich durch eine Vergrößerung des Abstands zu den entsprechenden Geräten herausfinden.
Oftmals können kleine Bewegungen große Veränderungen bewirken.

 

4. Firmware (Software in elektronischen Geräten) aktualisieren

Fehlende Updates können die Leistung beeinträchtigen und das Signal schwächen. Die Aktualisierung der Firmware funktioniert genauso, wie mit Apps oder einer Software. Die Internet-Geschwindigkeit wird dadurch nicht erhöht. Laut einer Umfrage von Statista ist dies in Deutschland auch die häufigste Sicherheitsmaßnahme die ergriffen wird, um die Sicherheit des hauseigenen WLAN-Netzwerks zu erhöhen.

 

5. Neueste Geräte

Ein drahtloses Netzwerk funkt auf einem bestimmten Standard, dem WLAN-Standard (Wireless Local Area Network) a, b, g, n und ac. Dieser gibt an, mit welcher Geschwindigkeit gefunkt wird. Veraltete Geräte unterstützen den a- und b-WLAN-Standard.
ac-Router übertragen mit Höchstgeschwindigkeit.

Eine Umstellung auf aktuellere Router/Geräte kann die Netzwerkprobleme beheben.

 

6. Geräte anpassen

Drahtlose ac-Router funktionieren am besten mit ac-Geräten, b-Router mit b-Geräten.
Die Leistung eines neuen Routers, kann durch die Verbindung mit einem Gerät, das einen älteren WLAN-Standard unterstützt, gedrosselt werden. Es ist möglich, bevorzugte WLAN-Standards festzulegen. Dadurch wird eine automatische Verbindung mit älteren Geräten verhindert.

Für einen Haushalt, in dem Geräte mit verschiedenen WLAN-Standards genutzt werden müssen, empfiehlt sich eine Umstellung des Routers in den Mixed Mode.

 

7. Router optimieren

Es gibt Single-, Dual- und Triband-Router.

Singleband-Router besitzen ein 2,4-GHz-Band.

Dualband-Router besitzen zwei Frequenzbänder, 2,4 GHz und 5 GHz. Je höher das Gigahertz (GHz), desto schneller die Geschwindigkeit. Die Verbindung niedriger WLAN-Standards mit dem 2,4-GHz-Netz und hoher Standards mit dem 5-GHz-Netz, ist optimal. Die Netze werden entlastet und die Internet-Geschwindigkeit maximiert.

Der Triband-Router besitzt ein 2,4-GHz-Band und zwei 5-GHz-Bänder.

 

8. Kanalbündelung (Channelbonding)

Übertragungskanäle besetzen unterschiedliche Bandbreiten (z.B. 20MHz, 40MHz, 80MHz). Durch das Bündeln mehrerer Channel wird die Übertragungsgeschwindigkeit erhöht. Verknüpft man zwei Kanäle mit einer Bandbreite von jeweils 40MHz, erhält man 40MHz/40MHz. Die Geschwindigkeit wird verdoppelt.
Mit modernsten Routern, die nach den ac-Standards arbeiten, können bis zu drei Kanäle gekoppelt werden.

 

9. Netzwerk-Sicherheit

Je mehr Personen die Verbindung gleichzeitig nutzen, desto schlechter wird sie – Hackerangriffe bleiben oft unbemerkt. Den Router durch ein Passwort zu schützen, hilft bedingt. Um das Netzwerk ausreichend zu sichern, empfiehlt sich die Nutzung von WAP oder WAP2. Hierbei handelt es sich um Verschlüsselungsprotokolle zur Sicherung von WLAN-Netzen. Sie werden bei der Einrichtung des Routers angezeigt. WAP2 ist die sicherste Verschlüsselung.

Eine Passwort-Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen schützt besser als kurze Begriffe. Die regelmäßige Änderung des Passwortes, erhöht die Netzwerk-Sicherheit.

 

10. Automatischer Neustart (Reboot)

Oft lassen sich Netzwerkprobleme durch das Trennen vom Stromkreislauf und durch einen Neustart beheben.
Router können automatisch rebooten. Das beugt Problemen vor und ist zeitsparend.
Der Zeitpunkt kann außerhalb des Nutzungszeitraumes gelegt werden.

 

11. Das Modem (Modulator und Demulator) und das Service-Paket

Die Internet-Geschwindigkeit hängt von den Konditionen des gebuchten Service-Pakets ab. Für das regelmäßige Streamen von Filmen oder das Spielen von Online-Games, reichen die Basis-Pakete häufig nicht aus. Je nach Art der Internetnutzung, empfiehlt sich ein Upgrade des Service-Pakets.

Die Geschwindigkeit des Routers, ist von der des Modems abhängig. Eine Verbesserung des Übertragungsgerätes, kann die Internet-Geschwindigkeit erhöhen (sofern der Router eine höhere Leistungsfähigkeit hat).

 

12. Geräte und Anwendungen priorisieren

Spielkonsolen und Video-Streaming verbrauchen eine Menge Daten. Das kann die Geschwindigkeit des drahtlosen Netzwerks für alle anderen Nutzer beeinträchtigen.
Mit der Priorisierung einzelner Geräte und Anwendungen, werden die Übertragungsraten aufgeteilt (z.B. 80/20, 70/30 usw.). Das begrenzt die Medien auf die Nutzung bestimmter Datenraten. Anderen Nutzern/Geräten/Anwendungen bleibt der ausgewählte Prozentsatz erhalten.

 

Fazit

Die häufigsten Ursachen für eine schlechte Verbindung sind die Distanz/Platzierung, andere elektronische Geräte, andere drahtlose Geräte oder bauliche Hindernisse.
Diese Störfaktoren lassen sich meist ohne professionelle Hilfe und ohne größere Schwierigkeiten entfernen. Generell empfiehlt sich die regelmäßige Installation von Updates sowie ein täglicher/wöchentlicher/ monatlicher automatisierter Neustart des Routers.
Wird eine größere Reichweite gewünscht, können zusätzliche Antennen und ein Repeater helfen. Diese sind einfach zu installieren und können zu einem geringen Kaufpreis erworben werden.
Die Optimierung des Routers und die Anpassung an Geräte, die das Netzwerk nutzen, trägt maßgeblich zur Verbesserung der Qualität der Internetverbindung bei.

Je nach Nutzung, kann sich die Umstellung auf die neuesten Geräte und ein leistungsstärkeres Service-Paket lohnen.
Die Einrichtung von WLAN-Routern ist meist nicht so schwer, wie angenommen!
Mit der richtigen Herangehensweise lassen sich Zeit und Mühe ersparen!