Die Grundversorger bitten zum Medienfrühstück

Bessere Bildqualität für bayerische Regionalprogramme.

 

Die Geschäftsführer der 16 bayerischen Lokal-TV-Stationen luden heute im Bayerischen Landtag zum TV-Breakfast ein. 40 Abgeordnete, dazu Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie Thomas Kreutzer, der Chef der CSU-Fraktion, und Fraktionskollege Erwin Huber, als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, diskutierten die neuen Herausforderungen, denen sich die erfolgreichen Regionalfernsehmacher stellen müssen: Im Zuge der technischen Neuerungen sind die Lokalmacher gezwungen, auf ihren Verbreitungswegen in das hochauflösende HD zu wechseln.

 

„Dass wir erfolgreiche Programme produzieren und ausstrahlen, beweisen unsere Zuseher Tag für Tag, indem sie uns zum Informationsmedium Nr. 1 machen. Doch wir müssen auch technisch mithalten: Die nationalen Stationen senden längst in HD. Dagegen ist unsere Bildqualität über Satellit und im digitalen Kabel nicht wirklich konkurrenzfähig“, heißt es bei den Regionalsendern.

 

 

Eine Anhebung der technischen Förderung auf dann 13,7 Mio. Euro netto jährlich sei dringend erforderlich, um auch im direkten Vergleich mit den nationalen Anbietern bestehen zu können. Diese 13,7 Mio. € teilten sich dann unter den 16 Sendern auf. Aus eigener Kraft sei diese Infrastrukturmaßnahme nicht zu stemmen.

 

Wie eng es im lokalen Werbemarkt zugehe, zeigten die aktuellen Insolvenzen anderer Regionalstationen in NRW oder Baden-Württemberg. Bayern sei dagegen noch gut aufgestellt, mit dem täglichen RTL-Fenster seien die Rahmenbedingungen der heimischen Lokalsender zwar besser als anderswo, aber der Wettbewerb mit Onlinemedien und der Rückgang des heimischen Werbemarktes mache sich bemerkbar. „Als größter Nachrichtenproduzent der Bundesrepublik mit über 5.000 Stunden aktuellem Programm aus allen Landesteilen müssen wir uns in Sachen Aktualität und Relevanz nicht verstecken, aber die Bildqualität muss passen“, sagt ein Geschäftsführer der Sender.

 

Erwin Huber, langjähriger Medienpolitiker und einflussreicher CSU-Stratege, erinnert an die alten Meinungs-  und Informationsmonopole der Tageszeitungen, die durch die Regionalsender relativiert werden konnten. Das sei auch ein Gewinn an Meinungsvielfalt. Ohne das Upgrade auf den höheren Standard High Definition/HD sei ein starker Reichweitenverlust zu beklagen. Siegfried Schneider, der Präsident der Landesmedienzentrale, betonte die außerordentliche Quote der Sender, mit fast 1 Mio. Zusehern, die täglich in Bayern ihre Heimatsender einschalteten. Der Rosenheimer CSU-Abgeordnete Klaus Stöttner wies auch auf die gute Ausbildungsleistung der Lokalen hin: „Es gibt bei den großen Sendern kaum einen Redaktionsleiter oder Reporter, der nicht beim Lokalfernsehen angefangen hat.“

 

Die Abgeordneten geben dem Erhalt der regionalen und in Deutschland einzigartigen bayerischen Lokal-TV-Landschaft oberste Priorität. Der Informationsvorsprung der Bürger im Freistaat, der täglich genutzt werde und den die Lokalsender als Grundversorger lieferten, sei ein hohes Gut. „Das, was die Lokalsender täglich leisten, sei vom BR gar nicht zu machen“, hieß es mit Blick auf die schwierigen Reformen, die beim Bayerischen Rundfunk anstünden. Die Sender beklagen einen Mangel an Planungssicherheit, der bereits jetzt zu Einsparungen und Investitionsstau führe und fordern ein schnelles und klares Signal. Das gemeinsame Programmangebot „PLENUM TV“ sei z.B. ein klares Zeichen dafür, dass die lokalen Fernsehstationen insbesondere die Abgeordneten und ihre Arbeit beleuchteten.

 

Die Landtagsarbeit hätte dadurch eine schnelle und kompetente Verbreitung in den Regionen erhalten: „Ein Erfolgsmodell“, so die Landtagspräsidentin Barbara Stamm, „das für Deutschland einzigartig sei.“ Der Doppelhaushalt sei jetzt in den Beratungen, so der Vorsitzende des Haushaltsausschuss, MdL Peter Winter: „Hier werden wir versuchen, die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft der regionalen Fernsehstationen in Bayern zu schaffen.“