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Die Rückrunden-Highlights der Bayern

Nach einem zwischenzeitlichen Tief fand die Hinrunde 2018 für den FC Bayern noch ein einigermaßen versöhnliches Ende, auch wenn Platz 2 in der Tabelle hinter Erzrivale Dortmund nach den letzten Jahren sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Anblick für Spieler und Fans sein dürfte. Immerhin: Das Rennen um die Meisterschaft ist damit weiterhin offen und so spannend, wie lange nicht mehr. Daneben winken weiterhin der DFB-Pokal und die Champions League – Highlights bietet das noch junge Fußballjahr also genug.

 

Zwischenbilanz: (K)Ein gutes Jahr?

Im Grunde gibt es für die Bayern auch in der laufenden Saison nur wenig zu meckern: Die Aussichten auf die Meisterschaft sind, selbst bei aktuell sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Dortmund, keineswegs hoffnungslos, in der Champions League steht ein spannendes Achtelfinale gegen den FC Liverpool an und im DFB-Pokal geht es schon mal frühzeitig nach Berlin. Die Chancen auf alle drei Titel sind also, wenigstens theoretisch, noch immer gegeben.

Allerdings hat der bisherige Saisonverlauf in vielen Situationen Grund zum Zweifeln geliefert, worüber auch die nach wie vor vielversprechende Ausgangslage für das neue Jahr nicht hinwegtäuschen kann. Zu viele Faktoren trübten das Bild, das der Rekordmeister in der Hinrunde hinterließ.

 

  • Magere Heimbilanz

Ein überraschender Grund hierfür: Das schwache Auftreten im eigenen Stadion. Vier Siege aus acht Partien entspricht keineswegs den Ambitionen, die die siegeshungrige Mannschaft vor allem vor heimischer Kulisse ansonsten auszeichnen. Zumal mit Augsburg, Freiburg und Düsseldorf drei Teams in der Allianz-Arena punkten konnten, die nicht unbedingt zur Ligaspitze zählen und selbst das 0:3 gegen den direkten Konkurrenten aus Mönchengladbach fiel ungewohnt hoch aus. Dass es mit der Fortuna gleich einem zweiten Team gelang, in München drei Treffer zu erzielen, musste sogar noch mehr überraschen.

 

Eigentlich ein besonderes Gefühl: Heimspiele in der Allianz Arena – Quelle: youtube.com

 

Am Ende der Hinrunde steht die Heimbilanz daher bei vier Siegen, drei Unentschieden und einer Niederlage – und damit die schlechteste Heimbilanz seit 1991. Zum Vergleich: In der gesamten Saison 2017/18 gaben die Bayern zu Hause nur dreimal Punkte ab (zwei Unentschieden, eine Niederlage), schossen in den 17 Heimpartien 56 Tore bei 15 Gegentreffern (aktuelle Saison: zehn Gegentreffer aus acht Partien). Platz 2 in der Tabelle ist daher vor allem der deutlich besseren Auswärtsbilanz mit sieben Siegen aus neun Begegnungen zuzuschreiben.

 

  • Verletzungspech

Die aktuelle Saison startete in dieser Hinsicht gleich mit einer Hiobsbotschaft: Riss des Syndesmosebandes am linken Sprunggelenk bei Kingsley Coman im Eröffnungsspiel gegen Hoffenheim. Nicht die einzige schwere Verletzung, mit der die Bayern-Profis zu kämpfen hatten. Besonders bitter war dabei der Kreuzbandriss von Corentin Tolisso, dazu fielen unter anderem Rafinha (Innenbandverletzung), James Rodríguez (Teilriss des linken Außenbandes im Knie) und Mittelfeldregisseur Thiago (Bänderriss im rechten Sprunggelenk) für längere Zeit aus.

Arjen Robben laboriert seit Ende November an einer muskulären Überreizung des Oberschenkels und befindet sich vor dem Rückrundenstart noch im Individualtraining. Serge Gnabry hingegen ist nach seinem Muskelfaserriss aus dem Spiel gegen Leipzig deutlich weiter und trainierte im Trainingslager in Doha wieder voll mit der Mannschaft.

Die schlechte Nachricht folgte aber sogleich, denn mit Franck Ribéry gibt es den nächsten Ausfall zu beklagen. Der 35-jährige erlitt in Katar eine Oberschenkelzerrung, zwei Wochen Pause drohen. In Anbetracht der hervorragenden Form, in der sich der Franzose zum Ende der Hinrunde präsentierte – unter anderem mit zwei Treffern beim Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt –, ein umso schmerzlicherer Verlust für Trainer Nico Kovac.

 

  • Angezählte Leistungsträger

So erfreulich die Form des Franzosen auch war, konnten ähnliche Leistungen längst nicht von allen Spielern abgerufen werden, von denen das eigentlich zu erwarten wäre. Aus der Offensivabteilung überzeugt allenfalls Robert Lewandowski mit zehn Saisontreffern, danach folgen Thomas Müller und Franck Ribéry mit jeweils vier Toren. Andererseits sah es in der vergangenen Saison am 17. Spieltag auch nicht wesentlich besser aus, die Torjägerliste der Bundesliga führte ebenfalls Lewandowski an (15 Treffer), der zweitbeste Torschütze der Bayern in der Spielzeit 2017/18 zum Ende der Hinrunde hieß noch Arturo Vidal (5 Tore).

 

© Mit dem Auswärtssieg in Bremen gelang dem FCB die Wende in der Bundesliga-Hindrunde.  fotolia.com © FB-Foto

 

Mit insgesamt 36 Toren liegen die Bayern nur minimal hinter dem Vergleichswert der zurückliegenden Saison (37 Tore), was damals für Platz 1 mit elf Punkten Vorsprung vor den zweitplatzierten Schalkern reichte. Dass die Situation in der laufenden Saison eine andere ist, liegt daher weniger an den erzielten Treffern oder der allgemeinen Formschwäche der Ligakonkurrenten, als vielmehr an der Defensivleistung: In der vergangenen Hinrunde standen dort elf Treffer zu Buche, in der aktuellen Spielzeit sind es bereits 18.

 

Tatsächlich mussten sich vor allem die gestandenen Defensivspieler im Kader viel Kritik gefallen lassen: Manuel Neuer, Jerome Boateng und Mats Hummels sind in der laufenden Saison nicht das gewohnte Abwehrbollwerk, das verlässlich beim FCB und in der Nationalmannschaft für frustrierte gegnerische Stürmer sorgte. Was sich bei der WM in Russland schon abzeichnete, fand in der Liga seine Fortführung. Die einstige Sicherheit war bislang in zu vielen Spielsituationen dahin, als dass man darüber hinwegsehen könnte.

Die Bilanz des Trios zum Ende der Hinrunde ist dementsprechend ausbaufähig. Manuel Neuer gehört laut Kicker zu den Bundesliga-Torhütern mit der schlechtesten Fangquote, konnte aber immerhin in sechs Spielen ohne Gegentreffer bleiben und liegt damit direkt hinter Yann Sommer und Peter Gulacsi (jeweils sieben Spiele ohne Gegentor). Nach einer Umfrage der renommierten Sportzeitschrift unter 214 Bundesliga-Spielern gehören Hummels und Boateng sogar zu den größten Absteigern der Hinrunde. So hart dieses Urteil erscheinen mag, es hat sicherlich Gründe, dass mit Niklas Süle der jüngste der drei etatmäßigen Innenverteidiger die meiste Spielzeit bekam.

Genau darin liegt aber die große Hoffnung für den vielzitierten notwendigen Umbruch in der Mannschaft: Süle ist schließlich nicht der einzige Spieler der jüngeren Generation, der schon jetzt ein fester Bestandteil der Mannschaft ist.

 

 

Chancen in allen Wettbewerben

Abgesehen von der durchwachsenen Zwischenbilanz bleibt aber in jedem Fall festzuhalten, dass die Titelchancen in allen drei Wettbewerben immer noch vorhanden sind. Nur die Vorzeichen mögen sich im Vergleich zu den zurückliegenden Spielzeiten geändert haben, denn die unangefochtene Favoritenrolle hält der FCB in der bekannten Form derzeit nicht unbedingt inne – aber nicht nur Oliver Kahn dürfte der Meinung sein, dass die Rückrunde für die Bayern anders verlaufen wird.

 

 

Bundesliga – Trend und Schlüsselpartien

In der Bundesliga war zuletzt beispielsweise ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen mit fünf Siegen in Folge – unter anderem gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions League-Plätze (Heimspiel gegen RB Leipzig, 16. Spieltag, 1:0) und den amtierenden Pokalsieger Eintracht Frankfurt, der im eigenen Stadion mit 3:0 besiegt werden konnte.

Nach dem Zwischentief, das mit dem Unentschieden gegen den FC Augsburg am fünften Spieltag eingeläutet wurde und das erst mit dem Auswärtssieg in Bremen am 13. Spieltag wirklich überwunden war, bedeutete das bekanntlich ein Vorrücken auf Platz 2 in der Tabelle. Die alles entscheidende Frage lautet dennoch, ob dieser Trend in der Rückrunde fortgesetzt werden kann. Dafür müssen selbstverständlich Siege her und das vor allem in den Schlüsselpartien, die nun anstehen.

 

Ein Highlight der Hinrunde: Kantersieg gegen Hannover 96 – Quelle: youtube.com

 

Dabei ist das Gipfeltreffen mit dem, Stand jetzt, zu erwartenden größten Konkurrenten um die Meisterschaft, der am 28. Spieltag in der Allianz-Arena stattfindet: Dann ist der BVB zu Gast in München und der Ausgang dieses Duells kann dann, mit nur noch sechs verbleibenden Spielen, bereits für eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf sorgen. Dazwischen gilt es aber noch eine Reihe weiterer wichtiger Spiele zu gewinnen, etwa gegen die direkten Verfolger, die im Rennen um die Champions League-Plätze selbst nichts zu verlieren haben und sich Hoffnungen auf Punktgewinne gegen die Bayern machen.

Das gilt ganz sicher für die Gladbacher Borussia, die im heimischen Stadion die Gelegenheit haben, ihren Erfolg aus der Hinrunde zu wiederholen. In Anbetracht der Heimstärke der Fohlen – die hielten sich in allen acht Heimspielen schadlos, gaben keinen Punkt ab und kassierten lediglich drei Gegentore – ist das eine Aufgabe, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Gleiches gilt für die Begegnung mit RB Leipzig, die sich in der Hinrunde nur knapp mit 1:0 geschlagen geben mussten und im eigenen Stadion ebenfalls noch kein Spiel verloren haben.

Daneben sind besonders die Spiele gegen Wolfsburg, Frankfurt, Hoffenheim, Berlin und Leverkusen interessant, da davon auszugehen ist, dass diese Teams die internationalen Plätze unter sich ausmachen und dafür jeden Punkt brauchen werden. Die Rechnung mit der Frankfurter Eintracht wurde nach der Pokalniederlage zwar beglichen, dennoch dürften die Bayern-Spieler im Rückspiel mehr als motiviert sein, das Kräfteverhältnis wieder gerade zu rücken. Ähnliches gilt für die Partie gegen die Hertha, die als eines von drei Bundesliga-Teams einen Sieg über den FCB vorweisen können.

 

 

Die wichtigsten Spiele der Rückrunde:

 

18. Spieltag

gg. TSG 1899 Hoffenheim

FR | 20. Januar 2019 | 20.30 Uhr (A)

Auch wenn die Hoffenheimer mit ihrem aktuellen Platz 7 hinter den eigenen Erwartungen zurückliegen dürften, sind die Europa League-Plätze durchaus in Schlagweite. Selbst auf Platz 4 und damit auf die Champions League-Qualifikation sind es derzeit nur sechs Punkte für die Kraichgauer.

 

20. Spieltag

gg. Bayer 04 Leverkusen

SA | 02. Februar 2019 | 15.30 Uhr (A)

Die Leverkusener laufen ebenfalls ihren Ambitionen hinterher, richten soll das in der Rückrunde nun der neue Trainer Peter Bosz. Obwohl die Bayern das Hinspiel souverän mit 3:1 für sich entscheiden konnten, sollten sie entsprechend gewarnt sein – insbesondere, weil die Begegnung mit dem unnötigen Foul von Karim Bellarabi an Rafinha einen der Aufreger des damaligen Spieltags bot.

 

23. Spieltag

gg. Hertha BSC Berlin

SA | 23. Februar 2019 | 15.30 Uhr (H)

Gegen die Mannschaft von Pál Dárdai ist in jedem Fall Wiedergutmachung für die erste Niederlage der laufenden Saison angesagt.

 

24. Spieltag

gg. Borussia Mönchengladbach

SA | 02. März 2019 | 18.30 Uhr (A)

Wie das Hinspiel ausging, darauf wurde schon hingewiesen, ebenso auf die Schwierigkeiten, die im Borussia-Park auf die Münchner im Spitzenspiel des Spieltags warten. Sicher eines der wegweisenden Spiele für beide Mannschaften.

 

25. Spieltag

gg. VfL Wolfsburg

SA | 09. März 2019 | 15.30 Uhr (H)

Vor der Saison hätte wohl niemand damit gerechnet, dass die Wolfsburger bei den Plätzen für das internationale Geschäft mitmischen würden. Eine der Überraschungen der Hinrunde, die allerdings in der Rückrunde noch beweisen muss, ob der Trend anhält. Mit Blick auf die Tabelle ist der VfL wohl kein direkter Konkurrent, trotzdem winkt für die Mannschaft aus der Autostadt derzeit die Champions League-Qualifikation und damit längst verloren geglaubter Glanz.

 

28. Spieltag

gg. Borussia Dortmund

SA | 06. April 2019 | 18.30 Uhr (H)

Auch ohne die aktuelle Tabellensituation gibt die Dauerrivalität zwischen Dortmundern und Bayern immer Anlass, sich auf ein hochklassiges und hochdramatisches Spiel zu freuen. Das knappe Hinspiel war dabei keine Ausnahme, für das Rückspiel ist ebenfalls nichts Anderes zu erwarten. Unter Umständen wird die Begegnung bereits ein vorgezogenes Endspiel um die Meisterschaft.

 

Auch in der Rückrunde ein entscheidendes Duell: Das Spiel gegen den BVB – Quelle: youtube.com

 

33. Spieltag

gg. RB Leipzig

SA | 11. Mai 2019 | 15.30 Uhr (A)

Sechs Mal trafen die beiden Clubs bislang aufeinander (fünf Mal in der Bundesliga, ein Mal im DFB-Pokal), wirklich deutlich fiel dabei nur die erste Begegnung in der Debüt-Saison der Leipziger aus: Damals gewann die Bayern mit 3:0. Erst ein Spiel konnte RB gegen die Münchner gewinnen, das war am 27. Spieltag der vergangenen Saison. Die Zeichen stehen also eigentlich auf einen Sieg für den FCB, doch im Kampf um den Titel könnte dieses vorletzte Saisonspiel noch ein besonders wichtiges werden.

Andererseits gibt es, angesichts der derzeitigen Tabellensituation, ohnehin keine unwichtigen Spiele in der Rückrunde. Zumal es einige renommierte Vereine gibt, die sich in der Rückrunde mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen müssen – selbst Schalke kann sich mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch keineswegs sicher wähnen und wird darüber hinaus auch kaum mit einem 13. Platz zufrieden sein. Ralf Fährmann, Kapitän der Königsblauen, verspricht jedenfalls Wiedergutmachung für die misslungene Hinrunde. Nach der Vizemeisterschaft der vergangenen Saison war die Erwartungshaltung beim Revierclub sicher eine andere.

Ebenso spannend dürfte das Rennen um die internationalen Plätze werden. Die Plätze 3 bis 6 liegen mit lediglich sechs Punkten Differenz nah beieinander, relativ gute Chancen können sich deshalb auch noch die Hertha und Leverkusen mit jeweils 24 Zählern machen. Für die Verfolgergruppe gilt es unter diesen Umständen allerdings, so wenige Punkte wie nur möglich liegen zu lassen – und daher besonders bei den „Großen“ zu punkten.

 

 

DFB-Pokal

So mühsam der Weg für den Rekordpokalsieger in den ersten Runden auch war, am Ende zählte vor allem der Einzug ins Achtelfinale. Der gelang, mit denkbar knappen Siegen über den SV Drochtersen/Assel und den SV Rödinghausen. Mit Hertha BSC wartet nun ein anderes Kaliber auf den FCB, doch unlösbar ist die Aufgabe sicher nicht. So prominent sich der Kreis der verbliebenen 16 Mannschaften im Pokalwettbewerb auch liest, weniger als die Finalteilnahme dürfte in München niemand erwarten.
In den vergangenen zehn Jahren schafften die Bayern das sechs Mal, gewannen dabei vier Mal den Pokal. Nur Borussia Dortmund kommt im selben Zeitraum auf ähnlich viele Finalspiele (fünf), konnte dabei aber nur zweimal den Pokal holen. Mehr als genug Gründe also, dem weiteren Verlauf des DFB-Pokals optimistisch entgegenzublicken. Auch hier ist zudem Wiedergutmachung angesagt, um die vergleichsweise deutliche 3:1-Niederlage aus dem Finale des vergangenen Jahres vergessen zu machen.

 

DFB-Pokal Achtelfinale

gg. Hertha BSC Berlin

MI | 06. Februar 2019 | 20.45 Uhr (A)

 

 

Champions League

Die Bilanz der Bayern in der aktuellen Champions League-Saison war durchaus beachtlich, selbst wenn die beiden Unentschieden gegen Ajax Amsterdam ein kleiner Wermutstropfen bei einer ansonsten überzeugenden Leistung sein dürften. Mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von 15:5 (gegen AEK Athen und im Hinspiel bei Benfica Lissabon konnte sogar zu Null gespielt werden) sicherte sich der FCB Platz 1 in der Gruppe E und darf sich nun auf ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten freuen.

Im Achtelfinale wartet Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool, die erste Begegnung findet am 19. Februar an der legendären Anfield Road statt. Sicher kein leichter Gegner, die Liverpooler führen derzeit die Premier League an und müssen schon deshalb eher als Favorit in den beiden Aufeinandertreffen gelten. Allerdings ging für die Reds das Spitzenspiel gegen den größten Rivalen und direkten Verfolger Manchester City mit 2:1 verloren, aus dem FA-Cup schied man ebenfalls nach einer 1:2-Niederlage gegen den Tabellenneunten aus Wolverhampton zuletzt aus.

Dennoch sollten die Bayern gewarnt sein, denn gerade das Aus im englischen Pokal sorgt dafür, dass die Liverpooler sich Ende Januar und Mitte Februar über zwei freie Wochenenden freuen können – vor dem Achtelfinalhinspiel bedeutet das eine neuntätige Pause für Klopp und seine Mannschaft, die durch die fehlende Winterpause in der englischen Liga ansonsten keine große Zeit für Erholung hatten.

 

© An der Anfield Road wartet keine leichte Aufgabe auf den FCB. - fotolia.com © fovivafoto

 

Die bisherige Bilanz der beiden Mannschaften ist indes ausgeglichen, die letzte Begegnung im Rahmen eines Wettbewerbs konnte Liverpool im Finale des UEFA Super Cups 2001 mit 3:2 für sich entscheiden. In der Champions League traf man bisher allerdings nur ein einziges Mal aufeinander – im Halbfinale der Spielzeit 1980/81, als der Wettbewerb noch „Pokal der Landesmeister“ und damit elf Jahre vor der Umwandlung zur Champions League in der Form, in der sie heute ausgetragen wird.

Damals zog übrigens der FC Liverpool ins Finale ein: Nach einem torlosen Spiel bei den Reds reichte diesen ein 1:1 in München, um dank der Auswärtstor-Regelung weiterzukommen. Im Finale gewannen die Liverpooler dann ihren dritten von insgesamt fünf Champions League-Titeln – und liegt in dieser Hinsicht gleichauf mit den Bayern. Ansonsten könnte ein Achtelfinale fast nicht hochkarätiger besetzt sein, denn immerhin treffen ein Vorjahresfinalist und ein Vorjahreshalbfinalist aufeinander. Beide übrigens geschlagen vom späteren Titelträger Real Madrid.

 

CL Achtelfinale, Hinspiel

DI | 19. Februar 2019 | 21.00 Uhr (A)

 

CL Achtelfinale, Rückspiel

MI | 13. März 2019| 21.00 Uhr (H)

 

 

Vorbereitung zur Rückrunde: Alte Ziele, neue Herausforderungen

An den Zielen, die der FC Bayern in jeder Saison aufs Neue verfolgt, hat sich demnach trotz der vielbeschworenen Krise nichts geändert. Neu sind lediglich die Herausforderungen: Die Ausgangsposition in der Bundesliga ist nicht so komfortabel wie gewohnt, zum engeren Favoritenkreis dürften die Münchner in dieser Spielzeit auch in der Champions League nicht unbedingt gehören.

Die Erwartungen sind dennoch riesig, nicht zuletzt diejenigen, die die Mannschaft um Trainer Niko Kovac an sich selbst hat. Entsprechend kämpferisch klangen daher auch die Meldungen aus dem Trainingslager in Doha. Seit Freitag wird die Vorbereitung auf die Rückrunde und die Aufgaben des neuen Jahres an der Säbener Straße fortgesetzt, daneben wird emsig an der Umgestaltung des Kaders gearbeitet.

 

 

 

Transfers und Konkurrenzkampf

Schon lange fix ist dabei der Transfer von Alphonso Davies, der 18-jährige Kanadier wechselte für zehn Millionen Euro von den Vancouver Whitecaps nach München. Ebenfalls fix ist der Wechsel des französischen Verteidigers Benjamin Pavard, der für rund 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart kommt.
Nicht der einzige neue Defensivspezialist, den der FCB verpflichten möchte, glaubt man den Transfergerüchten: Auf der Wunschliste stehen demnach außerdem Dayot Upamecano vom Ligakonkurrenten RB Leipzig sowie mit Lucas Hernandez ein weiterer französischer Weltmeister. Dessen aktueller Arbeitgeber Atletico Madrid ist aber nicht unbedingt gewillt, den 22-jährigen frühzeitig ziehen zu lassen.

Mehr Konkurrenz also für die etatmäßigen Innenverteidiger Hummels, Boateng und Süle und die Abwehr ist längst nicht der einzige Mannschaftsbereich, in dem es zu einem heißen Kampf um die einzelnen Positionen geben könnte. Das Interesse an Chelseas Linksaußen Callum Hudson-Odoi ist gesichert, ein Wechsel offenbar vor allem von den Ablösevorstellungen der Engländer abhängig.

 

 

Neues Mittelfeld für die neue Saison

Überhaupt wird Gerüchten zufolge stark an einem neuen Mittelfeld gearbeitet, das nach jüngsten Meldungen unter anderem durch Adrien Rabiot von Paris Saint-Germain und Kai Havertz von Bayer Leverkusen verstärkt werden soll. Auch die Gerüchte um eine Verpflichtung von Leipzigs Timo Werner reißen nicht ab, auch weil der Stürmer diese selbst immer wieder befeuert.

 

© Damit in der Allianz Arena weiterhin attraktiver und erfolgreicher Fußball geboten wird, laufen die Kaderplanungen derzeit auf Hochtouren. - unsplash.com © Tobias Zils

 

Gerade hinter den Spitzen könnte es daher eng werden, zumal unter Niko Kovac zuletzt Thomas Müller auf der Zehn gesetzt war und den Vorzug vor James Rodríguez erhielt. Dessen Ausleihe endet aber ohnehin im Sommer, fraglich ist daher, ob der Kolumbianer überhaupt bei den Bayern bleiben wird.

 

 

Kaderverjüngung trifft auch verdiente Spieler

Mit Arjen Robben und Franck Ribéry könnten zudem zwei verdiente Flügelspieler den Verein ablösefrei verlassen. Während sich Robben bereits offen zu seinem Abschied vom FCB geäußert hat, ist die Zukunft von Ribéry noch offen. Mit Galatasaray Istanbul hat aber offenbar ein ehemaliger Arbeitgeber Interesse an einer Verpflichtung des Franzosen, der sich nach seinen starken Leistungen zum Ende der Hinrunde eigentlich für eine neuerliche Vertragsverlängerung zu empfehlen schien.

Nach seinem Ausraster in den sozialen Medien ist allerdings fraglich, ob er nicht viel Kredit und damit ein weiteres Jahr in München verspielt hat. Für den geplanten Umbruch inklusive einer deutlichen Kaderverjüngung scheint Ribéry mit nunmehr 36 Jahren außerdem zu alt. Schließlich verlässt mit Rafinha ein weiterer Spieler der „alten Garde“ München, den Brasilianer zieht es wohl zurück in die alte Heimat, das Interesse von Flamengo Rio de Janeiro ist jedenfalls bestätigt.

Es wird also intensiv an der Neugestaltung des Kaders gearbeitet, sowohl hinsichtlich der – bestätigten wie offenen – Neuzugänge als auch hinsichtlich der notwendig Verjüngung. Daher dürfte die anstehende neue Saison mindestens so spannend werden, wie die Rückrunde, die unmittelbar bevorsteht.