Zwei Polizisten auf Pferden vor der Bavaria, © Polizei München

Die Wiesn-Einsätze der Polizei am Tag der Deutschen Einheit

Die Einsätze der Wiesnwache am Tag der Deutschen Einheit. Skurril: Ein Marihuana-Konsument bittet einen Beamten in zivil um Feuer und Taschendiebe erhalten vom Bestohlenen Finderlohn.

 

München –  Jointraucher bittet Zivilpolizisten um Feuer
Am Samstag, 03.10.2015, gegen 01.10 Uhr, bat ein 23-jähriger Franzose Zivilbeamte der Festwiesnwache um Feuer, um seinen Joint anzünden zu können. Der 23-Jährige wurde daraufhin festgenommen und bei der anschließenden Durchsuchung wurde  noch eine geringe Menge Marihuana aufgefunden. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung wurde er von der Wiesnwache aus entlassen.

 

Mann schneidet sich beim Sturz sein Bein auf

Am Donnerstag, 01.10.2015, gegen 02.30 Uhr, stürzte ein 24-jähriger stark betrunkener Wiesnbesucher in einem Lokal nahe der Festwiese rückwärts durch eine Glastür und verletzte sich hierbei an der Hauptschlagader im Beinbereich. Aufgrund des hohen Blutverlustes musste der Mann sofort operiert werden. Mittlerweile besteht keine Lebensgefahr mehr. Ob sich der junge Mann selbst verletzte oder von Dritten verletzt wurde, muss noch ermittelt werden.

 

Mexikanische Wiesbesucherin verletzt Rettungssanitäter und Polizeibeamte
Eine angetrunkene 35-jährige mexikanische Wiesnbesucherin trat am Abend des Dienstag, 29.09.2015, im Bereich des Bavariarings einem helfenden Rettungssanitäter in den Schritt und seinem Kollegen gegen das Schienbein. Einem hinzugerufenen Polizeibeamten schlug sie mit der Faust so ins Gesicht, dass die Lippe aufplatzte.
Bei der notwendigen Fesselung und Verbringung zur Polizeiinspektion 14 (Westend) versuchte sie eine 22-jährige
Polizeibeamtin mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, just in dem Moment als die Handfesseln wieder gelöst werden sollten. Im Anschluss erbrach sie sich über sich selbst sowie in die Haftzelle. Der 35-jährigen Mexikanerin drohen nun mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Taschendiebe erhalten vom Bestohlenen Finderlohn
Taschendiebfahnder aus Genf und München beobachteten am Freitag, 02.10.2015, gegen 17.00 Uhr, drei italienische
Wiesnbesucher, wie sie sich zu einem Schlafenden auf dem Hügel gesellten und ihm aus der Tasche das Handy
entwendeten. Wenig später erwachte der Bestohlene und entfernte sich, kam aber kurze Zeit später zurück und bekam von den Tätern sein „verlorenes Handy“ wieder ausgehändigt. Hierfür zahlte er Finderlohn.
Als das Trio kurze Zeit später bei einem weiteren Schläfer den Geldbeutel entwendete, erfolgte die Festnahme. Nachdem die drei Diebe keinen festen Wohnsitz in Deutschland vorweisen konnten, wurden sie dem Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.

 

Wiesnbesucher belästigt Studentinnen
Am Donnerstag, 01.10.2015, gegen 18.50 Uhr, saß ein 48-jähriger Wiesnbesucher in einem Festzelt mit einer 21-Jährigen und einer 27-jährigen Studentin am Tisch und belästigte diese. Er fasste zunächst der 21-Jährigen ans Gesäß und anschließend ihrer Kommilitonin unters Dirndl, außerdem biss er der 27-Jährigen einmal schmerzhaft in den Finger. Nachdem er durch die beiden Frauen mehrfach aufgefordert wurde dies zu unterlassen, bedrohte er einen weiteren Wiesnbesucher mehrmals mit den Worten: „Ich bring dich um!“ Daraufhin wurde die Security verständigt, um den 48-Jährigen aus dem Zelt zu bringen. Außerhalb des Zeltes schlug ein Kollege des 48-Jährigen, ein 37-jähriger Tscheche, einem Security-Mitarbeiter mit der Faust ins Gesicht. Der Ordner erlitt dadurch eine Platzwunde an der Schläfe. Er wurde durch den Rettungsdienst ambulant versorgt. Die beiden Männer wurden daraufhin vorläufig festgenommen.
Widerstand mit verletzten Beamten im Wiesn-Umfeld
Am Freitag, 02.10.2015, kurz vor Mitternacht, kam es zu einem Widerstand gegen Beamte der Bereitschaftspolizei, die im Wiesn-Umfeld beim Verkehrssperrring eingesetzt waren. Ein 36-jähriger Wiesnbesucher kam zunächst in der
Pettenkoferstraße/St.-Pauls-Straße auf die Kollegen am Sperrring zu und wollte sich beschweren, weil er zuvor von
Ordnern aus einem Festzelt verwiesen wurde. Hierbei wurde der 36-Jährige zunehmend aggressiver und beleidigte die eingesetzten Kräfte immer wieder. Nachdem er nach mehrmaliger Aufforderung einem Platzverweis nicht nachkam, wurde ihm der Gewahrsam angedroht. Nachdem der 36-Jährige sich weiter aggressiv verhielt, wurde er, trotz massiver Gegenwehr, am Boden fixiert werden. Anschließend wurde er zur Durchsetzung des Platzverweises zur nahegelegenen Polizeiinspektion 14 (Westend) verbracht. Während der Festnahme wurden zwei Polizeibeamte durch Schläge und Bisse verletzt. Einer der Beamten musste ins Krankenhaus gebracht werden, konnte nach der Behandlung aber wieder entlassen werden. Dem 36-Jährigen erwarten Anzeigen wegen Widerstand gegen
Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung.
Jugendbeamte wegen betrunkener Jugendlicher im Dauereinsatz
Nachdem sich an den bisherigen Wiesn-Tagen erfreulicherweise die Aufgriffe alkoholisierter Jugendlicher auf sehr niedrigem Niveau bewegten, waren die Jugendbeamten der Festwiesn-Wache am Freitag, 02.10.2015, gefordert.
Als traurige Spitzenwerte waren vier 15-Jährige mit Atemalkoholwerten zwischen 1,06 und 1,78 Promille und vier
16-Jährige mit Atemalkoholwerten zwischen 0,82 und 1,94 Promille zu verzeichnen. Alle gaben an, in Festzelten Bier
konsumiert zu haben. Konzentrationen auf einzelne Gaststättenbetriebe waren nicht festzustellen. In allen Fällen
erlaubten die Einlassungen der Jugendlichen keinen konkreten Rückschluss auf die alkoholabgebenden Zelte.
Eine ärztliche Behandlung war bei keiner Person erforderlich. Alle Jugendlichen wurden den Eltern übergeben.
pol/mk