Einfahrende S-Bahn auf der Münchner Stammstrecke

Dieter Reiter: Entscheidung für zweite Stammstrecke in diesem Jahr

Rien ne va plus – nichts geht mehr. Zumindest auf viele S-Bahnen im Berufsverkehr trifft das zu. Wenn mal wieder ein Betriebsschaden vorliegt und man gefühlte Stunden warten muss, bis es weitergeht. Daher soll nun die zweite Stammstrecke kommen. Die Entscheidung für den Bau soll laut Oberbürgermeister Dieter Reiter noch dieses Jahr fallen.

 

 

München – Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) rechnet bei der geplanten zweiten S-Bahn-Stammstrecke mit einer Entscheidung für den Bau in diesem Jahr. Fehlende Planfeststellungsbeschlüsse sollten bis Sommer ergehen, sagte Reiter der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er werde entsprechend bei Land und Bund Druck machen. „Es ist das bundesweit größte Nahverkehrsprojekt.“ Er könne sich eine Eröffnung bis 2026 vorstellen, sagte Reiter, der am 1. Mai seit einem Jahr im Amt ist.

 

Die Stammstrecke soll gut zwei Milliarden Euro kosten, mit Risikobudget für unerwartete Zusatzkosten etwa 2,6 Milliarden Euro. Allerdings hat die Opposition bereits vermutet, dass auch das nicht reichen wird. Die Rede ist bereits von drei Milliarden Euro und mehr.

 

Ausbau des U-Bahn-Netzes 

 

Die größten Anteile tragen der Freistaat und der Bund, ferner die Bahn. Die Stadt München will sich mit 113 Millionen Euro beteiligen. München brauche die zweite Stammstrecke dringend – letztlich sei die Planung lange überfällig, sagte Reiter. „Da sind viele, viele Jahre ins Land gegangen.“

 

Denn die Stadt platzt aus den Nähten. Bis 2025 wird erwartet, dass die Einwohnerzahl von derzeit 1,5 Millionen auf rund 1,7 Millionen steigt. Parallel treibe die Stadt deshalb die Planungen für den U-Bahnausbau und den Busverkehr voran. Geprüft werden dabei die Verlängerung der U5 nach Pasing, eine Entlastung auf der Nord-Süd-Achse (U9) und eine Tangentialverbindung im Münchner Norden (U26). „Das sind Themen, die wir jetzt angehen müssen, weil München weiter am Wachsen ist.“ (dpa/lby)