Doppelmord in Höfen: Tatverdächtiger weiter auf der Flucht

Gut zwei Wochen nach Bekanntwerden des Doppelmordes im Königsdorfer Weiler Höfen hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. In Weilheim gibt die Polizei eine Pressekonferenz und präsentiert die neuesten Ermittlungserkenntnisse. Alle Informationen gibt es bei uns.

 

+++Update+++

Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Doppelmörder von Höfen bei Bad Tölz hat der Polizei noch nicht den erhofften Erfolg gebracht. Zwar seien an die zehn Hinweise auf den gesuchten 43-Jährigen eingegangen, sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Montag. Eine heiße Spur habe sich daraus aber nicht ergeben.

 

Zweieinhalb Wochen nach dem Doppelmord in dem Weiler der Gemeinde Königsdorf sucht die Polizei den Mann mit internationalem Haftbefehl. Der dringend Tatverdächtige hatte DNA-Spuren am Tatort hinterlassen. Die Ermittler vermuten ihn in seinem Heimatland Polen.

 

Die Schwester des 43-Jährigen sitzt wegen Verdachts der Beihilfe zum zweifachen Mord und versuchten Mord in Untersuchungshaft. Sie hatte zeitweise als Pflegerin im Haus des überlebenden Opfers gearbeitet. Nach der Spurenauswertung geht die Sonderkommission «Höfen» davon aus, dass mindestens zwei Täter in der Nacht zum 23. Februar in dem Einfamilienhaus waren. Ob auch die 49 Jahre alte Schwester des Gesuchten in der Tatnacht dort war, ist bisher ungeklärt.

 

Drei Tage nach dem Doppelmord waren in dem Haus die Leichen einer Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und eines Mannes (81) aus Nordrhein-Westfalen – Bekannte der Bewohnerin – entdeckt worden. Die Hauseigentümerin war von den Tätern schwer verletzt zurückgelassen worden. Die 76-Jährige kam in kritischem Zustand ins Krankenhaus und ist laut Polizei nach wie vor nicht vernehmungsfähig.

 

Sehen Sie im Video die wichtigsten Ausschnitte aus der Pressekonferenz vergangenen Freitag.

 

 

Lesen Sie hier noch einmal alles zum bisherigen Erkenntnisstand im Fall des Doppelmordes von Höfen.

 

 

 

Polizeipräsident der Direktion Oberbayern Süd Robert Kopp eröffnet die Pressekonferenz. Mit ihm am Tisch Markus Deinel (rechts), Chef der Soko „Höfen“ und Leitender Oberstaatsanwalt Hajo Tacke (links).

 

Zwei Wochen nach der Tat gibt es erste wichtige Ermittlungsergebnisse.

 

Der Durchbruch in den Ermittlungen gelang der Soko „Höfen“ zu Beginn dieser Woche. Während der Absuche des Geländes im Außenbereich um das Einfamilienhaus fanden die Einsatzkräfte  einen tatrelevanten Gegenstand, aus dem durch das Institut für Rechtsmedizin in München ein vollständiges DNA-Muster herausgearbeitet wurde. Die Überprüfung mit bislang bekannten Spuren, die innerhalb des Einfamilienhauses gesichert werden konnten, ergaben Übereinstimmungen, die einen dringenden Tatverdacht begründen.

 

Zwei Tatverdächtige wurden ermittelt.

 

Ein 43-jähriger polnischer Staatsangehöriger ist laut DNA-Test an der Tat beteiligt.

 

Der Tatverdächtige ist zur Zeit noch flüchtig!

 

Eine 49-jährige polnische Pflegerin, die bei der Hausbesitzerin angestellt war, ist ebenfalls tatverdächtig. Sie soll den mittlerweile verstorbenen Ehemann der Hausbesitzerin gepflegt haben. Die Frau wurde in Ostdeutschland (Brandenburg) ausfindig gemacht. Auf die Pflegekraft hatten sich die Ermittlungen der 55-köpfigen Soko „Höfen“ seit Beginn der Untersuchungen konzentriert. Laut Polizei gab die Frau die nötigen Hinweise, die zur Tat führten.

 

Die Pflegerin ist die Schwester des zweiten Tatverdächtigen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Sie wurde am 8. März festgenommen.

 

Die Polizei sucht  jetzt nach Robert Pludowksi, der dringend verdächtig ist, den Doppelmord begangen zu haben. Der Mann ist 43-Jahre alt und stammt aus Stettin. Der Gesuchte ist etwa 180 cm groß, hat sehr kurze, dunkle Haare (annähernd Glatze), eine athletische Figur, eine Totenkopf-Tätowierung am rechten Oberarm und spricht polnisch und gebrochen deutsch. Die Polizei warnt: Der Gesuchte ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich. (Foto)

 

 

 

 

Die Polizei hofft auf weitere Mithilfe der Bevölkerung: Klar ist nun auch, dass die Tat in der Nacht von 22. auf den 23. Februar begangen wurde.

 

Wer zur Tatzeit in der Nähe der Tank und Rastanlage Höhenrain an der A 95 war und Aussagen zum Fahrzeug der Täter machen kann, soll sich bei jeder beliebigen Polizeistelle melden.

 

 

 

Der entscheidende  Hinweis zu den Tatverdächtigen kam, laut Polizeipräsident Kopp,aus der Bevölkerung.

 

 

 

Der weil ist Zeugin Luise Strauch(Foto), Besitzerin des Hauses, immer noch so schwer verletzt, dass sie weiterhin nicht vernehmungsfähig ist.

 

 

Das Motiv war offensichtlich Habgier. Die Täter wollten Wertgegenstände aus dem Einfamilienhaus entwenden.

 

sb/dpa