Dreister Raser

Ein rasender Türke aus Österreich, der auf der A96 geblitzt wurde und deshalb seinen Führerschein abgeben musste, meldete in seiner Heimat das Dokument ganz dreist als „verloren / gestohlen“ und fuhr so noch lange weiter. Erst die Bundespolizei am Münchner Flughafen konnte ihn nun „stoppen“.
Als der Mann am Nachmittag des 24. Juli bei der Ausreise nach Istanbul kontrolliert wurde, fielen den Beamten zwei Fahndungsnotizen des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf. Die Behörde wollte sich den Führerschein des Österreichers vorlegen lassen, um ein Fahrverbot auf deutschen Straßen darin zu vermerken.
Die dortige Zentrale Bußgeldstelle hatte gegen den 37-Jährigen im März 2010 ein einmonatiges Fahrverbot verhängt, nachdem er auf der Autobahn 96 bei Lindau mit zu hoher Geschwindigkeit geblitzt worden war. Knapp fünf Monate später hängte die Behörde noch einmal zwei Monate Fahrverbot dran, weil der gebürtige Türke noch mal auf derselben Strecke erheblich zu schnell unterwegs war.
Da der Raser seinen Führerschein nicht an die Zentrale Bußgeldstelle in Karlsruhe übersandte, ließ diese nach dem Führerschein bzw. seinem Besitzer fahnden.
Ende Juli schickten die Bundespolizisten vom Münchner Flughafen das Dokument nach Karlsruhe und leiteten die Löschung der Ausschreibung in die Wege. Mitte letzter Woche überprüfte der bearbeitende Beamte, ob die Ausschreibung auch tatsächlich gelöscht wurde. Er machte eine erstaunliche Entdeckung: Diesmal suchten die österreichischen Behörden europaweit nach dem besagten Dokument. Der 37-jährige Mann wollte wohl nicht so lange warten, bis er seinen Führerschein von den deutschen Behörden wieder bekommen sollte. Er meldete das Dokument kurzerhand bei der Polizei in Österreich als verloren beziehungsweise gestohlen.
Ein kurzer Hinweis der Bundespolizei aus München an die zuständige Stelle in Österreich über den tatsächlichen Verbleib des gesuchten Dokuments brachte schließlich Licht ins Dunkel. Die europaweite Suche wurde eingestellt und der 37-Jährige muss sich nun doch gedulden, bis er seinen Führerschein aus Baden-Württemberg wieder zurückbekommt.
mh / Bundespolizei