An der Isar lassen Leute oft ihre leeren Flaschen liegen., © Symbolbild

Ein Auto, zwei betrunkene Fahrer, zwei Unfälle

Bei der Hitze kann einem der Alkohol durchaus zu Kopf steigen. Danach sollte man sich allerdings nicht mehr ans Steuer setzen. Zwei Männer schafften es, hintereinander mit dem gleichen Auto einen Unfall zu verursachen.

 

Die verrückten Szenen spielten sich gestern Nachmittag gegen 15.15 Uhr am Germeringer See ab, genauer gesagt auf dessen Parkplatz. Ein 27-jähriger Mann wollte mit seinem kleinen Sohn die Sonne genießen. Während er die Badesachen aus dem Kofferraum seines Mercedes räumte, heulte plötzlich der Motor eines Renault Twingo auf. Dieser parkte aus und stieß gegen den Kinderwagen, in dem sich der Sohnemann befand. Der Kinderwagen wiederum drückte das Bein des Mannes gegen das noch heiße Auspuffrohr. Dadurch zog er sich leichte Verbrennungen zu.

 

Der 27-Jährige trommelte mit den Fäusten auf das Dach des Renaults, um auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem der Fahrer den Unfall bemerkt hatte, steuerte er zielsicher zurück in seine ursprüngliche Parklücke. Als der Mann den Fahrer zur Rede stellen wollte, roch er bereits eine starke Alkoholfahne. Zur Unterstützung wollte der Vater den Securityguard des Parkplatzes hinzuziehen. Während er sich auf die Suche nach ihm machte, beschlich die beiden Insassen des Renault Twingo eine grandiose Idee. Schnurstracks tauschten sie die Plätze und versuchten erneut, das begonnene Parkmanöver zu beenden. Doch auch der zweite Fahrer scheiterte und prallte in einen geparkten VW Tiguan, der neben dem Mercedes stand. Dabei entstand an dessen Heck ein erheblicher Sachschaden. Der neue Fahrer fiel danach aus dem Auto und landete unsanft auf dem Boden. Dabei rief er allerdings noch, dass „nichts passiert“ sei. Anschließend rappelte er sich auf, stieg zurück auf den Fahrersitz und raste mit seinem Kumpel davon. Dabei hätten die beiden Rowdys beinahe noch eine Frau überfahren, die sich gerade noch mit einem Sprung in Sicherheit bringen konnte.

 

Die Polizei rückte zunächst zu dem Parkplatz aus, um Spuren zu sichern. Sie fanden Scherben des Rücklichts des Renault und zwei leere Schnapsflaschen. Auch die Halterin des Wagens konnte ermittelt werden. Hierbei handelte es sich allerdings um eine 84-jährige Dame. Diese gab an, dass sie ihr Fahrzeug öfter einem 57-jährigen Mann leihen würde, der sich um sie kümmere.

 

In der Nähe von dessen Wohnort fanden die Beamten das Unfallfahrzeug. Auch der Mann konnte in der Wohnung angetroffen werden. Sein 53-jähriger Kumpel aus Fürstenfeldbruck, der weitere Sufffahrer, schlief seelenruhig mit einer halbleeren Schnapsflasche und den Autoschlüsseln auf dem Kopfkissen. Nachdem man ihn aufgeweckt hatte, wurde bei beiden Männern eine Alkoholkontrolle durchgeführt. Beide erreichten einen Wert von über drei Promille.

 

Die beiden Männer sind der Polizei bereits bekannt. Sie müssen sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort verantworten. Ihren nächsten alkoholreichen Ausflug an einen See werden die beiden Suffköpfe wohl zu Fuß absolvieren müssen.