Einrichtungstrends gestern und heute: Von der Wohnwand zum interaktiven Modul-Möbel

Ähnlich wie in der Kleidermode unterliegen auch die Einrichtungstrends verschiedenen Strömungen des jeweiligen Zeitgeists. Vom Bauhaus-Minimalismus über die organischen Formen der Nachkriegszeit bis hin zu aktuellen Strömungen namens „Hygge“ oder „Lagom“. Doch nicht nur die Möbel und anderen Einrichtungsgegenstände haben sich dabei immer wieder verändert, auch die Art und Weise, wie wir sie „konsumieren“ unterscheidet sich heute stark von früher. Wir werfen einen Blick auf die kunterbunte Welt der Wohnungseinrichtungen der letzten Jahrzehnte und wagen einen Blick in die Zukunft.

 

Im Laufe der Zeit hat sich vor allem die allgemeine Wohnsituation gewandelt. Auch wenn die Lage auf dem Immobilienmarkt in München sehr angespannt ist, sind die meisten Einwohner unserer Bayerischen Landeshauptstadt zufrieden mit ihrem Zuhause, so eine Umfrage eines Finanzdienstleisters. Auch wenn die durchschnittliche Wohnfläche unter Jener in anderen deutschen Großstädten liegt, sind die Münchner glücklich damit. Überdurchschnittlich oft ist in unseren Wohnungen Parkettboden verlegt. Ob sich auch andere Wohntrends hier häufiger wiederfinden, lässt sich allerdings nicht sagen. Die Möglichkeiten, sich ganz individuell einzurichten, sind heute so groß wie nie.

 

Einrichtungstrends im Wandel der Zeit

Unser Zuhause spiegelt nicht nur den ganz eigenen Geschmack wider, sondern immer auch in gewisser Weise den aktuellen Zeitgeist. Vom Gelsenkirchener Barock in den 20er Jahren, mit den typischen wuchtigen Wohnzimmerbuffets, die den neuen Wohlstand repräsentierten, über das klare Kontrastprogramm mit einer Formenstrenge, die von den Gestaltern des Bauhauses propagiert wurde, bis hin zu den massigen Schrankwänden in Eiche Rustikal, sinnbildlich für die Deutsche Gemütlichkeit – bereits das letzte Jahrhundert war hier durch die verschiedensten Trends geprägt.

 

Das deutsche Wohnzimmer gestern und heute:

Das Wohnzimmer stellte dabei schon immer den familiären Mittelpunkt im Haus oder der Wohnung dar. Auch heute noch ist er der zentrale Aufenthaltsort, wo sich alle gemeinsam treffen und Zeit miteinander verbringen. Meist ist es gleichzeitig auch der größte Raum.

 

Vor allem im ländlichen Raum war die gute Stube nicht unbedingt von anderen Bereichen räumlich abgetrennt. Gleichzeitig befanden sich hier meist auch die Küche und die Schlafstätten. Typisch für das Voralpenland mit seinen Bauernhäusern waren Betten, die oft als Koje in der Wand gebaut wurden. Dort konnte mit Vorhängen für etwas Privatsphäre gesorgt werden. Mit dem Ansteigen der durchschnittlichen Wohnfläche ging auch ein wachsendes Bedürfnis nach eigenen Rückzugsmöglichkeiten einher und jeder bekam sein eigenes (Schlaf-)Zimmer.

 

Dennoch ist derzeit der Trend zu beobachten, dass das Wohnzimmer wieder zu einem multifunktionalen, offenen Raum wird. Vor allem die integrierte Küche – etwa abgetrennt durch ein Thekenelement oder einen freistehenden Küchenblock – hat heute viele Anhänger.

 

 

Düstere Schrankwände haben heute moderneren, leichteren und helleren Möbeln Platz gemacht. Die Einrichtung spiegelt meist auch die Schwerpunkte der Freizeitgestaltung wider: Regalwände mit Büchern als kleine Bibliothek für Leseratten oder die Möbel sind ganz klar zum Fernseher und der Stereoanlage ausgerichtet. Weit verbreitet sind bequeme Sessel oder ein voluminöses, bequemes Sofa zum Entspannen.

 

Der Mittelpunkt der Wohnung

Nachdem der Fokus einer gemütlichen und ansprechenden Einrichtung lange Zeit hauptsächlich auf dem Wohnzimmer lag und Küche und Bad etwa eher funktional ausgestattet und etwas vernachlässigt wurden, werden diese Räume heute immer stärker als Aufenthaltsorte wahrgenommen und entsprechend behaglich gestaltet. Hier zeigt sich eine gewisse Verschiebung der Prioritäten auch bei der Freizeitgestaltung. Wer beispielsweise dem Kochen wieder mehr Zeit widmet und dies gemeinsam mit Freunden zelebriert, möchte dafür mehr Platz und ein angenehmes Umfeld haben.

 

In vielen Neubauten wird für Küche und Bad deshalb gezielt mehr Grundfläche eingeplant. So bietet eine geräumige Wohnküche ausreichend Platz für einen Esstisch. Die Zubereitung der Speisen findet nicht mehr räumlich getrennt vom Essen statt, sondern rückt wieder mehr in den familiären Mittelpunkt.

 

Das Bad hat sich im Laufe der Zeit von der kleinen Kammer zur Verrichtung der nötigen Körperhygiene zum modernen persönlichen Spa-Bereich weiterentwickelt. Eine Badewanne oder zumindest eine geräumige Dusche gehören hier meist zum Standard. Zudem gibt es oft einen separaten Sitzplatz, der einen längeren Aufenthalt komfortabler macht. Das ganze Ambiente hat sich gewandelt vom sterilen, vollflächig gefliesten Sanitärbereich zur behaglichen Wohlfühlzone.

 

Gefliest wird in Küche und vor allem im Bad heute nur noch dort, wo es wirklich notwendig ist und die Wand vor Nässe geschützt werden muss. So bleibt mehr Gestaltungsfreiheit und die Räume wirken wohnlicher.

 

Bezahlbare Möbel für alle

Lange Zeit waren die Wohnungen der einfachen Leute sehr schlicht möbliert. Die Einrichtung beschränkte sich häufig auf die wichtigsten Dinge, denn Möbel wurden ausschließlich von Hand gefertigt. Besondere Stücke hatten einen dementsprechend hohen Preis. Mit der industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich jedoch auch schrittweise die Herstellungsweise bei Möbeln.

 

Pioniere wie der englische Künstler und Kunstgewerbler William Morris stellten erstmals Möbelserien in größeren Stückzahlen her, die auch für eine breitere Bevölkerungsschicht erschwinglich sein sollten. Als Mitglied der Arts and Crafts Bewegung setzte er zudem auf einheitliche Muster bei Tapeten, Polsterbezügen und anderen Wohntextilien, um die Einrichtung als gesamtes Konzept aufeinander abstimmen zu können.

 

Noch einen Schritt weiter ging Ingvar Kamprad, der 1943 das Unternehmen IKEA gründete. Seine Vision war es, funktionale und gleichzeitig gut gestaltete Möbel für alle zu verkaufen. Günstige Preise erzielt der Konzern bei seinen Produkten vor allem durch sehr hohe Stückzahlen – in rund 30 verschiedenen Ländern weltweit gibt es heute IKEA-Möbelhäuser. Allein in München ist das Unternehmen mit zwei Standorten vertreten. Der Kunde übernimmt den Zusammenbau und die Montage, wodurch der Platz bei Transport und Lagerung minimiert und die Herstellungskosten niedrig gehalten werden.

 

Das schwedische Möbelhaus hat wie kein anderer Hersteller die Branche verändert. Möbel haben sich vom Investitions- zum Ge- und Verbrauchsprodukt gewandelt. Zudem kaufen wir Einrichtungsgegenstände zunehmend auch im Internet statt in den Geschäften und Möbelhäusern vor Ort. Auch hier können durch die größere Reichweite oft niedrigere Preise als im stationären Handel erzielt werden.

 

 

Viele Möbelhäuser folgen diesem Trend und vertreiben ihre Produkte zusätzlich auch über eine eigene Internetplattform. Mit unterschiedlichen Aktionen wie besonderen Rabatten oder Gutscheinen gewinnt diese Alternative zusätzlich an Attraktivität. Bestimmte ausgewählte Produkte sind dann online günstiger erhältlich oder es entfallen die Versandkosten. Teilweise werden aber auch Gutescheine für In-House-Aktionen bereitgestellt, um mögliche Kunden in den eigenen Laden zu locken.

 

Verschiedene Stile im Überblick

Durch die vielen verschiedenen Einflüsse, die wir heute tagtäglich durch die Medien aufnehmen, hat sich auch der individuelle Geschmack bei der Wohnungseinrichtung in die unterschiedlichsten Richtungen entwickelt.

 

  • Skandinavischer Stil: Auch wenn IKEA stilistisch viel breiter aufgestellt ist, zeigt sich das Möbelhaus federführend in der Verbreitung des typisch skandinavischen Wohnambientes. Helle freundliche Farben, helles, naturbelassenes Holz und insgesamt eine zurückhaltende Gemütlichkeit bringen wir damit in Verbindung. Die Begriffe „Hygge“ oder „Lagom“ haben sich dabei in den letzten Jahren als Trendbezeichnungen etabliert. Während „hyggelig“ als dänische Analogie zum deutschen „gemütlich“ oder „behaglich“ verstanden werden kann, setzt der Lagom-Stil noch mehr auf ausgewogene Zurückhaltung.

 

  • Klassischer Stil: Er zeichnet sich durch hochwertige (Echtholz-)Möbel, einzelne Antiquitäten und gedeckte Farben aus. Ein hochfloriger Teppich, schwere Gardinen, ein Kronleuchter oder Kamin sind typische Elemente. Hinzu kommen Details aus Marmor, Bronze oder Gold. In geräumigen Zimmern mit hohen Decken wirkt er besonders elegant. Der Stil ist gleichzeitig modern aber auch konservativ und sehr apart.

 

  • Minimalismus: Weniger ist mehr – das ist die Maxime hinter diesem Stil. Bei Möbeln zählt vor allem funktionale Zurückhaltung und die Reduktion auf das Wesentliche. Hochwertige Materialien und eine makellose Fertigung bis ins Detail sind Pflicht. Auch das Farbspektrum beschränkt sich auf schlichte Töne wie Weiß, Schwarz, Grau, Beige oder die Naturtöne der Materialien. Dekoration wird sehr sparsam eingesetzt, die Räume wirken stets sehr aufgeräumt, fast steril.

 

  • Retro- oder Vintage-Stil: Hinter diesen Begriffen steckt ein buntes Sammelsurium, das sich typische Möbel vergangener Jahre zunutze macht. Der Nierentisch aus den 50ern, die Tapete mit großformatigen grafischen Ornamenten aus den 60ern, die Teakholzanrichte mit den filigranen Beinen aus den 70ern, das quietschbunte Sofa aus den 80ern – je nachdem, welche Epoche im Mittelpunkt steht, werden passende Klassiker aus dieser Zeit zusammengetragen und entsprechend der Zeit in Szene gesetzt. Patina und Gebrauchsspuren sind dabei unbedingt gewollt.

 

  • Kolonialstil: Die Einrichtung orientiert sich hier an typischen Elementen aus der Kolonialzeit. Als Materialien für die meist schweren, massigen Möbel werden tropische Hölzer eingesetzt, oder heimische entsprechend gebeizt. Auch Rattan oder Bambus ist oft zu finden. Geschnitzte Ornamente oder bunte Polsterbezüge sorgen für den dekorativen Teil. Warme Farben und Erdtöne sind neben Grün am häufigsten vertreten. Textilien zieren oft Muster aus der Tier- und Pflanzenwelt. Dekorationsartikel zeigen Reisemotive oder bestehen aus exotischen Gegenständen anderer Kulturen.

 

  • Landhaus-Stil: Dieser Stil bedient sich typischer Elemente, die wir auch aus der bayerischen Wohntradition kennen. Dielenböden, verzierte Bauernschränke aus heimischem Nadelholz, Eckbänke um einen gemütlichen massiven Esstisch und vor allem helle warme Naturtöne sind hier vorherrschend. Wohntextilien kommen gerne in Blümchenmuster oder kleinen Karos. Handwerkliche Details, wie geschmiedete Beschläge, gedrechselte oder geschnitzte Möbelteile oder Täfelungen und Füllungen sorgen für den letzten Schliff. Ein heimeliger Kamin sorgt für zusätzliche rustikale Gemütlichkeit.

 

  • Industrial-Stil: Bisweilen auch als Loft-Stil bezeichnet, zeigt sich das Interieur hier in der Anmutung einer alten Fabrikhalle. Betonoberflächen an Boden oder Wand, Möbel aus Stahl, grobem Holz und offene Grundrisse sind besonders charakteristisch. Wohntextilien werden nur sparsam eingesetzt, Polstermöbel sind häufig mit Leder bezogen. Sparsam eingesetzte Dekoration zitiert ebenfalls technische Details aus einem industriellen Umfeld.

 

  • Maritimer Stil: Hier herrschen vor allem helle Farben vor. Akzente setzen beispielsweise Streifen- oder Karomuster mit Blau, Rot und Gelb, gepaart mit Weiß. Die Möbel sind hell gebeizt, lackiert oder naturbelassen. Accessoires und Dekorationsartikel orientieren sich an Motiven des Meeres oder der Schifffahrt. Muscheln, Wasser, Wellen, oder Treibholz sorgen für das passende Ambiente. Die ganze Einrichtung sieht nach einem gemütlichen Urlaub am Meer aus.

 

Wohntrends heute und morgen

 

 

Wohntrends folgten zwar schon immer bestimmten regionalen oder länderspezifischen Eigenheiten, doch multinationale Möbelhäuser wie IKEA haben sich über die Jahre dennoch an einem allgemein gültigen Zeitgeist orientiert. Darüber hinaus haben sie mit ihren Produkten jedoch auch unser Verständnis von Design mitgeprägt. Ein Blick auf die Titelseiten des jährlich erscheinenden Katalogs lässt erahnen, wie sich die Einrichtungstrends in den letzten Jahrzehnten verändert haben.

 

Neue Anforderungen an moderne Möbel

Unsere Einrichtung ist einerseits vielfältiger geworden, sie muss sich zudem aber auch unseren Lebensgewohnheiten anpassen. Auch diese haben sich immer wieder verändert. Heute ist vor allem in den Städten der Anteil an Singlehaushalten um einiges höher als noch vor einigen Jahrzehnten. Zudem sind die Menschen mobiler geworden. Umzüge, nicht nur in jüngeren Jahren sind häufiger, durch die Ausbildung oder einen neuen Job wird öfter auch in eine neue Stadt oder gar in ein neues Land gezogen.

 

Die Einrichtung muss diese Flexibilität mitmachen können. Statt schwerer Schrankwände und massiver Polstermöbel bieten kompakte, modulare Einzelelemente gleich mehrere Vorteile. Sie sind einzeln leichter transportierbar und defekte Teile lassen sich günstiger ersetzen.

 

Hinzu kommt, dass bei Singlehaushalten oft ein ungünstiger Grundriss oder kleinere Zimmer berücksichtigt werden müssen. Modulmöbel, die sich individuell arrangieren und kombinieren lassen, sind hier ebenfalls von Vorteil.

 

Einige verstehen ihre Einrichtung zudem immer stärker als temporäre Gebrauchsgegenstände, die sich ähnlich wie in der Modewelt stetig an zeitlich begrenzten Trends orientieren. Ein günstiger Preis ist dann wichtiger als langlebige Qualität, denn viele Gegenstände werden dann lieber öfter ausgetauscht und durch neue, angesagte Stücke ersetzt.

 

Globaler Stilmix

Die zunehmende Mobilität der Gesellschaft, genauso wie die Globalisierung haben dazu geführt, dass exotische Möbel, Accessoires oder gleich ganze Einrichtungsstile auch bei uns bekannt werden und als Inspiration dienen. Einflüsse aus der ganzen Welt finden sich in unseren Wohnungen wieder. Das gemütliche Heim im tiefsten bayerischen Hinterland ist nicht mehr zwangsläufig mit dem Bauernschrank nach alpenländischer Tradition ausgestattet.

 

Die Möbelhäuser bieten heute für jeden Geschmack ein entsprechendes Produktportfolio. Die oben beschriebenen Einrichtungsstile stehen dabei symbolhaft als Schablonen und repräsentieren bestimmte Merkmale und Eigenheiten verschiedener Regionen oder folgen auch einem Phantasie-Stil. So folgt die mediterrane Ästhetik im Grunde eher einer romantischen Vorstellung, die wir von einem typischen Haus am Mittelmeer haben und bedient sich entsprechender Stereotype. Dasselbe gilt für den Industrial-Stil, der sich durch grobe Materialien und Details aus dem Ambiente alter Fabriken auszeichnet.

 

Individualisierung in der Möbelbranche

Auf der einen Seite sind Global Player wie IKEA mit ihren Produkten heute in beinahe jedem Haushalt vertreten. Darüber hinaus hat sich der Markt jedoch sehr vielfältig weiterentwickelt. Viele Hersteller haben sich auf spezielle Nischen oder ein bestimmtes Segment spezialisiert. Ihre Möbel oder Accessoires sind dann in verschiedenen stationären Einrichtungshäusern oder über Online-Plattformen erhältlich. Die Auswahl hat sich dabei für den Kunden immer mehr vergrößert.

 

Wir Verbraucher haben uns an diese Vielfalt gewöhnt, die Möglichkeiten, Produkte zusätzlich individuell anpassen oder gestalten zu können spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Digitale Technologien haben dafür gesorgt, dass auch Massenware in gewissem Umfang personalisierbar ist. Sei es durch die Applikation eines bestimmten Oberflächendesigns oder auch bei der Anpassung an eine spezielle Größe.

 

Vor allem Schränke oder Regale bieten sich hier als individualisierbares Möbelstück an. Über die Online-Plattformen der Anbieter lassen sich die gewünschten Abmessungen eingeben und das Produkt mit der passenden Anzahl an Zwischenböden oder Schubladen ausstatten. Oft gibt es zudem Auswahlmöglichkeiten beim Material oder der Farbe. Computergesteuerte Fertigungsmethoden sorgen anschließend für die Umsetzung der individuellen Wünsche, ohne dass dabei allzu hohe Mehrkosten aufkommen.

 

Selbst Plattenbauten, die auch in verschiedenen Bayerischen Städten zu finden sind, lassen sich trotz der standardisierten Grundrisse unglaublich vielfältig einrichten. Die eigene Kreativität gibt hier die jeweiligen Grenzen vor.

 

Auswirkungen der Digitalisierung

Die Digitalisierung wirkt sich ohnehin in ganz unterschiedlichen Bereichen aus. Zum einen nutzen Hersteller zunehmend digitale Möglichkeiten wie etwa Augmented oder Virtual Reality, um uns Kunden auch beim Kauf über die Online-Portale einen realistischeren Eindruck der Produkte zu ermöglichen. 360°‑Ansichten, ein virtuelles Umfeld, in dem die Möbel betrachtet oder selbst digital arrangiert werden können oder auch Produktinformationen, die bei einer digitalen Werbeanzeige per Klick aufgerufen werden können – all dies sorgt für ein ganz neues Einkaufserlebnis.

 

Hinzu kommen ganz neue Fertigungsmethoden, wie etwa der 3D-Druck, der eine ganz neue Formensprache ermöglicht. Zwar ist die Technologie nicht für den Massenmarkt geeignet – zu lange dauert die Herstellung eines einzelnen Stücks dabei – doch sie erlaubt ein Höchstmaß an Individualisierung. Hier ist das Potential jedoch sicherlich noch nicht ausgeschöpft und es bleibt spannend zu sehen, welche Innovationen sich hier künftig noch zeigen werden.

 

Ein riesengroßer Markt entwickelt sich zudem im Bereich Smart-Home. Bezogen auf die Einrichtung ist es vor allem das Thema Beleuchtung, das hier viele neue Möglichkeiten eröffnet. Smarte Steuerung verschiedener Leuchten, farbiges Licht und die winzigen Abmessungen der LEDs als Leuchtmittel der Zukunft sorgen für neue Konzepte und Produkte. Darüber hinaus werden immer mehr Einrichtungsgegenstände mit digitaler Technik ausgerüstet – allen voran im Bereich der Küche.

 

 

Die neue Nachhaltigkeit

Trotz des Trends zur Schnelllebigkeit und des häufigeren Austauschs von Einrichtungsgegenständen zeigt sich auch eine gegenläufige Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit. Viele umweltbewusste Kunden legen verstärkt Wert auf schadstofffreie Materialien und eine nachhaltige Produktionsweise.

Heimische Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Sandstein aus dem nahegelegenen Steinbruch oder Accessoires aus der lokalen Manufaktur – viele kleinere Unternehmen können von diesem Trend profitieren. Auch das Upcycling gewinnt dabei wieder stärker an Bedeutung. Ob fertig gekauft oder selbstgemacht – dabei ist der Individualisierungsgrad ebenfalls besonders hoch.

Für nachhaltige hergestellte Möbel sind wir zudem eher bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Bei ausgewählten Stücken wird deshalb stärker auf Qualität und Langlebigkeit geachtet. Auch Second-Hand‑Ware, etwa auf Flohmärkten oder aus dem Antiquitätenhandel erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. Insgesamt zeigt sich, dass auch hier die Vielfalt das Angebot noch mehr bereichert.