Erdbeben im Himalaya –Deutsche Hilfe unterwegs

Mehr als 3.200 Menschen kamen bei dem schweren Erdbeben im Himalaya am Samstag ums Leben. Das Beben erreichte eine Stärke von 7,8. Am schlimmsten betroffen war dabei Nepal. Die internationale Hilfe ist bereits angelaufen. Trinkwasser und Medikamente werden dringend benötigt.

 

 

Im Himalaya zitterte am Samstag die Erde. Bislang kamen dadurch mehr als 3.200 Menschen ums Leben. Zudem wurden über 6.000 Menschen verletzt. Am schlimmsten bebte es in Nepal. Hier war es das stärkste Erdbeben (Stärke 7,8) seit über 80 Jahren. Hinzu kamen zahlreiche Nachbeben, die eine Stärke von bis zu 6,7 erreichten. Wegen der ständigen Angst eines weiteren Bebens trauen sich die meisten Menschen nicht mehr in ihre eigenen Häuser.

 

Sushil Koirala, Nepals Regierungschef, bat um Hilfe und Unterstützung aus dem Ausland: „Wir werden diese dunkle Zeit zusammen durchstehen“, sagte er. Nun ist die internationale Hilfe angelaufen. Hilfsflugzeuge aus aller Welt bringen Medikamente, Kommunikationsgeräte, Nahrung und Wasser in die Hauptstadt Nepals – Kathmandu. Dort wütete das Beben am schlimmsten, da die Hauptstadt lediglich 80km von dem Epizentrum entfernt lag.

 

Die Helfer kommen aber nur schleppend voran, da die Infrastruktur in Kathmandu stark beschädigt wurde, sodass auch der Flughafen geschlossen werden musste. Abgestimmt wird das ganze vom UN-Büro zur Nothilfe-Koordinierung (OCHA). Auch aus Deutschland sind mittlerweile zahlreiche Kräfte unterwegs.

 

 

Internationale Hilfe unterwegs

 

I.S.A.R Germany entsandte 52 Helfer aus neun Bundesländern, die acht Tonnen Ausrüstung mitnahmen. Das Team besteht aus Rettungshundeführern, Experten zur Ortung Verschütteter mit Spezialtechnik, Bergungsexperten, Ärzten, Pflegern und Sanitätern. Sie versuchen nun den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen. Zusätzliche Kräfte will das Deutsche Rote Kreuz heute entsenden. Sie sollen weitere Decken, Hygienepakete und eine Trinkwasseraufbereitungsanlage nach Nepal transportieren.

 

Aus den USA wurde eine Militärmaschine mit 70 Rettungskräften und sechs Suchhunden nach Kathmandu entsendet. China schickte 62 Spezialkräfte in das Einsatzgebiet. Indien ließ 13 Militärflugzeuge mit Hilfsgütern einfliegen, Pakistan eines. Vor allem Trinkwasser und Medikamente werden dringend benötigt. Die Vereinten Nationen gaben bekannt, dass allmählich Trinkwasser, Medikamente und Blutkonserven knapp werden würden. Auch deshalb stellte die Europäische Kommission drei Millionen Euro als Soforthilfe für Nepal bereit. Hinzu kommt die Hilfen der einzelnen Staaten, um die Folgen der Katastrophe so schnell wie möglich zu beheben.

 

Lawinen-Tote auf dem Mount Everest

 

Doch nicht nur in Nepal wurden Menschen durch das Erdbeben getötet. Auch in den Nachbarländern wurden bislang 90 Tote aufgefunden, die meisten davon in Indien.

 

Auch auf dem Mount Everest kam es auf Grund des Erdbebens zu einer Katastrophe. Mindestens 19 Menschen kamen durch eine Lawine ums Leben, über 60 Menschen wurden verletzt. Zu weiteren 100 Personen kann derzeit kein Kontakt hergestellt werden. Einige davon könnten sich in höher gelegenen Camps befinden. Momentan ist dort die Hauptsaison für Bergsteiger und Wanderer.

 

Ob auch Deutsche unter den Opfern sind, ist bislang noch nicht bekannt. Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Kathmandu bemühen sich aber mit Hochdruck um eine Aufklärung.