Justitia ist blind. Gerechtigkeit vor Gericht. , © Symbolbild

Erding: 28 Jahre später wegen Mord überführt

Der heute 42 Jahre alte Mehmet Y. hat 1986 eine Rentnerin erwürgt – jetzt hat er eine Jugendstrafe von fünf Jahren bekommen.

Mord wegen 40 Mark

1986: Mehmet Y. und ein damals 15 Jahre alter Mittäter brachen in das Haus einer 81 Jahre alten Renterin in der Altstadt von Erding ein.

Die Frau ertappte die beiden und schrie sofort um Hilfe. Die beiden jugendlichen Täter gerieten offenbar in Panik – und wurden zu Mördern. Sie würgten die alte Dame, wechselten sich dabei ab. Letztlich verlor sie das Bewusstsein und starb.

Dann flohen die beiden jungen mit einer Beute von gerade einmal 40 Deutschen Mark.

 

28 Jahre lang unbescholten

Bis zum Dezember 2013 lebte Mehmet Y. mit dem Wissen, das Leben einer 81 Jahre alten Frau beendet zu haben, ohne je belangt worden zu sein, zuerst in Erding und dann später im Raum Freising.

Aber Mord verjährt nicht und er hat 28 Jahre später einen verhängnisvollen Fehler gemacht:

2013 geriet mit einem Unbekannten in Streit und wollte ihn angreifen. Deswegen nahm die Polizei ihn in Gewahrsam und ermittelte wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Als sie seine Fingerabdrücke genommen hatten, kam die Erkenntnis:

Bei Mehmet Y. handelt es sich um einen der beiden Männer, die die 81-Jährige in Erding erdrosselt und ihr nach ihrem Tod noch zweimal mit einem Messer in die Brust gestochen hatten.

Über Jahre war der Sohn der Rentnerin verdächtigt worden.

 

Nach Jugendstrafrecht verurteilt…

…hat den Täter das Gericht jetzt zu fünf Jahren Gefängnis, obwohl er mittlerweile 42 Jahre alt ist.

Der Anwalt hatte sogar auf Freispruch plädiert, da sein damals 14-jähriger Klient „nicht in Tötungsabsicht“ gehandelt haben soll.

adc